Café ohne Grenzen

Die Frauen aus aller Welt schätzen ihren Schutzraum

Im Café ohne Grenzen wurde am Donnerstag das einjährige Bestehen gefeiert – mit vielen Kindern und Torte.

Foto: Eva Arndt

Im Café ohne Grenzen wurde am Donnerstag das einjährige Bestehen gefeiert – mit vielen Kindern und Torte. Foto: Eva Arndt

Bulmke-Hüllen.   Beim ersten Treffen vor einem Jahr kam eine Frau mit ihrem Mann. Beim Einjährigen am Donnerstag bestand der harte Kern schon aus 15 Frauen.

Die Kleinen kugeln über den bunten Spielteppich, größere Kinder schnappen sich bunte Legosteine und bauen kreative Türmchen, Spieluhren machen die passende Musik dazu. Es ist quirlig, die Stimmung friedlich. Im anderen Raum sitzen gut 15 junge Frauen und feiern Geburtstag. Das einjährige Bestehen des Cafés ohne Grenzen für geflüchtete schwangere Frauen und Frauen mit Kleinkindern, Im Mühlenfeld 10.

Die Männer sind neugierig: Was passiert hier?

„Beim ersten Treffen vor einem Jahr kam eine Frau mit ihrem Mann“, erinnert sich Beatrix Steinrötter. Die ausgebildete Diplompädagogin ist von Anfang an dabei und ganz begeistert über die Entwicklung. Die beiden Schwangerschaftsberatungsstellen haben in Kooperation mit dem Familienzentrum das Angebot aus der Taufe gehoben. Und es wird absolut gut angenommen. „Beim ersten Besuch dürfen die Frauen ihre Männer mitbringen, damit sie sehen, was hier passiert, aber danach ist unsere Einrichtung nur für die Frauen da, es soll ein geschützter Raum bleiben, in dem sie sich über ihre Probleme unterhalten und austauschen können“, betont die Diplompädagogin.

Manchmal wird auch ein Thema angeboten. Bei einem Treffen der Mütter war eine Ärztin anwesend, die über das Thema Impfungen gesprochen hat. Die Besucherinnen stammen aus unterschiedlichen Ländern: Aus Syrien, Irak, Eritrea, Albanien und Marokko. Über das gesamte Jahr hinweg gehören um die 20 Frauen dem Kreis an. „Es ist oft Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt Beatrix Steinrötter, die das Café bekannt macht. Für die syrischen Frauen ist eine Dolmetscherin anwesend, denn viele Frauen haben auch nach mehreren Jahren des Aufenthalts in Deutschland noch keinen einzigen Deutschkurs besucht. „Obwohl sie das wirklich wollen.“ Denn häufig sind keine Kindergartenplätze für den Nachwuchs frei, und es mangelt an Deutschkursen, die Kinderbetreuung mit anbieten. „Und mit Kindern an der Seite einen Kurs zu besuchen, ist völlig unrealistisch“, sagt Beatrix Steinrötter.

Verständigung trotz vieler Sprachbarrieren

Mittlerweile haben die Frauen gelernt, sich auch untereinander verständigen zu können, auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Ländern kommen. Das klappt mit ein bisschen deutsch und englisch. Und wenn die Sprache aufhört, geht es mit Händen und Füßen weiter. Für fast alle Frauen ist der Aufenthalt begrenzt und kann verlängert werden. Im Café ohne Grenzen wird auch viel für interkulturelles Verständnis getan. „Die Frauen sind sehr interessiert an den Festtagen, die es in Deutschland gibt. Wir erklären dann zum Beispiel die Bedeutung des Osterfestes und die Symbole. Wir haben auch ein Fastenbrechen-Fest veranstaltet und uns von den muslimischen Frauen viel über den Ramadan berichten lassen“, erklärt die Diplom-Pädagogin.

Auch zwei größere Ausflüge haben sie schon zusammen unternommen: Im Sommer ging es in die Zoom Erlebniswelt und mit einem Kanalschiff ist die Gruppe vom Nordsternpark bis zum Kaisergarten in Oberhausen gefahren. Die Frauen sollen auf Dauer ihren Radius erweitern und ein größeres Gebiet kennenlernen. Denn auch mit Bus und Bahn sind diese Ziele ja gut zu erreichen. Und für die Kinder sind es attraktive Ziele.

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