Bauarbeiten

Vincketunnel: Noch zweimal droht die Vollsperrung

Wenig Platz, um zu arbeiten gibt es im Vincketunnel-Bereich an der großen Baustelle. Alles spielt sich auf engstem Raum ab.

Wenig Platz, um zu arbeiten gibt es im Vincketunnel-Bereich an der großen Baustelle. Alles spielt sich auf engstem Raum ab.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Buer.   Entwässerung, Fahrbahn und die Betriebstechnik werden im Vincketunnel komplett erneuert. Die Arbeiten liegen voll im Zeit- und Finanzplan.

Eine Hauptverkehrsader wie die Bundesstraße 226 zu sperren, bedeutet Chaos pur. Zumal mitten im Stadtgebiet und auch noch in einem Tunnel. Aus dem Grunde wird der Vincketunnel schon seit Monaten während der Bauarbeiten für den Verkehr offen gehalten, die Vollsperrungen auf das Nötigste beschränkt. Die Baustelle wird noch bis Ende des Jahres bestehen, die Arbeiten seien aber im Zeit- und Finanzplan.

„Wir mussten den Tunnel ja im Herbst vergangenen Jahres für kurze Zeit sperren, weil Fliesen am Ausgang des Tunnel herunterzufallen drohten“, berichtet Jörg Konietzka, bei der Stadt verantwortlich für das Baustellenmanagement. Das Ergebnis sei ein absolutes Chaos gewesen, weil sich niemand nach den Umleitungsschildern gerichtet hätte, sondern nach den Anweisungen des Navigationsgeräts. Ausgeschildert war die Umleitung ganz einfach.

Chaos trotz sichtbarer Schilder

Weil man nicht durch den Tunnel nach links abbiegen konnte, hatte die Stadt eine „kurze und leistungsfähige Strecke“ ausgesucht: Den Tunnel links liegen lassen und die B 226 queren, dann sofort rechts in die Cranger Straße abbiegen und danach wieder rechts in die Vom-Stein-Straße, die dann auch gleichzeitig schon wieder die B 226 ist.

„Trotz sichtbarer Umleitungsschilder und vorhandener Rechtsabbiegerspuren hat das aber niemand gemacht, weil das Navi einen immer nach links leiten will. Dadurch entstand am Linksabbieger zur Hölscher Straße völliges Chaos“, stellt Konietzka fest.

Über 40 Jahre alt

„Wir hatten die Planungen für eine Erneuerung schon längst begonnen, bevor die Fliesen abzufallen drohten“, erklärt Diplom-Ingenieurin Christine Dornseifer, bei der Stadt zuständig für das Referat Verkehr, Abteilung Straßenbau. „Der Tunnel ist über 40 Jahre alt, Reparaturen haben wir immer mal vorgenommen, aber keine Grundsanierung gemacht“, sagt sie. Sehr massiv sei der Tunnel schon 1971 gebaut worden, weil darunter Bergbau verlief und man dementsprechend sicher bauen musste.

Jetzt ist also eine Grunderneuerung im Gange, die insgesamt sehr aufwändig ist. Die Entwässerung wird komplett neu gemacht, die Fahrbahn ebenso und vor allem die Betriebstechnik wird auf den neuesten Stand gebracht.

Tunnel bekommt Verkehrssteuerung

„Das heißt, es wird eine neue Beleuchtung geben, um den Kurvenverlauf im Tunnel besser erkennen zu können. Dafür werden spezielle Lämpchen angebracht. Außerdem wird es eine moderne Verkehrssteuerung bei der Einfahrt in den 180 m langen Tunnel geben, so dass die Einfahrt verboten werden kann, wenn zum Beispiel ein Unfall im Tunnel passiert ist“, erklärt Christine Dornseifer. Außerdem wird die Löschwasserversorgung im Tunnel komplett erneuert.

Die Kosten für die gesamten Arbeiten sind auf 2,8 Mio. Euro berechnet, davon werden alleine für die Betriebstechnik 1,5 Mio Euro benötigt. „Zuschüsse für die gesamte Maßnahme gibt es auf jeden Fall vom Land“, sagt Jörg Konietzka.

Zweimal wird bis Ende des Jahren nochmal eine Vollsperrung nötig sein: Drei Wochen in den Sommerferien, weil die Fahrbahndecke erneuert wird und eine Woche im Herbst für die allerletzte Deckenschicht.

„Sicherheit geht vor Leichtigkeit“

Mit Tempo 20 muss man seit Monaten durch den Vincketunnel „rauschen“. Das wird sich auch in den kommenden Monaten nicht ändern. Die Geschwindigkeit scheint für die meisten Autofahrer allerdings eine Herausforderung zu sein. Wer sich dran hält, hat den nachfolgenden Pkw oft genug auf der Stoßstange kleben.

„Der Tunnel ist so eng, dass die ausführende Firma eigentlich eine Vollsperrung für die gesamte Zeit wollte, um mehr Platz zum Arbeiten zu haben und vor allem aus Sicherheitsgründen für ihre Mitarbeiter“, erklärt Jörg Konietzka, bei der Stadt zuständig für das Baustellenmanagement. „Wir haben schon in der Ausschreibung Wert darauf gelegt, dass der Verkehr auf dieser Hauptschlagader auch während der Bauzeit weiterfließen kann. Aber Sicherheit geht vor Leichtigkeit.“

Um jeden Zentimeter gefeilscht

Man habe tatsächlich um jeden Zentimeter gefeilscht. Wer den fließenden Verkehr im Tunnel anschaut, sieht, dass die Lastwagen tatsächlich nur wenige Zentimeter Platz haben. Konietzka: „Wir haben uns schon im Vorfeld intensive Gedanken gemacht, wie wir alle Probleme lösen können. Es war tatsächlich eine Herausforderung, die Baustelle dort vernünftig einzurichten, so dass wir allen Anforderungen gerecht werden.“

Aber es handelt sich bei der Straße um eine Bundesstraße, die täglich von rund 10 000 Autos befahren wird, so die Stadt. „Eine Vollsperrung über Monate hätte zu einem absoluten Verkehrschaos geführt. Also haben wir uns, bis auf notwendige Sperrungen für wenige Wochen, für das Offenhalten des Tunnels während der Arbeiten entschieden. Und da ist Tempo 20 aus Sicherheitsgründen ein Muss.“

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