Stadtumbau

Die nächste City-Großbaustelle in Gelsenkirchen

Ein letztes Bild vom Ist-Zustand: Der Blick Richtung MiR wird sich ab Montag grundlegend ändern. 

Foto: Michael Korte

Ein letztes Bild vom Ist-Zustand: Der Blick Richtung MiR wird sich ab Montag grundlegend ändern.  Foto: Michael Korte

Altstadt.   Zwischen Hans-Sachs-Haus und Musiktheater beginnt der dritte Bauabschnitt der Ebertstraße. In zwei Jahren werden 6,9 Millionen Euro verbaut.

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Stadtumbau ist Langstrecke. Und eigentlich auch nie fertig. Dennoch: Eine entscheidende, und in diesem Bereich zumindest finale Umbauphase, beginnt Montag zwischen Hans-Sachs-Haus (HSH) und Musiktheater im Revier (MiR). Der dritte Bauabschnitt längs der Ebertstraße beginnt. 24 Monate Bauzeit sind geplant, verbaut werden mit Fördermitteln des Landes kalkuliert 6,9 Millionen Euro. Rund 1,3 Millionen davon kommen aus der Stadtkasse.

Ersatzverkehr für die Straßenbahnlinien 107 und 302

Die Kernbotschaft zum Baustart seitens der Verwaltung lautet: Der gesamte Bereich wird ab 2018 Großbaustelle. Doch Zufahrten und Rettungswege bleiben erhalten, provisorische Fußgängerverbindungen werden je nach Bauzustand hergestellt, Parkplätze werden in der Bauzeit entfallen (an einer Lösung fürs Anwohner-Parken wird noch gearbeitet), die Ebertstraße wird zur Einbahnstraße in Richtung Musiktheater. In längeren (vor allem Ferien)-Phasen wird es Ersatzverkehr für die Straßenbahnlinien 107 und 302 geben – wenn über und an der Rampe des Stadtbahntunnels gearbeitet wird und Fahrdrähte zeitweilig abgekoppelt werden. Ersatzhaltestellen entstehen an Kennedyplatz und Florastraße. Zudem wird die Bogestra im Zuge der Platz-Neugestaltung auch ihre Gleisanlagen erneuern. All das, räumt Janine Feldmann, Abteilungsleiterin Stadtplanung ein, sei „mit Hürden und Hindernissen“ für Passanten, Anwohner und Gewerbetreibende verbunden.

Flächen aufwerten, Barrieren abbauen

Ein kleiner Rückblick: 2004, mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland zwei Jahre später, ging die Initialzündung vom Hauptbahnhof aus. Der Komplex wurde zeitgemäß umgestaltet, die Bahnhofstraße erneuert. Die vergangenen Jahre wurden Ahstraße und Heinrich-König-Platz, der Bereich vor dem HSH und zuletzt der Neumarkt Großbaustellen. Allein am Heinrich-König-Platz wurden rund 12 Millionen Euro investiert.

Nun wird das Programm „City 2004“ zwischen Vattmann- und Florastraße vollendet. Der Anspruch: Die Flächen aufwerten, Barrieren abbauen, Sichtbeziehungen herstellen, dunkle Ecken beseitigen, Flanier- und Spielbereiche schaffen, die Aufenthaltsqualität erhöhen. Streit gab es an der Ebertstraße um die Baumfällungen. Der ursprüngliche Plan wurde korrigiert. Dennoch fielen im Frühjahr 41 Bäume. 27 Bestandsbäume sollen erhalten bleiben. Insgesamt werden im Zuge des Stadtumbaus 56 Bäume neu gepflanzt, davon allerdings 18 als Ersatz am Margarethe-Zingler-Platz.

Weiteres Grün soll zudem in den Bereich kommen – über die künftig begrünten neuen Dächer der Bahnhaltestelle und die „grüne Welle“, eine Rasenfläche über und am U-Bahn-Schacht.

>> Die Fakten:

Breite Bürgerbeteiligung hat es im Zuge des Stadtumbaus zu vielen Stationen gegeben. Die vorerst letzte Info-Veranstaltung gab es zu Wochenbeginn. Auch während der Bauzeit von 24 Monaten soll es kontinuierliche Informationen zum Bauvorhaben geben.

Kontinuierliche Information

Informiert wird durch einen Baustellen-Newsletter. Anmeldung unter E-mail an stadtumbaubuero@gelsenkirchen.de. oder 0209 944 31 220. An jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat sind zudem von 16 bis 17 Uhr Sprechstunden geplant.

Die Bauetappen

Mit der Baustelleneinrichtung beginnen die Arbeiten Montag, 13. November. Eine Woche später startet der Umbau mit dem Abbruch des Blue-Box-Pavillons. Entgegen dem Uhrzeigersinn geht es dann im großen Bogen in zwölf Etappen voran: Umbau Ebertstraße, Platzgestaltung der Nahverkehrshaltestelle samt Schienenbereich, Fläche vor dem Bildungszentrum und zuletzt Grünanlage am ehemaligen Versorgungsamt sowie Bereich an der Vattmannstraße.

Vier-Tage-Woche

Mit der Baufirma (sie beschäftigt vor allem Montage-Kräfte) wurde ein Vier-Tage-Betrieb auf der Baustelle vereinbart – von montags bis donnerstags. Im Winter wird an 38 Wochenstunden gearbeitet, in der Sommerzeit 42,5 Stunden.Von den längeren Ruhepausen zum Wochenende verspricht man sich seitens der Stadt auch weniger Belästigung für die Anlieger, über Weihnachten und Neujahr ruht die Arbeit.

Keine Anlieger-Abgaben

Da sämtliche Baumaßnahmen der städtebaulichen Aufwertung und Gestaltung dienen, werden Kosten nicht auf Anlieger umgelegt.

Provisorische Beleuchtung

Während noch über Alternativen fürs Anwohnerparken nachgedacht wird, ist für ein anderes Problem die Lösung bereits vereinbart: „Die Baufirma wird in der Bauzeit im gesamten Bereich eine provisorische Straßenbeleuchtung einrichten“, so Janine Feldmann, Abteilungsleiterin Stadtplanung.

Überraschungen Inklusive

60 Zentimeter stark wird der neue Straßenaufbau. Entsprechend tief wird der bisherige Belag abgegraben „Es kann immer Überraschungen geben. Wir wissen nie, was wir vorfinden“, stellt sich Michael Stappert auf mögliche Komplikationen ein.

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