Ausstellung

Erinnerung an den Schriftsteller B. Traven

Eine B.-Traven-Ausstellung ist zurzeit  im IG Metall Haus in Gelsenkirchen zu sehen.

Foto: Thomas Gödde

Eine B.-Traven-Ausstellung ist zurzeit im IG Metall Haus in Gelsenkirchen zu sehen. Foto: Thomas Gödde

In der Geschäftsstelle der IG Metall an der Augustastraße 18 ist zurzeit eine Ausstellung über den Schriftsteller B. Traven zu sehen.

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Schauspieler, Gewerkschafter, Schriftsteller, Verleger. B. Traven war vieles, doch vor allem eines: ein Mysterium. Um ihn und sein Leben - oder das, was man heute darüber zu wissen glaubt - geht es in einer Ausstellung, die Besucher in der Geschäftsstelle der IG Metall in der Augustastraße 18 sehen können.

Großen Arbeitskampf angeführt

An den Wänden im Treppenhaus sind über zweieinhalb Stockwerke 19 Tafeln angebracht, die unter anderem auch seine Zeit in Gelsenkirchen dokumentieren. Otto Feige, wie B. Traven mit echtem Namen hieß, lebte von 1906 bis 1907 an der Viktoriastraße in Schalke. In dieser Zeit leitete der gelernte Handwerker, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, den deutschen Metallarbeiter-Verband, den Vorläufer der heutigen IG Metall. „Er hat sich stark in der Szene eingesetzt und in dem Jahr, in dem er in Gelsenkirchen war, einen großen Arbeitskampf der Klempner angeführt“, weiß Ralf Goller, politischer Sekretär bei der IG Metall.

Goller hatte gemeinsam mit Kollegen die Ausstellung, die im Auftrag des Heinrich-Heine-Instituts in Düsseldorf und des Theatermuseums der Landeshauptstadt entstand, im Bildungszentrum Sprockhövel gesehen - und den Bezug des bei den meisten als Schriftsteller bekannten Mannes spannend gefunden. Kurzerhand fragten die Gelsenkirchener Gewerkschafter, ob die Tafeln nicht auch in ihrer Stadt gezeigt werden könnten. „Wir wollten die Ausstellung einem breiten Publikum zugänglich machen. Das Treppenhaus wird täglich von vielen Mitgliedern benutzt, natürlich ist aber auch jeder Interessierte eingeladen, sich die Tafeln über das bewegte Leben von B. Traven anzusehen.“

Kulturabende in der Stadt

Im Mittelpunkt seines Schaffens bei der Metallarbeiter-Gewerkschaft stand für Otto Feige alias B. Traven neben dem Streik der Klempner die Organisation von Kulturabenden. Der später als Schauspieler am Düsseldorfer Landestheater schaffende Feige holte Opernsänger, Dichter und Theaterleute zu Kulturabenden nach Gelsenkirchen, rief selbst ein Arbeitertheater, den „Dramatischen Klub Freie Bühne“, ins Leben. „Die Verbindung von Agitation und Unterhaltung wird später das Markenzeichen des Autors“, heißt es auf einer Tafel.

Streiks und Kulturabende

Im Sommer 1907 verließ Feige Gelsenkirchen, gab an, auf Reisen zu gehen. Seinen Namen legt er ab und löschte seine Existenz aus. „Wie man an seiner Geschichte sieht, hat er nicht nur einmal einen radikalen Schnitt gemacht. Er führte ein sehr umtriebiges und bewegtes Leben“, sagt Goller. Am bekanntesten ist heute seine Identität als B. Traven, Autor der Romane „Das Totenschiff“ und „Der Schatz der Sierra Madre“.

Die Ausstellung und die Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist noch mindestens bis zum Ende des Jahres in der Augustastraße zu den Öffnungszeiten der Geschäftsstelle zu sehen: montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags bis 13 Uhr.

Dem Autor B. Traven widmete bereits das Trias-Theater ein ganzes Schauspiel nach dem Roman „Das Totenschiff“, das mehrfach im Kulturraum „Die Flora“ zu sehen war.

An seinem Wohnhaus an der Königsberger Str. 30 wurde eine Gedenktafel angebracht.

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