Jubiläum

DRK-Kreisverband stellt sich im Jubiläumsjahr neuen Aufgaben

Christian Gorke, Mitarbeiter des DRK-Fahrdienstes, zeigte Brigitte Roesgen verschieden DRK-Produkte. Den Festakt im Hans-Sachs-Haus verband das DRK in Gelsenkirchen mit einem Markt der Möglichkeiten.

Christian Gorke, Mitarbeiter des DRK-Fahrdienstes, zeigte Brigitte Roesgen verschieden DRK-Produkte. Den Festakt im Hans-Sachs-Haus verband das DRK in Gelsenkirchen mit einem Markt der Möglichkeiten.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Mit einem Festakt begeht das DRK Gelsenkirchen das 125-jährige Bestehen. Beim Markt der Möglichkeiten werden Schwerpunkte der Arbeit vorgestellt.

Die Aktualität der Ereignisse vermag auch einem Festakt noch eine besondere, vor allem ungeahnte Note zu geben: Bei der nächtlichen Notlage auf der Autobahn 2 war das DRK im Einsatz, um die fest steckenden Auto- und Lkw-Fahrer zu versorgen und zu betreuen. An den selbstlosen Einsatz der „Kameraden aus Minden“ und an die Nachrichten vom Morgen erinnerte Dr. Hasan Sürgit, Vorstandsvorsitzender des DRK Westfalen-Lippe, bei der 125-Jahr-Feier des Rot-Kreuz-Kreisverbandes Gelsenkirchen im Hans-Sachs-Haus.

Bei der Übergabe der DRK-Ehrenmedaille an OB Frank Baranowski streifte er die Maxime des DRK-Gründers Henri Dunant, Träger des ersten Friedensnobelpreises 1901, vor dem historischen Hintergrund: „Der wahre Feind ist nicht die Nachbarnation, sondern ist der Hunger, die Kälte, die Armut und die Unwissenheit.“ Es sei nicht selbstverständlich, im Einsatz für das humanitäre Völkerrecht verlässliche, starke Partner zu haben, richtete er mit dem Kreisverbandsvorsitzenden Christian Deinert seinen Dank stellvertretend an Baranowski.

Gesichter und Geschichten im Film

Gesichter des Roten Kreuzes und damit einige der Schwerpunkt-Bereiche zeigte ein kurzer Film, und zur Überraschung der Gäste waren die Akteure auf der Leinwand und aus den Kurz-Interviews auf der Bühne auch gleich wieder draußen bei der „Rettungsshow“ und dem Markt der Möglichkeiten tatsächlich dabei.

Beispiele aus Gelsenkirchen zu bringen, fiel dabei leicht. Etwa, dass beim letzten Schalke-Fantag rund um die Arena 80 eigene Kräfte des DRK von verschiedenen auswärtigen Kreisverbänden unterstützt wurden. Rund 25 Mal pro Jahr sind die Helfer in Signal-Orange auf den Rängen und in den Gängen anzutreffen. Oder dass 1952 die erste Blutspende nach dem neuen System, mit dem das Blut haltbarer gemacht wird, in Buer stattfand. Auslöser für den Aufbau des Blutspendedienstes war eine Schlagwetter-Explosion auf Zeche Dahlbusch.

„Nordstern-Spende“ zum Ende des Steinkohle-Bergbaus

Bei der ersten Spende kamen 95 Menschen, heute listet das DRK für Gelsenkirchen rund 135.000 Spender seitdem auf. 528 Milliliter werden entnommen, 500 für die Konserve, 28 für die Proben zur Untersuchung. Zum Sondertermin im Herbst 2018 „Kohle im Blut seit 1952“ kamen 81 Spenderinnen und Spender.

Der Beginn der letzten Flüchtlingswelle wurde gestreift, als dem Kreisverband ein Zeitfenster von drei bis fünf Stunden blieb, um „mindestens 100“ Menschen mit dem Nötigsten vor Ort in der Erst-Unterkunft in der Hauptschule an der Mehringstraße zu versorgen. Seit 2015 bilde das Projekt „Flüchtlingshilfe im Quartier“ mit offenen Sprechstunden in Scholven, Hassel, Schalke-Nord und Bulmke-Hüllen einen Schwerpunkt der Arbeit.

Zwei „Herzensdinge“ stehen aktuell an

Die Herausforderungen reißen nicht ab, umrissen Christian Deinert und DRK-Geschäftsführer Johannes Heinrich. Es sind die Eröffnung der ersten Kindertagesstätte in DRK-Trägerschaft an der Ostpreußenstraße in Hüllen und der Um- und Ausbau der sanierungsbedürftigen Geschäftsstelle in Schalke-Nord, „zwei Herzensdinge“.

In der außerklinischen Intensivpflege sollen hier zwölf barrierefreie Wohnungen in einem wohl einzigartigen Vorhaben entstehen. Die Verwaltung zieht dazu ins Obergeschoss, das ehemalige Kindergarten-Gebäude „Im Sundern“, bezogen 1967, wird kernsaniert.

„Wir wollten am Ort bleiben und die alte Schale erhalten,“ erklärt Anja Happe, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, „und der Betrieb läuft während des Um- und Ausbaus weiter.“ Wie die Haltung der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte gegenüber neuen Herausforderungen.

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