Gewerkschaft

DGB will in Gelsenkirchen Ausbilder unterstützen

Josef Hülsdünker, Chef des DGB Emscher-Lippe.

Josef Hülsdünker, Chef des DGB Emscher-Lippe.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Das Programm Aida soll Ausbildern helfen, mit innerbetrieblichen Spannungen besser umzugehen. Zwölf Betriebe in GE und Umgebung können mitmachen.

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„Beim Bergbau war das früher selbstverständlich. Egal, ob Deutscher, Türke oder Italiener – da war man einfach Bergmann.“ Heute sei das anders, sagt Josef Hülsdünker, der Geschäftsführer des DGB Emscher-Lippe. Es gebe „eine unterschiedliche Entwicklung in unterschiedlichen ethnischen Gruppen“, was auch in Betrieben zu Spannungen führen könnte. Mit einem neuen Programm, das bei Ausbildern und anderen Multiplikatoren ansetzt, will man dem entgegentreten.

Das Programm heißt Aida, hat nichts zu tun mit großem Gesang oder Urlaub auf hoher See. Aida steht für Akzeptanz, Integration und Diversität in der Ausbildung. Es ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben“ und wird vom Bundesfamilienministerium für zweieinhalb Jahre (bis 31. Dezember 2019) gefördert. Dafür sucht der DGB Emscher-Lippe zusammen mit dem DGB-Bildungswerk NRW zwölf Betriebe, vorrangig in Gelsenkirchen, aber auch im Kreis Recklinghausen und in Bottrop.

„Unser Ziel ist es, mit den Betrieben bedarfsgerechte Module zu entwickeln, in denen die Ausbilder geschult werden“, erklärt Marcel Siepmann vom DGB-Bildungswerk. Damit möchte Aida dazu beitragen, dass sich bei Ausbildern ein stärkeres Bewusstsein entwickelt, welche strategische Rolle sie bei der pädagogischen Betreuung in der betrieblichen Ausbildung einnehmen. Dies gelte gerade für die Herausforderung, immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den Ausbildungsprozess zu bekommen und zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen.

Appell: „Wir können euch unterstützen“

„Integration ist von großer Bedeutung und spielt in Betrieben eine wichtige Rolle“, weiß auch Nikolaus Bley, Leiter des Projektbüros Recklinghausen beim DGB-Bildungswerk. „Und wir wollen das jetzt speziell in Gelsenkirchen realisieren.“

Große, mittlere und kleinere Unternehmen verschiedenster Branchen würde er dafür gerne gewinnen. Mit einigen großen Vertretern stehe man auch schon im Dialog. „Unser Appell an die Betriebe lautet: Wir können euch unterstützen“, sagt Bley. Langfristig sei es das Ziel, diese Thematik in der Ausbildungsordnung zu verankern.

Durch die Landtagswahl sei er ins Nachdenken gekommen, sagt Josef Hülsdünker. „Auch etliche Facharbeiter haben die AfD gewählt. Mit dem Programm Aida wollen wir gegensteuern. Wir wollen gesellschaftliche Spaltung verhindern.“

>>> Kontakt

Betriebe, die mitmachen wollen, können sich bei Marcel Siepmann (DGB-Bildungswerk) melden: Tel. 02361 9063813.

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