Beratungsstelle

„donum vitae“ eröffnet neue Beratungsstelle in Gelsenkirchen

Annette van den Boom (Geschäftsführung), Barbara Hildebrand-Vohl (Beraterin), Brigitte Avramov (Verwaltung), Heike Bombeck (Beraterin), Elisabeth Gieseler (Vorstand) und Luidger Wolterhoff (Sozialdezernent Stadt Gelsenkirchen) (v.l.) trafen sich am Tag der Offenen Tür im neuen „donum vitae“-Quartier.

Foto: Michael Korte

Annette van den Boom (Geschäftsführung), Barbara Hildebrand-Vohl (Beraterin), Brigitte Avramov (Verwaltung), Heike Bombeck (Beraterin), Elisabeth Gieseler (Vorstand) und Luidger Wolterhoff (Sozialdezernent Stadt Gelsenkirchen) (v.l.) trafen sich am Tag der Offenen Tür im neuen „donum vitae“-Quartier. Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Der Verein donum vitae „Geschenk des Lebens“ hat seine Geschäfts- und Beratungsstelle von Gladbeck nach Gelsenkirchen verlegt. Ein Neuanfang.

Ein unscheinbares Haus in Babyrosa, im Schatten des Gelsenkirchener Bildungszentrums: Kinderwagen stehen im Flur, die Briefkästen verraten, dass viele Bewohner hier unter einem Dach wohnen. Und im Parterre gibt es Zuwachs: Vor wenigen Tagen ist die Geschäfts- und Beratungsstelle des Vereins „donum vitae“ („Geschenk des Lebens“) eingezogen.

Ein großes rotes Herz schmückt die Wand

„Dass unsere neue Beratungsstelle von außen so unauffällig ist, ist durchaus gewollt“, erklärt die geschäftsführende Beraterin Annette van den Boom: „Die Frauen, die uns aufsuchen, sollen anonym bleiben. An dieser Stelle ist auch für Passanten oder vorbeifahrende Autofahrer nicht zu erkennen, ob eine Frau hier eine der Familien im Haus oder unsere Beratungsstelle besucht“, fügt sie hinzu.

Denn wer zu donum vitae kommt, der ist schwanger in einer Notsituation oder in einem ungewollten Moment, hat Fragen zu Familienplanung, Sexualität, unerfülltem Kinderwunsch oder benötigt Trauerbegleitung nach dem Verlust eines Kindes. Donum vitae bietet in solchen Fällen Beratung, persönlich und kostenfrei. „Uns war es sehr wichtig, hier in Gelsenkirchen zwei sehr unterschiedliche Beratungsräume einrichten zu können“, sagt van den Boom – und zeigt einen kleinen, hellen Raum mit einem roten gemalten Herz an der Wand. Direkt nebenan ist ein größeres Beratungszimmer, das auch Platz für Gruppengespräche oder Konferenzen bietet.

Präsenz in Gelsenkirchen war gefragt

In dieser neuen Geschäftsstelle, die für Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop zuständig ist, arbeiten drei Beraterinnen in Teilzeit, eine Verwaltungskraft mit 30 Stunden und die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende Elisabeth Gieseler. „Unser Vereinssitz wird weiterhin in Gladbeck bleiben“, erzählt Gieseler. „Doch da die meisten, ja gut die Hälfte, unserer 600 Beratungsgespräche hier in Gelsenkirchen stattfinden, wollten wir hier vor Ort präsent sein“, betont sie.

Rund 60 bis 65 Prozent der Ratsuchenden kommen, weil sie den Nachweis brauchen, dass sie an einer Schwangerschafts-Konfliktberatung teilgenommen haben – diese Bescheinigung ist für einen eventuellen Schwangerschaftsabbruch gesetzlich vorgeschrieben.

Bestimmte Werte vermitteln – das Leben schützen

Und genau diese Beratungsgespräche waren es, die im Jahr 2000 zur Gründung des Vereines führten, der den Spruch „zur Förderung des Schutzes des menschlichen Lebens“ im Namen trägt. „Die katholische Kirche hatte sich damals aus der Beratungspraxis zurück gezogen, doch viele, denen die dort zuvor vermittelten Werte am Herzen lagen, wollten diese auch weiterhin an Frauen in Notlagen weitergeben“, erinnert sich Gründungsmitglied Elfriede Kuhmann. Zur Beratung kommen aber nicht nur katholische Frauen. „Auch viele Musliminnen nehmen unser Beratungsangebot in Anspruch, weil sie wissen, dass wir bestimmte Werte vermitteln“, sagt Annette van den Boom.

Frauen suchen vor Untersuchungen Rat

„Immer öfter holen sich Frauen bei donum vitae auch Rat vor einer Untersuchung zur Pränataluntersuchung“, sagt Beraterin Annette van den Boom. Die neue Anlaufstelle von donum vitae ist an der Overwegstraße 49 zu finden, 0209 1702730.

Der Verein wird zu 80 % vom Land NRW finanziert, erhält Zuschüsse von der Stadt Gelsenkirchen und vom Kreis Recklinghausen. Trotzdem bleibt eine Finanzierungslücke, die durch Spenden geschlossen werden muss. Info dazu auf donumvitae.org.

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