Kriminalstatistik 2017

Polizei verzeichnet weniger Straftaten in Gelsenkirchen

Die Zahl der Einbrüche ist im Jahr 2017 in Gelsenkirchen deutlich gesunken.

Die Zahl der Einbrüche ist im Jahr 2017 in Gelsenkirchen deutlich gesunken.

Foto: Daniel Maurer

Gelsenkirchen.   Kriminalstatistik 2017: Die Quote sank in Gelsenkirchen um 4,29 Prozent. Die Aufklärungsquote erreicht mit 51,33 Prozent einen Höchststand.

Was für das Land NRW gilt, ist ebenso in Gelsenkirchen festzustellen: Die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten ist gesunken – von 24 434 auf 23 387, das ist ein Rückgang um 4,29 Prozent. Mit 51,33 Prozent hat die Aufklärungsquote dabei einen neuen Höchststand seit dem Jahr 2000 erreicht. „Daher gilt der Dank auch in erster Linie den Kollegen, die mit ihrer engagierten Arbeit diese guten Nachrichten möglich gemacht haben – und das angesichts unserer personellen Lage“, sagte Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer bei der offiziellen Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2017.

Öffentliche Diskussionen

Rückläufige Zahlen können die Gesetzeshüter auch in vielen Teilbereichen verzeichnen, die in der öffentlichen Diskussion mit vielen Emotionen begleitet werden. Der Leiter der Direktion Kriminalität, Jörg Henschel, freute sich insbesondere über den spürbaren Rückgang von Diebstählen. 1444 Fälle weniger (siehe Grafik oben), respektive minus 12,24 Prozent – „das ist eine Quote, die wir seit gefühlt 20 Jahren nicht mehr hatten“.

Problematisch bleibt dabei aber der Umstand, dass viele Opfer „den Verlust erst sehr spät merken“ und die Polizei es dann sehr schwer hat, über Tatort, Zeit und etwaige Zeugen Rückschlüsse zu ziehen.

Die Veränderung bei den Diebstählen führt die Polizei auf die Einführung der „beschleunigten Verfahren“ zurück, die Täter merkten schnell, dass das Risiko, direkt in Haft zu müssen, erheblich größer geworden ist. Dazu beigetragen haben aus Sicht der Polizeibehörde auch Aufklärungskampagnen, die verstärkte Präsenz auf der Straße und auch der Einsatz von Sonderkommissionen.

Ein Einbruch hinterlässt bei den Opfern Spuren

Sichtbar wird diese Entwicklung auch in der Sparte Wohnungseinbruchsdiebstahl, ein solcher hinterlässt in der Regel „tief traumatisierte Bürger“. 2015 lag die Zahl der Fälle noch bei 1454, 2016 bei 873 und im Vorjahr bei 740 – ein Rückgang innerhalb eines Jahres um 15, 23 Prozent.

Ausbaufähig ist hier aber die Aufklärungsquote, sie lag bei 14,46 Prozent. In NRW liegt sie bei 16,7 Prozent. Noch immer machen da reisende Tätergruppen den Ermittlern zu schaffen. Nichtsdestotrotz gibt es Anlass zur Hoffnung, denn laut Polizei habe seit einiger Zeit bei den Wohnungsbaugesellschaften und auch bei Privatleuten ein Umdenken eingesetzt, ihre vier Wände nach Vorgabe der Experten (gerade die Polizei ist da an vorderster Front tätig) aufzurüsten mit Sicherungssystemen.

Erhöhte Wachsamkeit ist wichtig

Wie wichtig Vorsorge und erhöhte Wachsamkeit sind, das belegt allein die Schadenssumme aus Diebstählen in 2017: rund zehn Millionen Euro. Fahrräder schlagen dabei mit rund 753 000 ins Kontor, Kfz-Diebstahl mit 1,1 Millionen Euro, Taschendiebstähle immerhin noch mit rund 550 000 Euro – das Gros, rund 2,2 Millionen Euro, macht der Wohnungseinbruch aus.

Anne Heselhaus-Schröer versprach mit Blick auf die Zukunft eine Fortsetzung von stärkerer Präsenz und Präventionsmaßnahmen der Polizei – „in verdeckter wie offener Form“. Sie hofft, dass auch Gelsenkirchen von den landesweit 500 neuen Stellen für 2019 profitieren wird. Wie groß der Zuschlag ausfällt, ist aber noch offen.

Detaillierte Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung in Gelsenkirchen finden Sie hier:

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