Annäherung

Ein Projekt namens Meryem, das Leben verändert

Insgesamt dreißig türkischstämmige Frauen feierten am Mittwoch den erfolgreichen Abschluss ihrer einjährigen Teilnahme am Projekt Meryem.

Foto: Martin Möller

Insgesamt dreißig türkischstämmige Frauen feierten am Mittwoch den erfolgreichen Abschluss ihrer einjährigen Teilnahme am Projekt Meryem. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Ein Jahr lang haben 30 türkische Frauen am Projekt „Meryem“ teilgenommen. In der Abschlusspräsentation wurden die Ergebnisse vorgestellt.

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Nach knapp einem Jahr blicken die 30 Frauen, die an der Erstauflage des Projekts „Meryem“ teilgenommen haben, zufrieden zurück und sind stolz auf das, was sie geschafft haben. Mit dem Ziel, ihre Deutschkenntnisse nachhaltig zu verbessern, soziale Kontakte zu knüpfen und sich selbst weiterzubilden, haben sich die Teilnehmerinnen – alle im Alter zwischen 25 und 50 Jahren – auf den Weg gemacht, ihr Leben zu verändern. In vier Projektphasen nahmen sie dazu an verschiedenen Gruppenaktivitäten teil, besuchten Exkursionen und Seminare.

Frauen den Alltag erleichtern

Das Angebot war vielfältig: Deutschunterricht, Expertenvorträge über Ernährung, Erziehung, Bildung oder Demenz, Näh- und Kochwerkstätte, gemeinsames Frühstück. „Wir sind mit der Absicht in das Projekt gestartet, Frauen, die in der Türkei geboren und dort zur Schule gegangen sind und die bisher kaum Kontakt zur deutschen Gesellschaft hatten, zu helfen, ihr Deutsch zu verbessern und ihre Umgebung kennenzulernen“, erklärt Anke Rikowski-Bertsch, Projektleiterin vom Verein RE/init. Dadurch soll den Frauen ihr Alltag erleichtert werden, so dass sie Behördenangelegen-heiten, Kita- oder Schulveranstaltungen sowie Arztbesuche eigenständig bewältigen können.

Projektbuch gibt Einblicke in die Lebenswelt

In der Abschlussveranstaltung am Mittwochmorgen wurden nun die Projektinhalte und Ergebnisse von den Teilnehmerinnen präsentiert. Bereits hier haben sie gezeigt, dass sie ihre Sprachlosigkeit überwinden konnten: Die Vorstellung erfolgte auf Deutsch. So trafen sich beispielsweise jeden Freitag einige Frauen zum gemeinsamen Kochen, wo auf Wunsch der Beteiligten auch deutsche Gerichte zubereitet wurden. „Das zeigt auch nochmal die Bereitschaft der Teilnehmer, sich der deutschen Gesellschaft anzunähern“, sagt Rikowski-Bertsch. Besonders stolz sind sowohl die teilnehmenden Frauen als auch die Lehrkräfte auf das Projektbuch, das unter anderem in der 15-köpfigen Kochgruppe entstanden ist. Neben tollen Rezepten gibt dies Einblicke in die Welt zwischen Orient und Gelsenkirchen.

„Ein Jahr und das Projekt sind um, aber gehen möchte hier keiner“, erklärt Projektmanagerin Özlem Schröder. Alle Beteiligten seien zu einer großen Gemeinschaft geworden. „Die Idee des Projektes ist zu 100 Prozent aufgegangen“, so Schröder. Deshalb startet ab März die zweite Auflage. Dann sollen auch 15 Frauen aus dem ersten Kurs wieder teilnehmen „Diejenigen Frauen, die sich besonders gut entwickelt haben, werden von uns weiter gefördert und erhalten ein Berufschoaching. So können sie ihre sprachlichen Kompetenzen weiter ausbauen“, sagt Schröder.

„Lebe wohl, mein schöner Kurs Meryem“

Am Ende der Abschlussveranstaltung haben zwei Teilnehmerinnen ein deutsch-türkisches Gedicht vorgetragen, das sie selbst über das Projekt verfassten. Abschließend hieß es da: „Hoşçakal - Lebe wohl, mein schöner Kurs Meryem.“ Mit Tränen in den Augen verabschiedeten sie sich von ihren Lehrkräften.

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