Zoo

Eisbärbaby Nanook aus dem Zoom hat das Zeug zum Star

Nanook spielt mit ihrer Mutter Lara  am Ufer und im Wasser in der Zoom Erlebniswelt. Vor einer Woche hat das Eisbärmädchen die Bruthöhle verlassen.

Nanook spielt mit ihrer Mutter Lara am Ufer und im Wasser in der Zoom Erlebniswelt. Vor einer Woche hat das Eisbärmädchen die Bruthöhle verlassen.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Das Eisbärmädchen Nanook kennt keine Scheu, tollt im Wasser herum oder nimmt Tauchstunden. Den Besucherzahlen der Zoom Erlebniswelt tut das gut.

Die Evolution hat so manch geniale Erfindung hervorgebracht: schwarze Haut zur Wärmeabsorption, Hohlkammerhaare und Fettschicht zur Isolation – doch wie verkraftet ein Eisbär 30 Grad Celsius im Revier – im Schatten, im Innengehege?

Alles falsch. Nanook, das tapsige Nesthäkchen der Zoom Erlebniswelt und Eisbärmutter Lara dösen zunächst einmal eng aneinander gekuschelt in der prallen Mittagssonne. Nun halten Sprösslinge aber nicht viel von ausgedehnten Ruhephasen, bei ihnen überwiegt anders als bei Erwachsenen noch der Spieltrieb – da sind sich Mensch und Tier sehr ähnlich.

Also geht es mit einem lauten Platscher ins kühle Wasser zum Toben und Schwimmunterricht mit der Mama – sehr zur Freude der Zoom-Besucher, denen scharenweise mit hörbaren Seufzern die Herzen aufgehen. Insbesondere, wenn Nanook versucht, unterzutauchen, ihr Hinterteil aber mangels Kraft in den Tatzen und wegen des Auftriebs wie ein Korken auf dem Wasser auf und ab hüpft: „Haaaaach“.

Besucher sind hin und weg

Kaum verklungen, macht es beinahe unaufhörlich klick, klick, klick. Dutzende Smartphones filmen das Treiben, dazu gesellt sich überraschenderweise eine ansehnliche kleine Armee von Spiegelreflexkameras mit langen – Achtung Wortspiel! – Zoom-Objektiven. Für prickelnde Nahaufnahmen.

Dijana Wittmers (Marketing und Kommunikation) und Hendrik Berendson (Leiter Vertrieb und Marketing Stadtwerke) freut’s riesig. Nicht nur, weil Nanook „aktuell das einzige Eisbärbaby Deutschlands“ und damit ein kräftiger Publikumsmagnet ist, sondern weil der gerade währende Sommer im April die Besucherzahlen „auf das Doppelte hat anwachsen lassen.“ Und das über die ganze Woche verteilt – Schulkinder auf Klassenfahrt, Geburtstagsführungen oder auch der entspannte Familienspaziergang im Grünen – das Angebot des Zooms findet Resonanz.

Tierpfleger ist begeistert von seinem Schützling

Auch Tierpfleger Markus Tekampe strahlt derzeit: „Lara kümmert sich rührend um ihr Junges, es trinkt regelmäßig Muttermilch, ist mit ihr den ganzen Tag draußen, spielt und nimmt fleißig Tauchstunden – besser geht’s nicht.“ An gekochtem Reis und Möhren, erzählt der 41-Jährige weiter, zeigt Nanook bereits Interesse, „sie nuckelt neugierig daran rum.´ Aber so richtig auf den Geschmack gekommen ist sie natürlich noch nicht – Fisch und anderes Fressen für ihre Mutter eignet sich zurzeit eher als Spielzeug.

Nanook hat das Zeug zum Star hat. Scheu beispielsweise kennt das kugelrunde Eisbärmädchen gar nicht, dicht an den Plexiglasscheiben tollt sie mit Mutter Lara ausgelassen im Wasser herum. Groß wie Klein haben so sehr lange Gelegenheit, die patschnasse Nanook und ihre mächtige Mutter Lara ausgiebig zu bewundern.

Besucher reisen mitunter von weit her an

Ein Erlebnis, für das viele Besucher selbst sehr weite Anreisen offenbar liebend gern in Kauf nehmen. So wie etwa Stephanie und Thomas Tübbecke (50, 65) aus Berlin. Das Ehepaar ist ganz vernarrt in Eisbären. Im Fernsehen haben die passionierten Hobbyfotografen vergangene Woche die ersten Bilder von Nanook gesehen. „Da mussten wir einfach persönlich nach Gelsenkirchen kommen und eigene machen. Es lohnt sich“, sagen sie.

Nanooks Ruhm, er wächst und wächst. Wie das Eisbärmädchen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben