Wahlkampf

Europapolitik ist für die CDU-Kandidaten mehr als nur Regulierungswut

Sie sind die Spitzenkandidaten der CDU für die Europawahl im Bezirk Rurh: Dennis Radtke und Dr. Renate Sommer.

Sie sind die Spitzenkandidaten der CDU für die Europawahl im Bezirk Rurh: Dennis Radtke und Dr. Renate Sommer.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Wer in Gelsenkirchen am 25. Mai sein Kreuzchen für die Wahl zum Europäischen Parlament bei der CDU setzt, setzt es für die Hernerin Renate Sommer (55) und den Bochumer Dennis Radtke (34). Sie sind die Spitzenkandidaten im Bezirk Ruhr und nehmen auf der NRW-Liste ihrer Partei die Plätze drei (Sommer) und neun (Radtke) ein.

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Vorurteile werden gerne mal gepflegt, wenn es um die Arbeit der Politik in Brüssel geht. Dr. Renate Sommer (55) weiß das nur zu genau. Gerade die Regulierungswut, sagt sie beim Besuch der WAZ-Redaktion, sei etwas, was die Menschen immer mit Parlamentsarbeit gleichsetzten. „Das aber ist nicht so. Das macht die EU-Kommission.“

Seit 15 Jahren schon, seit 1999, sitzt die Hernerin im Europäischen Parlament und strebt als Spitzenkandidatin der CDU im Bezirk Ruhr eine weitere Legislaturperiode als Mitglied der EVP-Fraktion an.

Nummer eins im Bezirk Ruhr

Nun fragt sich der geneigte WAZ-Leser in Gelsenkirchen womöglich, was eine Herner Politikerin mit seiner Stadt zu tun hat. Nun: Wer bei der Wahl am 25. Mai sein Kreuzchen auf dem Zettel für das EU-Parlament setzt, wählt immer die Liste einer Partei. Gibt es für die SPD eine Bundesliste, ist die der Christdemokraten eine für das Land Nordrhein-Westfalen. Dort ist Sommer an Nummer drei geführt, damit wohl sicher im nächsten Parlament vertreten und möchte dann ihre Arbeit im Bereich der Themenfelder „Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres“ fortsetzen.

„Ich werde mich beispielsweise weiter Themen widmen, die mit Blick auf die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei von besonderer Bedeutung sind“, sagt sie beim Redaktionsbesuch. Bürger- und Menschenrechte etwa zählen dazu. Dass die promovierte Agrarwissenschaftlerin einem EU-Beitritt der Türkei zwar nicht ablehnend, aber durchaus kritisch gegenübersteht, daraus macht sie keinen Hehl und vertritt diese Position auch als Mitglied der sogenannten Türkei-Delegation.

Für Radtke ist Energiepolitik wichtig

Die Nummer zwei der CDU im Bezirk Ruhr (und Nummer neun auf der NRW-Liste) ist der Bochumer Dennis Radtke. Für den 34 Jahre alten Gewerkschaftssekretär der IG BCE, der Beisitzer im Landesvorstand seiner Partei ist und sich darüber hinaus stark in der CDA, der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft, engagiert, bedeutet Europapolitik weitaus mehr als Diskussionen um die Krümmung einer Banane. Aber auch so etwas findet er mitunter gut und wichtig, wenn das Thema für die Verbraucher stimmt. Radtke: „Etwa wenn festgelegt wird, dass es nur noch ein einheitliches Kabel geben soll, mit dem man dann jedes Handy aufladen kann. Das ist doch ein klarer Vorteil für alle.“

Als IG BCE-Mitglied ist dem Bochumer die Energiepolitik wichtig. Sie sei ein bedeutendes Feld, das nicht nur in Land und Bund diskutiert und entschieden werde, sondern in einem besonderen Maße ein europäisches Thema sei. Gerade die Sicht auf die energieintensiven Betriebe, die es im Ruhrgebiet gibt, „ist für mich eine Herzensangelegenheit. Das treibt mich an“. Denn an vielen Stellen sieht Radtke den Aspekt der Nachhaltigkeit in Gefahr.

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