Ausstellung

Die grüne Seite von Gelsenkirchen in der Malerei

Der evangelischen Altstadtkirche von Gelsenkirchen (links im Bild) hat der Künstler Johann Hinger mit seinem detailreichen Aquarell ein Denkmal gesetzt.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Der evangelischen Altstadtkirche von Gelsenkirchen (links im Bild) hat der Künstler Johann Hinger mit seinem detailreichen Aquarell ein Denkmal gesetzt. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Altstadt.   Der Künstler Johann Hinger zeigt im Gelsenkirchener Industrieclub Friedrich Grillo seine gemalten Liebeserklärungen an das Ruhrgebiet.

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Das satte Grün der Halde Rungenberg breitet sich unter wolkenlos blauem Himmel aus, nur in weiter Ferne, in winzigen Strichen am gemalten Horizont, lassen sich Spuren der Industrie entdecken. Doch das Grün der Landschaft steht ganz deutlich im Vordergrund bei dieser Arbeit von Johann Hinger, der vor über 40 Jahren aus dem österreichischen Linz ins Ruhrgebiet zog. Der Liebe wegen – zunächst zu seiner Frau, doch nach und nach entwickelte sich auch eine enge Beziehung des Künstlers zur Region, die er seit 1976 sein Zuhause nennt.

„Eigentlich müsste man meine Bilder nicht hier in Gelsenkirchen zeigen, sondern dort, wo man noch immer das verrußte Revier von Früher vor Augen hat“, sagt der Wahl-Bottroper, dessen gerade erschienener Bildband „Metropole Ruhr – Industrie, Kultur, Natur“ den Betrachter mitnimmt auf eine Bilderreise durch die wunderschöne Natur im Revier. Als starken Kontrast dazu setzt der Maler hier aber auch kantige Fabriken mit rauchenden Schloten und vom Kohlestaub schwarz gefärbte Arbeitskräne ein.

Nur Menschen, die wird man nicht finden in diesen gemalten Liebeserklärungen an das Ruhrgebiet. Dabei hat den Maler doch vor rund sieben Jahren gerade seine Porträtserie mit Gesichtern der Region bekannt gemacht. „In meinen Landschafts- und Stadtbildern mag ich keine Menschen“, gibt er unumwunden zu: „Sie stören diese leichte Melancholie, die jedes der Bilder in sich trägt.“

Und so ist es vor allem die Rastlosigkeit des Ruhrgebietes, die seinen Bildern diesmal Leben einhaucht. Ausgewählte Ölgemälde und Aquarellbilder aus seinem Bildband zeigt Johann Hinger nun im Industrieclub Friedrich Grillo.

Ein besonderes Augenmerk lenkt er dabei auf Gelsenkirchen, und das nicht nur, weil drei Große Akteure dieser Stadt (die Sparkasse Gelsenkirchen, der FC Schalke 04 und die THS) sein Buch und diese Ausstellung gesponsert haben. Hinger taucht in einem Ölgemälde die Propsteikirche St. Augustinus in ein poetisches Licht, setzt in einem Aquarellbild das buersche Rathaus kunstvoll in Szene und malt die Schalke Arena nahezu fotorealistisch (das Werk ist noch nicht ganz fertig und daher nicht in der Ausstellung zu sehen).

Dabei kommt dem Künstler sein fotografisches Gedächtnis zu Gute – denn niemals malt er draußen vor Ort, auch an Fotos orientiert er sich nicht gerne. „Ich mache mir lediglich Skizzen, den Rest male ich aus der Erinnerung heraus“, erzählt Johann Hinger.

Wer seine detailgetreuen Ölbilder und Aquarelle sieht, weiß, wie bemerkenswert das ist.

>>Info: Im Industrie-Club an der Zeppelinallee 51 ist die Ausstellung bis zum 5. September jeweils nach Absprache unter 0209 945 04 40 oder per E-Mail an info@win-ge.de zu sehen.

„Wir freuen uns, dass wir mit diesen Bildern von Johann Hinger auch kräftig Werbung für die Schönheit der Region machen können“, betont Roland Hundertmark, der Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative Gelsenkirchen.

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