Himmelskörper

Ein Glückstreffer beim Merkur-Transit über Gelsenkirchen

Rund 1000 Bilder hat Peter Grabienski Montag von Sonne und Merkur über Gelsenkirchen gemacht. Bei einem flog der Jet so perfekt durchs Bild. Der Planet ist übrigens nur als kleiner, schwarzer Punkt zu erkennen.

Rund 1000 Bilder hat Peter Grabienski Montag von Sonne und Merkur über Gelsenkirchen gemacht. Bei einem flog der Jet so perfekt durchs Bild. Der Planet ist übrigens nur als kleiner, schwarzer Punkt zu erkennen.

Foto: Peter Grabienski

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Ein Jet vor der Sonne, der Merkur als winziger Punkt vor dem Stern. Den Merkur-Transit hat Peter Grabienski fotografiert. So gelang das Bild.

Auf dieses Motiv hat Peter Grabienski lange gewartet. Vier Stunden hat er Montag auf dem Hof in Ückendorf bei herbstlich-frischen sechs bis acht Grad Außentemperatur verbracht, stets die Kamera vor Augen, die Sonne im Blick. Der Grund für seinen beharrlichen Außeneinsatz hat sich allerdings vor weit längerer Zeit angebahnt: Am 11. November zog der Planet Merkur vor der Sonne vorbei, als kleiner Punkt zeichnete er sich vor dem Stern ab. Am 9. Mai 2016 hat es da zuletzt gegeben.

Spiegelteleskop mit 1350 Millimeter Brennweite

Alle 116 Tage läuft der Merkur zwischen Sonne und Erde durch. Doch nur alle paar Jahre ist er dabei als kleine schwarze Scheibe zu erkennen – natürlich nur mit einem speziell für die Sonnenbeobachtung ausgerüsteten Teleskop. Das hat sich Peter Grabienski vor gut einem halben Jahr angeschafft, ein Doppelspiegelsystem, Brennweite 1350 Millimeter, montiert auf einem speziellen Stativ mit Nachführung, um die Sonne in ihrem Lauf stets im Fokus zu behalten. Für die astronomischen Aufnahmen nutzt er eine Canon EOS 250 D. So ausgerüstet stand er an der Günnigfelder Straße auf dem Garagenhof, den Blick nach Südwesten. Und war zunächst einmal ernüchtert.

Montag hatte sich Grabienski extra frei genommen. Ab 13.34 Uhr sollte der Transit beginnen. „Ich habe um 13.45 Uhr angefangen, zu gucken. Aber da waren nur Wolken und nix zu sehen.“ Grabienski war klar: „Um 16.30 Uhr ist die Sonne bei uns ganz weg.“ Würden sich die Wolken nicht zeitig verziehen, bliebe es buchstäblich bei trüben Aussichten.

Länger nur trübe Aussichten eingefangen

Doch dann klarte es auf. Und der Fotograf legte los. „Im Laufe des Nachmittags habe ich circa 1000 Aufnahmen gemacht.“ Die – durch die Optik und Filter – weiße Sonnenscheibe, das wandernde Merkurpünktchen, all das mal mehr oder weniger klar und scharf. Mal flatterte ein Vogel durchs Bild, wurde aber eher als schwarzer Wischer digital verewigt. Und dann ergab sich das eine Bild von 1000, in dem alles passte: Sonne, Merkur, ein Linienjet, die Kondensstreifen-Fahne vor dem Himmelskörper. Perfekt. „Ein Glückstreffer“, freut sich Peter Grabienski.

In der Dunkelkammer Fotos entwickelt

Hobbyfotograf ist der Ückendorfer „seit fast 50 Jahren. Mein Großvater hat mich dazu gebracht“, sagt der 58-Jährige. Früher hat er oft in der Dunkelkammer gestanden, seine Fotos selbst entwickelt. Längst ist er auf digitale Fotografie umgestiegen. „Landschaft, Tiere, gerne Sport“. Die Astronomie hat ihn zwar schon lange interessiert, „aber ich hatte nie die Zeit dafür“, sagt der Informatiker. Die hat er sich nun genommen und sich für den Transit in die Kälte gehockt. Den Sternenhimmel will Peter Grabienski in Zukunft häufiger durch die Kameraoptik betrachten. Merkur, den innersten Planeten des Sonnensystems, wird er so erst wieder in einiger Zeit vor die Linse bekommen: Der nächste vollständige Durchgang steht am 13. November 2032 an.

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