Preisverleihung

Die „Migradonna 2018“ in Gelsenkirchen ehrt eine Peruanerin

Lorenza Domar (links) freute sich sichtlich über die Auszeichnung – und über den Migradonna-Preis, den ihr Bürgermeisterin Martina Rudowitz in der Gelsenkirchener „Flora“ überreichte.

Lorenza Domar (links) freute sich sichtlich über die Auszeichnung – und über den Migradonna-Preis, den ihr Bürgermeisterin Martina Rudowitz in der Gelsenkirchener „Flora“ überreichte.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Bürgermeisterin Martina Rudowitz würdigte die diesjährige Preisträgerin, Lorenza Domar, in Gelsenkirchen für ihr Engagement im Tossehof.

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Ein Preis von Migrantinnen für Migrantinnen und wohl der einzige seiner Art in Nordrhein-Westfalen, dieser Abend im Kulturraum „Flora“ schwelgte in Stolz und Feierlichkeit. Es galt immerhin, die „Migradonna 2018“ auszuzeichnen, bereits seit 2008 verliehen an „starke Frauen“, wie Festrednerin Regina Humke unterstrich, die Referentin im NRW-Ministerium für Flüchtlinge und Integration.

Der Name der Preisträgerin, auserkoren von einer sechsköpfigen Jury, blieb noch eine ganze Weile ungenannt, die Stimmung gleichermaßen gespannt wie wohlwollend im voll besetzten Saal an der Florastraße. Tonangebend im engsten Sinne leitete das Frauen-Streichquartett „Avian“ das Programm ein. „Avian“, aus einem kurdischen Dialekt, steht für „Tautropfen“. Die Saitenkünstlerinnen präsentierten gelungene, zum Teil eigene Arrangements kurdischer, armenischer, griechischer und deutscher Lieder und begleiteten sie sogar auch mit Gesang.

Seit 11 Jahren in der Siedlung aktiv

Bürgermeisterin Martina Rudowitz lüftete dann das Geheimnis und wandte sich an die „Migradonna 2018“, Lorenza Domer, die vor 24 Jahren aus Peru nach Deutschland kam und sich seit elf Jahren in der Stadtteilarbeit in der Siedlung Tossehof in Bulmke-Hüllen vielfältig engagiert.

„Sie kümmert sich, hilft überall, übernimmt den wichtigen Schlüsseldienst und sammelt sogar die Preise für die Tombola zu Weihnachten ein,“ zählte sie auf, „ist immer bereit, Menschen zusammen zu bringen und Kontakte zu knüpfen. Menschen wie sie muss es in dieser Stadt geben, weil sie der Kitt der Gesellschaft sind,“ begründete Rudowitz die Preisverleihung.

Die Liebe führte die Preisträgerin nach Deutschland

Eine sichtlich gerührte und aufgewühlte Preisträgerin Lorenza Domar dankte freudestrahlend und stolz. „Alles ist möglich, wenn wir es wollen,“ fasste sie ihr vielfältiges Engagement zusammen, und bekräftigte: „Der Tossehof ist ein toller Stadtteil.“ Nicht umsonst hatte sie Detlev Czackowski, Tossehof-Beirat und Quartiersmanager, für die Wahl vorgeschlagen.

Ihr Antrieb für das Miteinander in der Nachbarschaft begründete Domar damit, sie verstehe sich vor allem als „Gast auf dieser Welt“, wo auch immer sie sei. Das erste Mal in Europa war sie 1982, als Peru sich für die Fußball-WM in Spanien qualifizierte und sie eine dreiwöchigen Rundreise unternahm. Bis sie bei einem zweiten Besuch ihren späteren Ehemann Egon kennen lernte – und blieb.

>>Info: Die Künstlerin Wanda Korfany-Bednarek, wohnhaft in Essen, gestaltete den Preis in Form eines Kubus’ als Verbindung zwischen Stärke und Unbeirrbarkeit sowie weiblicher Vielgestaltigkeit andererseits.


Ihren Stil nennt sie „Digitalerei“, lässt „digital“ und „Malerei“ verschmelzen.

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