Am Ende der Woche

Die Umbaupläne für die Bochumer Straße sind vielversprechend

Steffen Gaux, Leiter der WAZ-Redaktion Gelsenkirchen  

Steffen Gaux, Leiter der WAZ-Redaktion Gelsenkirchen  

Foto: Kai Kitschenberg

Die Stadt will die Bochumer Straße in Gelsenkirchen aufhübschen. Ab Ende 2021 werden mindestens acht Millionen Euro investiert. Ein Kommentar.

Wenn Kamera-Teams deutscher Fernsehsender im Ruhrgebiet unterwegs sind und wieder einmal dokumentieren wollen, wie marode hier alles ist, dann fahren sie gerne zur Bochumer Straße nach Gelsenkirchen-Ückendorf. Eine einstige Prachtstraße, die heute so aussieht wie sie aussieht: weitestgehend heruntergekommen. Solche Bilder untermauern einfach eindrucksvoll Nachrichten von schlechter Lebensqualität. Dass es hier nicht überall so aussieht: egal! Hauptsache das Bild brennt sich immer besser ein in die Gehirne jener Menschen, die das Ruhrgebiet eben nur aus dem TV kennen. Wenn sie dann wirklich mal hier sind, heißt es meistens ungläubig: Was, so grün ist das bei euch??

Insofern ist es schön zu sehen, was sich dort bereits tut – und noch besser: was sich dort in den nächsten Jahren noch alles tun soll. „Die einstige Prachtstraße soll wieder prächtig werden“, sagte Janine Feldmann von der Koordinierungsstelle Stadterneuerung diese Woche. Und wenn man sich die Pläne zur Neugestaltung des 700 Meter langen Straßenabschnitts anschaut, dann kann sie damit absolut Recht haben.

Möge die Mission Bochumer Straße gelingen

Eine nur 15 Meter breite Straße so aufzuhübschen, mit Geh- und Radwegen, mit Grünstreifen und Platz für Außengastronomie – das gleicht zum einen der Quadratur des Kreises, zum anderen dokumentieren die Pläne aber auch den entschlossenen Willen, die Schandflecke dieser Stadt nach und nach anzugehen. Wenn man den Zustand dann sogar noch ins Gegenteil verkehren und die Bochumer Straße zu einem Aushängeschild machen kann, dann klingt das ganz wunderbar. Möge die Mission gelingen!

Schade ist einzig allein die Tatsache, dass es erst Ende 2021 losgehen soll. Aber dass der knappe Haushalt der Stadt Gelsenkirchen eine solche Maßnahme (mindestens acht Millionen Euro) nicht mal eben zulässt, ist auch klar.

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