Kultur

Domsinger glänzen bei Bach-Oratorium in Gelsenkirchen

Die Essener Domsänger sowie mehrere Solisten gaben am Wochenende ein Weihnachtskonzert in Gelsenkirchen-Buer. Zu hören gab es das Bach-Weihnachtsoratorium. Hier zu sehen: Altistin Beate Koepp.

Die Essener Domsänger sowie mehrere Solisten gaben am Wochenende ein Weihnachtskonzert in Gelsenkirchen-Buer. Zu hören gab es das Bach-Weihnachtsoratorium. Hier zu sehen: Altistin Beate Koepp.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Die Essener Domsänger sowie mehrere Solisten gaben ein festliches Konzert in Gelsenkirchen-Buer. Zu hören gab es das Bach-Weihnachtsoratorium.

„Jauchzet, frohlocket!“ Es ist Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, dieses musikalische Wunderwerk, das auch heute noch immer für viele Menschen jenseits von Glühwein und Großeinkaufsstress die festliche Zeit tatsächlich einläutet. Mit Bach zur Besinnlichkeit: Den prächtigen Jubelgesang zur Einstimmung auf das Fest von Christi Geburt intonierten am Samstagabend in der gut gefüllten Propsteikirche St. Urbanus die großartigen Essener Domsingknaben mit ihren glockenhellen, ausgezeichnet einstudierten Stimmen.

Anderthalb wunderbare Stunden des Innehaltens

Auch oder gerade weil Musikliebhaber so manche Arie, so manchen Choral des barocken Meisterwerks innerlich mitsingen können, zieht das Oratorium die Menschen magisch an. Das Konzert in St. Urbanus lieferte gleichermaßen chorischen Genuss in passendem Rahmen als auch eine großartige Chance, so kurz vor dem Heiligen Abend eine Weile schlicht inne zu halten. Zumindest für anderthalb wunderbare Stunden lang.

Ein Risiko nannte es Propst Markus Pottbäcker in seiner Begrüßung, in diesen unruhigen Tagen kurz vor den Feiertagen ein solch hochkarätiges Konzert anzubieten. Es hat sich gelohnt. Kirche gut besetzt, Konzert weitgehend überzeugend, der Beifall herzlich.

Wunderwerk der musikalischen Weltliteratur

Drei der insgesamt sechs Kantaten des 1734/35 komponierten, beliebten Wunderwerks der musikalischen Weltliteratur, kamen zur Aufführung. Unter der aufmerksamen, fordernden Leitung von Harald Martini fächerten die vielstimmig jauchzenden Essener Domsingknaben, das Barockorchester Le Chardon, ein Solistenquartett und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing die musikalische Bandbreite von üppig schwelgerischem Prunk und Glanz bis hin zu intimer, schlichter Andacht auf.

Das mit schlankem Klang musizierende Barockorchester „Le Chardon“ (die Distel“) entstand 1995 und vereint Musiker aus ganz Europa, die den Kantaten den strahlenden und pastoralen Teppich auslegten und den Gleichklang mit der großen Sängerschar suchten. In den virtuosen und lyrischen Arien glänzte Christine Alexander mit klarem, geschmeidigen Sopran, als Evangelist wirkte Gustavo Martin-Sanchez mit flexiblem Tenor in textverständlichen Rezitativen mit. Warm strömend der Alt von Beate Koepp, Richard Logiewa übernahm den Bass-Part.

Sie alle schilderten in gemeinsamer Anstrengung in Chorälen, Arien und Rezitativen die Geburt Jesu in Bethlehem, die Verkündigung des Engels und die Anbetung des Kindes durch die Hirten.

Die zahlreichen Akteure spendierten nach dem langen Beifall noch eine Zugabe. Das prachtvoll glänzende Konzert hat mit Pauken und Trompeten die Vorfreude auf das Fest des Weihnachtswunders geweckt. Auch wenn im Konzert einige Plätze frei blieben, am Heiligen Abend werden sie es zuverlässig nicht sein. Jauchzet, frohlocket!

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