Chöre im Süden

Die Swingfoniker – Chorsänger mit Herz und Seele

 Die Swingfoniker in ihrer aktuellen Besetzung. Den Chor gibt es seit 1992.

 Die Swingfoniker in ihrer aktuellen Besetzung. Den Chor gibt es seit 1992.

Foto: Swingfoniker

Gelsenkirchen.  Die „Swingfoniker“ haben als Chor ein Renommee weit über die Stadtgrenzen hinaus. Ihr Rezept: emsige Arbeit und ein reges Miteinander.

„You raise me up“, erklingt es mehrstimmig aus vielen Kehlen. Sehr schön und berührend emotional stellen sich die Swingfoniker hier vor. Es herrscht ein Gleichgewicht zwischen warmen Männerstimmen und starken Frauenstimmen. Das Dirigat zielt ab auf gute Interpretation, saubere Sprache und den richtigen Ausdruck.

„Wir sind Chorsänger mit Herz und Seele“, sagt Chorleiter Lutz Peller über „seine“ Swingfoniker. Die sind tatsächlich mehr als nur eine Gesangsgemeinschaft. Das Miteinander reicht darüber weit hinaus. Schon weil viele sich noch aus der Jugend kennen, damals zusammen erste musikalische Schritte machen.

Erste Konzerte machen die Swingfoniker schnell bekannt

„Der Kern war 1992 ein gutes Dutzend Sänger aus dem Erler Kinderchor. Die sagten, wir wollen singen, sind aber keine Kinder mehr“, erinnert Lutz Peller an die Anfänge des Chores. Schon damals ist er der Leiter. Mit bis zu 20 Sängern absolviert er die ersten Proben an kurioser Stätte: der Diskothek „Alte Hütte“. Die ist sonntags geschlossen. Das passt. Am Abend nämlich wird geprobt. Mit Erfolg. Erste Konzerte folgen bald und machen den Chor schnell bekannt. Auch seines ungewöhnlichen Repertoires wegen, das Lutz Peller gern einstudiert. „Wir machen viele Mottokonzerte von den Swinging Sixties über Bonanza bis hin zu Elvis Presley.“

Die Liste der absolvierten Auftritte beeindruckt, mal mit der Begleitung eines ganzen Symphonieorchesters, mal mit der einer Band. Fernsehauftritte stehen ebenso auf der Liste wie vier eigene CD-Produktionen, Konzertreisen durch Italien und Auftritte im Rahmen der Kulturhauptstadt. Im Dezember dieses Jahres steht ein gemeinschaftliches Konzert mit dem Thyssen-Krupp-Chor und begleitet durch ein Kammerorchester in der Mercatorhalle in Duisburg an. „Dass wir das dürfen, empfinden wir als Geschenk.“

Die Gemeinde gibt dem Chor seit Jahren eine Heimat

Aber auch in der nächsten Umgebung stehen die Sänger auf der Bühne, wirken etwa mit beim Sommerkonzert in der evangelischen Christuskirche in Bismarck. Die Gemeinde gibt dem Chor seit Jahren eine Heimat.

Da erstaunt es wenig, dass die Swingfoniker keine Nachwuchssorgen haben. „Die meisten Anfragen kommen nach unseren Konzerten. Wir wachsen immer mehr“, sagt der Chorleiter nicht ohne Stolz. Knapp 60 Sänger sind es aktuell. Und doch, es gibt Bedarf. „Wir würden uns über dynamische junge Männer sehr freuen“, sagt Jochen Jankowski, der Pressekoordinator.

Chor kann mit ollen Männerstimmen aufwarten

Zwar kann man mit tollen Männerstimmen aufwarten, geht es nach den Sängern selbst, dürfen es aber gern noch mehr werden. Zumal, bewerben sie das Vergnügen einer Mitgliedschaft, viel Spaß auf neue Sänger warte. „Die Freude am Singen und das Miteinander stehen im Mittelpunkt“, schwärmt Hubert Wolf, der 1. Vorsitzende. „Und dass wir nicht dieses antiquierte Repertoire singen.“

Immer wieder will der Chor, bei aller Freude am Gesang, auch mal wissen, wo er qualitativ steht. Deswegen nimmt man hier und da an Wettbewerben teil. Verstecken muss man sich auch dabei nicht. „Wenn wir angetreten sind, haben wir auch einen Titel errungen“, verrät der Chorleiter, der so viel über solch Erfolge aber gar nicht sprechen will. „Wir sind gut, aber wir kennen auch unsere Schwächen.“ Zu hören sind die aber selbst in der Probensituation kaum. Jetzt steht „Der Leuchtturm“ auf dem Plan. „Ich geh’ mit dir wohin du willst“, stimmt der Alt an. Dann entfaltet sich eine A-cappella-Version dieses Nena-Titels, charmant wie außergewöhnlich und eine tolle Renaissance des alten Hits.

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