Bußgelder

Erwischte „Wildpinkler“ zahlen in Gelsenkirchen 55 Euro

Abgesehen davon, dass es kein Vergnügen ist, anderen dabei zuzusehen, wenn sie sich öffentlich erleichtern. Es enstehen dadurch auch Schäden an Gebäuden.

Foto: dpa

Abgesehen davon, dass es kein Vergnügen ist, anderen dabei zuzusehen, wenn sie sich öffentlich erleichtern. Es enstehen dadurch auch Schäden an Gebäuden. Foto: dpa

Gelsenkirchen.   Trotz neuer öffentlicher Toilette und Appellen: In Gelsenkirchen „erleichtern“ sich weiterhin zu viele an Häuserwänden und Kirchen.

Weihnachts- und Glühweinmarkt (letzterer ab heute, siehe Bericht Lokalseite 3) locken besonders viele Besucher in die Zentren. Und wer sich innerlich wärmt mit Glühwein und Bierchen, muss die Flüssigkeit irgendwie auch wieder loswerden. Und noch immer nutzt dafür bei weitem nicht jeder eine Toilette. Nicht nur zur Weihnachtszeit.

Zwar steht am Heinrich-König-Platz eine neue öffentliche Toilette, die Erleichterung im sauberen Umfeld (Reinigung zweimal täglich) für 50 Cent anbietet. Zudem hat Stadtmarketing während des Weihnachtsmarkts kostenfreie Toiletten aufgestellt. Trotzdem bevorzugt manch Unbelehrbarer weiterhin die nächstgelegene Ecke, um sich zu erleichtern. Gehäuft zu beobachten rund um den Bahnhof oder die Propsteikirche St. Augustinus. „Das ist nicht nachvollziehbar. Es gibt genug andere Möglichkeiten, auch in Gastronomiebetrieben. Das ist auch eine Frage der Erziehung, der Kinderstube“, meint Wilhelm Weßels, Geschäftsführer von Gelsenkirchens Stadtmarketing.

Kommunaler Ordnungsdienst wird aufgestockt

Die Zahl der „Wildpinkler“ in der Stadt ist unbekannt. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD)erwischt im Monat durchschnittlich fünf im Stadtgebiet und erhebt dann ein Bußgeld von 55 Euro. „Wir würden gern mehr Bußgelder erheben, aber wenn unser Ordnungsdienst in Uniform unterwegs ist, stellt sich natürlich keiner vor ihnen hin“, erklärt Stadtsprecher Oliver Schäfer. Der City Service achte auch darauf, dürfe aber keine Bußgelder erheben. 27 Mitarbeiter zählt der KOD derzeit, bis 2020 soll der Stab auf 35 aufgestockt sein. Die Ausbildung des Nachwuchses läuft bereits.

Im Direktvergleich mit Nachbarstädten ist das Bußgeld für Notdurft-Frevler in Gelsenkirchen durchaus stattlich. Nur 25 Euro werden in Herne dafür eingefordert. Dort wurden in diesem Jahr bereits 69 „Wildpinkler“ auf frischer Tat ertappt und zur Kasse gebeten – doppelt so viele wie in Gelsenkirchen. Allerdings gibt es dort auch eine Cranger Kirmes mit viel Frevelpotential. . .

Veltins-Arena nennt keine Zahlen

In Bochum werden 35 Euro für „Wildpinkler“ fällig, in 2017 erwischte man allerdings auch dort nur im Schnitt fünf Sünder je Monat – der Weihnachtsmarkt schlug dabei noch nicht zu Buche..

Rund um und in der Veltins-Arena ist das Phänomen der Freiluft-Urinierer ebenfalls bekannt. Das Bußgeld für ertappte Sünder liegt hier unverändert bei 25 Euro. „Zu dem Thema gibt es keine neuen Entwicklungen oder Erfahrungen und über die Anzahl der „Ertappten“ machen wir keine Angaben“, erklärt Anja Kleine-Wilde, die Leiterin der Unternehmskommunikation der FC Schalke 04 e.V. auf WAZ-Anfrage.

Extra-Tarife für Karneval und den Dom in Köln

>> In Köln hat man für das dringliche Problem einen Runden Tisch mit Gastronomie und Karnevalsvereinen eingerichtet. Und appelliert an die Mitverantwortung und Achtsamkeit aller.

>> Urinieren an Bäume kostet dort 60 Euro (Karneval 85 Euro), an Hauswände 90, Spielplätze 115 und an den Dom gar 150 Euro. Weil der Schaden an dem kostbaren Gemäuer höher ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik