Bildung

Die Hälfte der IFÖ-Kinder ist nicht fit für Regelklassen

Kinder mit verschiedensten Muttersprachen, zum Teil ohne jede schulische Vorbildung in Regelklassen weiterführender Schulen zu integrieren ist eine Herausforderung. Gut gelingen soll es nun mit mehr Räumen und Lehrern sowie kleineren Klassen.

Foto: Martin Möller

Kinder mit verschiedensten Muttersprachen, zum Teil ohne jede schulische Vorbildung in Regelklassen weiterführender Schulen zu integrieren ist eine Herausforderung. Gut gelingen soll es nun mit mehr Räumen und Lehrern sowie kleineren Klassen. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Gelsenkirchens Schulverwaltung muss neu denken: Nur gut jedes zweite Kind aus IFÖ-Klassen der Sekundarstufe I kann in Regelklassen wechseln.

Die Schulverwaltung muss für die Sekundarstufe I im Schuljahr 2018/19 neu denken. Eigentlich war man davon ausgegangen, dass zum Sommer 650 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn aus Internationalen Förder-(IFÖ) in Regelklassen wechseln. Entsprechend wurden 25 Mehrklassen geplant, in denen bisherige IFÖ-Kinder integriert werden sollen.

Unterstützung von der Schulaufsicht

Spätestens nach zwei Jahren Vorbereitung und sprachlicher Förderung in IFÖ-Klassen sollen Kinder von Zuwanderern als Quereinsteiger ins deutsche Schulsystem eigentlich in Regelklassen wechseln. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis ist fast die Hälfte der Kinder noch nicht soweit, dass sie normalem deutschsprachigem Unterricht folgen kann, wie aktuelle, individuelle Tests gezeigt haben. Nun heißt es umplanen.

Die 353 Mädchen und Jungen, die in Regelklassen der Sek I wechseln können, werden voraussichtlich in zwölf (statt 25) Mehrklassen aufgeteilt; das sind neu zu bildende Klassen, die zur Hälfte aus Regelschülern, zur anderen Hälfte aus bisherigen IFÖ-Schülern bestehen. Wo genau diese Mehrklassen nun gebildet werden – vor allem an Gesamt- und Hauptschulen – wird derzeit noch organisiert. Bis zur nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am Donnerstag, 26. April, soll die Planung dafür stehen.

Fachräume wieder für alle Schüler freiräumen

Fest steht nun allerdings, dass es (nur) einen Außenstandort der Gesamtschule Erle an der Surressestraße geben wird, für zwölf (ausschließlich neue) IFÖ-Klassen. Wechseln muss niemand. Rat und jetzt auch die Schulaufsicht in Münster haben bereits Zustimmung signalisiert, notwendige Umbauten und die Suche nach entsprechenden Lehrkräften sind auf den Weg gebracht. Ursprünglich hatte die Schulverwaltung zwei Außenstandorte, einen weiteren an der Bickernstraße geplant. Für das kommende Schuljahr wird dieser jedoch wohl nicht benötigt, so Bildungsdezernentin Annette Berg. Auch so gelinge es, Fachräume in den Schulen wieder für den Unterricht für alle Schüler freizuräumen.

Mehr Lehrer und weniger Kinder je Klasse nötig

Dass es zur gelungenen schulischen Integration der Zuwandererkinder nicht nur mehr Räume braucht, sondern auch eine qualitative Verbesserung mit mehr Lehrern und weniger Kindern je Klasse, darauf hatte Gelsenkirchen schon länger gedrängt. Mehr als 15 Kinder je IFÖ-Klasse soll es nicht mehr geben, zusätzliche Lehrerstellen sind geplant. „Die Bezirksregierung sieht, dass es hier einen erhöhten Bedarf gibt und kommt uns sehr entgegen,“ versichert die Dezernentin.

Jede Woche kommen im Schnitt acht Kinder dazu

>> Acht Kinder aus Zuwandererfamilien kommen im Durchschnitt je Woche an Schulen der Sekundarstufe I in Gelsenkirchen hinzu. Nach dem Stand Ende März gab es 1325 Plätze in 72 IFÖ-Klassen in Stufe fünf bis zehn.

>> Sechs zusätzliche Klassen werden derzeit an der Gesamtschule Horst gebaut, auch andernorts sind Um- und Ausbauten in Planung.

>> Für Anwohner der Surressestraße gibt es Ende April/ Anfang Mai Informationsveranstaltungen mit der Möglichkeit, Fragen zur Entwicklung des Standorts zu stellen. Die Termine werden noch bekannt gegeben.

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