Künstlerin

Die Wandmalerei ist jetzt ihre große Leidenschaft

Die Künstlerin Bine Schaskowski hat eine Wand ihres Wohnzimmers als Fenster gestaltet.

Foto: Olaf Ziegler

Die Künstlerin Bine Schaskowski hat eine Wand ihres Wohnzimmers als Fenster gestaltet. Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Buer-Bülse.   Bine Schaskowski (62) hat sich der Wandmalerei verschrieben. Auf graue Wände zaubert sie Südseeatmosphäre, Wiesen oder Schalke-Wappen.

Künstlerisch unterwegs war sie immer schon. „Das wurde mir in die Wiege gelegt“, sagt die 62-jährige Bine Schaskowski. Geboren wurde sie in Rotthausen, war lange in Schalke zu Hause und lebt jetzt in Buer-Bülse. Was sie künstlerisch unternimmt, hängt immer davon ab, welche Phase sie gerade durchlebt. Zurzeit ist es großflächige Wandmalerei, die sie fasziniert.

Aus grauen Containern entstehen Blumenwiesen

Je nach Geschmack des Auftraggebers lässt sie triste, weiße Wände in karibischem Licht mit Sandstrand und Palmen erstrahlen, zaubert einen ganzen Bauernhof auf graue Container oder verwandelt einen alten Wohnwagen in eine fröhliche Blümchenwiese mit Schmetterlingen und kleinen Würmchen.

Dabei geht sie auch schon mal ein größeres „Berufsrisiko“ ein. Bei einer Wandmalerei hatte sie extrem wenig Platz, musste ihre Füße so akrobatisch platzieren, dass die Zehenspitzen nach rechts und links außen zeigten. Und dann verlor sie beim Malen den Halt, kippte in voller Kleidung rückwärts in einen Teich und befand sich mit Pinsel und Farbe auf Augenhöhe mit Goldfischen.

Wenn sie großflächig malt, vergisst sie das Essen

So etwas kommt allerdings eher selten vor. Normalerweise geht alles glatt. Wenn sie Garagen bemalt, natürlich wird das Schalkezeichen öfter nachgefragt, braucht die 62-Jährige einen Tag. Dann vergisst sie alles um sich herum, dann ist nur Leidenschaft da. „Ich brauche nichts zu essen oder zu trinken, ich will dann einfach nur malen“, sagt sie. Reich werden kann sie von ihrer Kunst nicht. „Größere Aufträge sind eher selten“, sagt sie. Deshalb hat sie auch noch einen ganz normalen Beruf, fährt Kinder, die Förderbedarf haben, zur Hansaschule und holt sie wieder ab.

Geprägt wurde sie vom Vater, zu dem sie ein tolles Verhältnis hatte. „Ich war Papas Kind“, freut sie sich noch immer. Und Papa, Hans Grempel (1923-2006), war Industriefotograf und hinterließ ein riesiges Archiv. „Die Zeche Zollverein hat sein Archiv aufgekauft und stellt ihn, je nach Ausstellungsthema immer mal wieder mit aus“, sagt Bine Schaskowski.

Von der Decke beobachtet E.T. die Besucher

Zu ihrer Schwester hat die Gelsenkirchenerin ein super gutes Verhältnis. Auch sie ist künstlerisch tätig. „Einige große Wandbilder haben wir zusammen gemalt. Wir passen uns da gut aneinander an“, sagt die schlanke Dame, vor der kein Material sicher ist. Aus dem Nachlass ihrer Schwiegermutter hatte sie eine große Kiste mit Knöpfen, die sie zu einem Bild verarbeitete. Ein großer Baum ist zu sehen, bei näherer Betrachtung stellt es sich als ein Muster aus Knöpfen heraus. Ihr Wohnzimmer ist eine riesige Bücherwand – eine optische Täuschung, denn die Bücher sind auf die Wand gemalt. Von der Decke guckt E.T. auf die Besucher herab, die andere Ecke des Wohnzimmers gewährt einen Blick über eine Mauer in einen hübschen Garten mit einer Windmühle inmitten einer grünen Landschaft. Ihre Küche in dem hundert Jahre alten Haus hat sie bemalt – in grau mit ganz wenig rot dabei.

Viele Kunstwerke sind aus Glas mit Lichterketten drin

Was die Künstlerin immer wieder fasziniert, ist Glas. Viele unterschiedliche Formen hat sie kreiert, meist mit kleinen Lampen versehen, so dass sie die verschiedenste Lichtquellen im Wohnzimmer hat, die das Licht in dem Glas unterschiedlich brechen.

>> Steinteppich verschönert den Fußboden

Selbst der Fußboden im Haus von Bine Schaskowski ist außergewöhnlich. Kein Teppich, keine Fliesen, kein Linoleum. Sie hat sich von einem Spezialunternehmen einen Steinteppich gießen lassen.

Das ist eine Harzmasse mit kleinen Steinchen, die auf den Boden gegossen wird. „Ein Material für die Ewigkeit.“

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