Coworking-Spaces

Digitalisierung: Was Firmen von „Coworkern“ lernen können

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Rüdiger Klatt betreut das NewWorkLab im Gelsenkirchener Wissenschaftspark.

Rüdiger Klatt betreut das NewWorkLab im Gelsenkirchener Wissenschaftspark.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Rüdiger Klatt vom Gelsenkirchener Wissenschaftspark ist Experte für das Arbeiten in Coworking-Spaces. Er sieht „Coworker“ als digitale Vorreiter.

Viele Unternehmen satteln bedingt durch Corona und den damit verbundenen Vormarsch des Homeoffices auf neue Arbeitsformen um. Firmen und deren Mitarbeiter oder Freiberufler, die schon lange sogenannte „Coworking-Spaces“ nutzen, haben Vorteile: Sie sind bereits mit digitalen Prozessen und Arbeiten auf Distanz vertraut.

Aber was ist Coworking? Es geht darum, Räume zur Miete anzubieten, in denen Menschen – entweder selbstständig oder von Unternehmen entsandt – gemeinsam arbeiten. Rüdiger Klatt betreut seit der Gründung im Jahr 2018 den Coworking-Space „NewWorkLab“ im Gelsenkirchener Wissenschaftspark. Er ist verantwortlich für das dort angesiedelte, vom Land NRW geförderte Projekt „CoWin“, das neue Arbeitsplatzmodelle für Pendler erprobt.

Coworker sind mit vielen digitalen Hilfsmitteln schon vertraut

In dem Coworking-Space werden schon länger Technologien genutzt, die Distanzarbeit ermöglichen. Neben Videokonferenzen über Skype, Zoom oder Microsoft Teams wird hier beispielsweise ein Programm verwendet, das die Live-Bearbeitung eines Dokumentes an zwei verschiedenen Orten ermöglicht. „Corona hat die Kollaborations-Tools, die für den NewWorkLab selbstverständlich sind, auf jeden Fall gefördert“, sagt Klatt.

Auch zum Thema Virtual Reality (VR) wird im Coworking-Space geforscht. Klatt beschreibt einen „virtuellen Konferenzraum“: Avatare der Mitarbeiter können sich dort per VR-Brille in einem virtuellen Raum treffen, gemeinsam Dokumente bearbeiten und sich austauschen.

„Digitalkompetenz und das Modell Homeoffice immer wichtiger“

Bei der Nutzung der VR-Brille sieht Klatt aber nicht nur Vorteile. „Auch wenn die Brillen besser und leichter werden, ist ein langfristiges Arbeiten damit schwerfällig. Zudem lassen sie sich nicht überall einsetzen. Für spezielle Angebote, wo es zu den Arbeitsabläufen passt, ist sie hingegen eine Bereicherung“, sagt er.

Sozialwissenschaftler Rüdiger Klatt ist sich sicher, dass Corona das Arbeiten verändert. „Digitalkompetenz und das Modell Homeoffice sind zumindest an mancher Stelle für Unternehmen und deren Mitarbeiter immer wichtiger“, sagt er.

Coworking ist trotz Corona-Lockdown weiter erlaubt

Coworking ist in dem 300 Quadratmeter großen Raum im Wissenschaftspark trotz des Corona-Lockdowns weiterhin erlaubt. Trotzdem gelten für die eingemieteten Nutzer besondere Regeln. Die Schreibtische stehen zum Beispiel mindestens zweieinhalb Meter voneinander entfernt, vor Arbeitsbeginn müssen sie desinfiziert werden.

Die Ergebnisse des Modellprojekts „CoWin“ werden in dem digitalen Workshop „Virtual Reality und Coworking: Eine Bilanz nach 2 Jahren Feldexperiment“ vorgestellt. Die Veranstaltung findet per Zoom am Freitag, 26. Februar, zwischen 9 und 11.30 Uhr statt (Anmeldung per Mail an: r.klatt@fiap-ev.de).

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