Schulleitung

Die „Chefin“ der Gesamtschule Berger Feld kommt aus Dortmund

Maike Selter-Beer an ihrem neuen Schreibtisch: Die Dressurreiterin freute sich aufrichtig über das Willkommensgeschenk der Kollegen, das Schalke-Trikot. Obwohl sie Dortmunderin ist....

Maike Selter-Beer an ihrem neuen Schreibtisch: Die Dressurreiterin freute sich aufrichtig über das Willkommensgeschenk der Kollegen, das Schalke-Trikot. Obwohl sie Dortmunderin ist....

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Maike Selter-Beer leitet ab sofort die Gesamtschule Berger Feld im Schatten der Veltins-Arena. Die Dortmunderin hat kein Problem damit.

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Das Schalke-Trikot mit ihrem Namen hat die neue Leiterin der Gesamtschule Berger Feld, Maike Selter-Beer, gleich zum Einstieg vom Kollegium bekommen. Wer Leiter dieser Schule im Schatten der Veltins-Arena mit ihrem starken Sportprofil ist, muss Schalke-Fan sein.

Das ist für die Dortmunderin Selter-Beer nicht einfach. Sie ist zwar sportbegeistert, aber ihr Schwerpunkt liegt nicht auf dem Fußball. Andererseits macht das die Liebe zu Schalke auch einfacher, als wenn sie glühender BVB-Fan wäre. Selter-Beers sportliche Leidenschaft gilt dem Pferdesport, genauer gesagt Dressurreiten.

„Fächer mit praktischem Bezug sind sehr wichtig“

Die Bewerbung für die seit August 2015 vakante Schulleiter-Stelle am Berger Feld hat die heute 58-Jährige bereits im März 2015 abgeschickt. Sie hatte 2013 mit besten Noten eine Fortbildung zur Schulleitung absolviert, um sich für ihre Stellvertreterposition an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Dortmund-Huckarde „zu professionalisieren“. Auch beim Assessment schnitt sie gut ab. Als sich abzeichnete, dass am Berger Feld die Schulleitung frei wird, fühlte sie sich angesprochen.

„Ich sehe hier eine große Affinität zu meinem eigenen Werdegang. Sport ist für Jugendliche sehr, sehr wichtig, gerade heute, wo Kinder sich zu wenig bewegen. Fächer mit praktischem Bezug als Ausgleich zu den kognitiven Ansprüchen sind wichtig, “ erklärt die Mutter zweier Kinder (24 und 26 Jahre). Vom Konzept Gesamtschule, die alle Kinder mitnimmt, allen die Chance zum Abitur eröffnet, ist sie rundum überzeugt.

Schon im Studium offene Jugendarbeit im Brennpunkt

Das zweite Merkmal ihrer neuen Schule, die Internationalität, war ebenfalls ihr ganzes Berufsleben lang einer ihrer Schwerpunkte. „Während des Studiums habe ich im Dortmunder Norden offene Kinder- und Jugendarbeit gemacht. Und bei der Bezirksregierung Arnsberg habe ich im Arbeitskreis Sprachförderung gearbeitet.“ Neben dem Aufbau einer Hausaufgabengruppe für eine italienische Klasse und anderem. Imponiert hat ihr zudem das bereits seit zehn Jahren praktizierte Engagement am Berger Feld im Bereich Inklusion.

Von Hause aus ist die Dortmunderin Deutsch- und Kunstlehrerin. Im musischen Bereich sieht sie an ihrer neuen Wirkungsstätte Ausbaupotenzial. „Ich bin im Haus schon angesprochen worden, von Schülern und Lehrern. Aber natürlich soll das nicht zu Lasten des Sportprofils gehen,“ betont sie.

Ab Februar will sie 100 Prozent vor Ort sein

Ihr fußballerischer Gleichmut hatte bei der anfänglichen Ablehnung ihrer Bewerbung im Bildungsausschuss wohl eine Rolle gespielt. „In der Schulkonferenz haben mich 80 Prozent gewollt, die Bezirksregierung hat mich ausgewählt. Schließlich gibt es hier im Haus schon geballte Sportkompetenz, inklusive meinem Stellvertreter Jochen Hermann.“

Eine Stärkung im musischen Bereich könnte vielleicht helfen, den deutlichen „Jungenüberschuss“ in der Sekundarstufe I zu relativieren, den es vermutlich aufgrund des Sportprofils gibt. Obwohl längst auch Tanz und Reiten angeboten wird. Nur in der Oberstufe sitzen mehr Mädchen als Jungen.

Ab Februar 100 Prozent

Noch ist „die Neue“, die offiziell seit dem 1. Dezember die größte Schule in Gelsenkirchen leitet, nur an drei Tagen der Woche hier. Bis Februar hofft sie, ihre Aufgaben an ihrer alten Schule so weit erledigt zu haben, dass sie zu 100 Prozent am Berger Feld einsteigen kann.

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