Energieversorger

Es gibt unterschiedlichste Gründe fürs Stromabsperren

Dass der Energieversorger Bürgern den Strom absperrt, muss wirklich nicht sein, betont die ELE. Es gibt es gutes Netzwerk von Organisationen in Gelsenkirchen, die helfen, wenn es mal brenzlig wird.

Dass der Energieversorger Bürgern den Strom absperrt, muss wirklich nicht sein, betont die ELE. Es gibt es gutes Netzwerk von Organisationen in Gelsenkirchen, die helfen, wenn es mal brenzlig wird.

Foto: Jens Büttner

Gelsenkirchen.   Es gibt viele Ursachen, warum pro Jahr circa 4000 Bürgern der Strom gesperrt wird. Arme Bürger, böse ELE? Von wegen, sagt der Pressesprecher.

Eigentlich ist die Zahl der zeitweise abgeklemmten Stromleitungen in Gelsenkirchen seit Jahren gleich hoch, sagt Peter Efing, Pressesprecher der ELE. Vom 13. Dezember bis zum 6. Januar wird aber seit Jahren eine Sperrung ausgesetzt. Die Gründe fürs Stromkappen seien vielfältig, man könne nicht sagen „armer Bürger, böse ELE“. Armut sei nur ein Aspekt. Teils kämen auch junge Leute, die zum ersten Mal eine eigene Wohnung haben, mit dem plötzlichen Selbstständigsein nicht klar.

Junge Leute sind oft mit eigener Wohnung überfordert

„Dann stapeln sich Briefe auf einem Haufen, werden gar nicht erst geöffnet.“ Einen Fall gab es bei der ELE, der besonders eindrucksvoll war. Ein jugendliche Kunde habe angerufen und gesagt: „Ich habe hier eine Mobilfunkrechnung und eine Stromrechnung. Jetzt kann ich mir überlegen, welche ich zahle. Ich glaub, lieber die Mobilfunkrechnung, Handy aufladen kann ich auch woanders.“

Efing macht darauf aufmerksam, dass man Stromabklemmen vermeiden kann. „Bevor zu so einer Maßnahme gegriffen wird, bekommt der Kunde mehrere Schreiben, in denen darauf hingewiesen wird, dass er der ELE Geld schuldet. Nach 58 Tagen wird die Sperrung angekündigt. „Und selbst dann hat man noch drei Tage Zeit, um zu reagieren. Nur, das muss man eben tun.“ Auch für die ELE selbst sei es kein Vergnügen, zu solchen Maßnahmen zu greifen. Es koste das Unternehmen Zeit und Geld. Wenn schließlich bezahlt und mit dem Energieversorger alles wieder in die Wege geleitet worden ist, könne der Strom wieder fließen.

Einige Mieter melden sich nicht ab und verschwinden

„Möchte man nach einer Sperrung Strom direkt am gleichen Tag wieder bekommen, muss man 34,51 Euro bezahlen.“ In einer Reihe von Fällen habe es die ELE mit Mietern zu tun, die einfach verschwinden, ohne sich abzumelden. Oder sie haben mehrere Wohnungen bewohnt und sind irgendwann einfach nicht mehr zu finden. Auch so ein Verhalten einiger Bürger kennt das Unternehmen.

Manchmal wird illegal Strom vom Nachbarn angezapft

Sehr speziell sind manchmal Mieter, die in einer sogenannten Schrottimmobilie wohnen. „Manchmal werden da Sperren geknackt und mit Kabeln Überbrückungen zu Nachbarn geschaffen, um illegal Strom anzuzapfen“, schildert der Pressesprecher Situationen, die der Außendienst manchmal zusammen mit dem Ordnungsdienst und Polizei antrifft.

„Der ELE kommt es auf einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Strom an. Diese befremdlichen Verhaltensweisen können zum Sicherheitsrisiko werden.“ Gerade in solchen Bereichen habe es die ELE oft mit einer problematischen Klientel zu tun. „Stromdiebstahl wird von uns in jedem Fall angezeigt.“

Peter Efing betont, dass auch Hartz IV-Empfänger und generell arme Bürger nicht zeitweise ohne Strom sein müssten. „Es gibt in Gelsenkirchen ein gut funktionierendes Netzwerk mit Personen, die sofort helfen können, wenn es finanzielle Engpässe gibt.“

Leserkommentare (10) Kommentar schreiben