Am Ende der Woche

Ein Modell mit Zukunft in Gelsenkirchen

WAZ-Redakteurin Sibylle Raudies  

WAZ-Redakteurin Sibylle Raudies  

Gelsenkirchen.  50 Jahre Gesamtschule in Gelsenkirchen: Das Modell hat sich bewährt. Und es braucht mehr Gesamtschulplätze. Ein Kommentar

50 Jahre Gesamtschule Berger Feld und im ganzen Land: Während im Süden der Republik der Schulversuch skeptisch beäugt wurde, war die neue Schulform hier schon beim Start heiß begehrt. 1000 Anmeldungen gab es für die 350 Plätze. Es war ein wissenschaftlich begleitetes Experiment, das sich als erfolgreich erwiesen hat. Die Struktur der Gesamtschulen aber hat sich seither verändert. Die politische Arbeit ist in den Hintergrund, der Integrationsgedanke und die individuelle Förderung sind in den Vordergrund getreten.

Mehr Plätze, mehr Lehrer, mehr multiprofessionelle Teams

An der Beliebtheit vor Ort aber hat sich nicht viel geändert. Noch immer müssen in Gelsenkirchen viele Kinder, die eine Gesamtschule besuchen möchten, abgewiesen werden, weil es nicht genug Plätze gibt. Die Durchmischung der Schülerschaft entsprechend der Sozialstruktur in der Stadt – die Grundidee der Gesamtschule als eine Schule für alle – funktioniert nur bedingt, weil nicht genügend Kinder mit Gymnasialempfehlung hier angemeldet werden. Doch auch, wenn nicht alles perfekt läuft: Gelsenkirchen braucht mehr Gesamtschulplätze, mehr Lehrer dafür und mehr multiprofessionelle Teams, um alle Kinder mitnehmen zu können. Je eher, desto besser.

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