Serie: Die Parks in der Stadt

Ein Juwel: Schloß Horst mit seinem Park und der Kunst darin

Ein echtes Juwel: Das Schloss Horst mit dem umgebenden Park und den  Skulpturen.

Ein echtes Juwel: Das Schloss Horst mit dem umgebenden Park und den Skulpturen.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Horst.  In unserer Parkserie steht diesmal der Park am Gelsenkirchener Schloss Horst im Mittelpunkt.

Wenn man sieht, wie viele Naturoasen Gelsenkirchen hat, müsste die Stadt längst den Ruf einer „grünen Lunge des Ruhrgebiets“ haben. Denn an Parks zur nahen Erholung mangelt es nicht. „Die Stadt profitiert noch heute von den Volkserholungsanlagen, die als Gegengewicht zur wachsenden Industrialisierung geschaffen wurden, damit die Menschen sich von der schweren Arbeit erholen konnten“, erklärt Dr. Daniel Schmidt, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte. Diese Ideen verhalfen auch dem Park von Schloss Horst zu noch größerer Bedeutung.

Südlich der Schlossanlage lag der Schlosspark mit altem Baumbestand. 1920 wurden aber Teile des Geländes für die Anlage der Galopprennbahn Horst genutzt. Die übrig gebliebenen Flächen wurden ab 1925 mit sehr umfangreichen Baumaßnahmen zu einer Volkserholungsanlage umgestaltet. Als die Grünfläche fertiggestellt war, stand der Bevölkerung ein Gondelteich für lustige Kahnpartien zu Verfügung. Eine Terrassenanlage und ein Musikpavillon wurden neu gebaut.

In den 50er Jahren waren von der Pracht des Schlosses wenig übrig

Fast ein Vierteljahrhundert später gestaltete die städtische Gartenverwaltung die Grünanlage wieder um. 1954 wurden Rasenflächen angelegt, Rosen- und Staudenbeete sowie ein Sandspielplatz geschaffen. Von dem ehemals prachtvollen Schloss (es gehörte zu den frühesten und bedeutendsten Renaissance-Schlössern Nordwestdeutschlands) waren nur noch Reste vorhanden. Die historische Gebäudesubstanz war nur noch rudimentär vorhanden, Teile des Schlosses waren bereits eingestürzt. Aber man wollte den „steinernen Schatz“ retten und begann mit der Rekonstruktion.

Diese bauliche Wiederherstellung war verbunden mit einer neuen und illusionären Gartenlandschaft nach Plänen des Projektbüros Stadtlandschaft aus Kassel. Allerdings stellte es sich als überaus schwierig heraus, die Gräfte (eine westfälische Bezeichnung für einen Wassergraben) wieder mit Wasser zu füllen. Man wollte aber die historischen Gegebenheiten nicht einfach verändern und kam zu dem Ergebnis, den Wassergraben symbolisch darzustellen.

Wasserflächen mit blau blühendem Ehrenpreis angedeutet

Das Prinzip eines Wasserschlosses – eine große Distanz zwischen Innen- und Außenraum – wollte man aber weiterhin sichtbar machen. Aus dem Grunde wurden die Verbindungswege, die vom Gartenparterre auf der Gräfte-Insel in den Park führten, unterbrochen. Man entschied sich, die früheren Wasserflächen durch einen hohen Anteil an blau blühendem Ehrenpreis anzudeuten. Am Wassergraben entlang der nordwestlichen Fassade pflanzte man Bambus- und Schilfstauden.

Hainbuchenhecken als Symbol für die ehemaligen Schlosstürme

Die untere Gartenebene soll ganz bewusst an einen verwilderten Garten erinnern. Um den Eindruck zu erzeugen, wurden dunkle Ligusterhecken und Eiben gepflanzt, nutzte den Schatten der hohen Platanen und überließ Wiesenflächen sich selbst. Der obere Teil der Gartenebene sollte bewusst hell gestaltet werden, südländisch und gepflegt wirken. Die Hainbuchenhecken symbolisieren die ehemaligen Schlosstürme.

Dieser Teil des Gartenbereichs wird zudem durch Lindenspaliere geprägt, die auf Stämme gezogen wurden, Pflanzkübel mit Oleander verstärken den Eindruck eines Gartens in südlichen Gefilden. Die Öffnungen in den Heckengärten sind so angeordnet, dass man den Innenbereich nicht einsehen kann. Die Außenanlagen des Schlosses sind öffentlich zugänglich.

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