Tag der Arbeit

DGB will am 1. Mai klare Kante zeigen

Mit einem Umzug vom Musiktheater bis zum Neumarkt startet die Maikundgebung, hier die aus dem vorigen Jahr.  Erwartet werden gut 2000 Teilnehmer.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Mit einem Umzug vom Musiktheater bis zum Neumarkt startet die Maikundgebung, hier die aus dem vorigen Jahr. Erwartet werden gut 2000 Teilnehmer. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Am 1. Mai stellt sich die Gewerkschaftsjugend an die Spitze einer Bewegung gegen Rechtspopulismus, Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit.

Dem wachsenden Aufkeimen von Intoleranz, Nationalismus, rassistischen Übergriffen, von Demokratie- und nicht zuletzt auch Islamfeindlichkeit will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 1. Mai ein unüberhörbares Signal entgegensetzen – allen voran dieses Mal die Jugendorganisationen der Arbeitnehmervertretungen.

„Wir sind viele. Wir sind eins“ lautet das Motto der zentralen DGB-Bundesveranstaltung in Gelsenkirchen, bei der Gewerkschaftsvorsitzende Reiner Hoffmann sowie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) auf dem Neumarkt sprechen werden.

Unternehmen präsentieren Ausbildungsangebot

Novum: Info-Stände nebst einer Art mobiler Ausbildungswerkstatt namhafter Unternehmen wie Uniper (ehemals EON SE), Thyssen-Krupp, Viwawest und TRW Automotive rahmen die Kundgebung am „Tag der Arbeit“ ein – sozusagen ein aktiver Brückenschlag im Kampf für mehr Ausbildungsplätze und gegen den Fachkräftemangel. Und zugleich auch eine Einladung an die Jugend, ihren politischen wie arbeitnehmerischen Willen durch den Zusammenschluss mit Nachdruck in die Politik zu tragen.

„Bunt und sehr laut“ werden die Aktionen der DGB-Jugend sein. Unter anderem wird es eine fühlbare „Wall of Love“, eine Mauer der Liebe, geben.

Die Kernthemen

Im Superwahljahr gibt der Dreiklang „soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt sowie Widerstand gegen Rechts“(-Populismus) den Ton an, wie Gelsenkirchens DGB-Vorsitzender Josef Hülsdünker, Robert Sadowsky (1. Bevollmächtigter IG Metall GE), Susanne Neumann (IG Bauen-Agrar-Umwelt) und Christin Riedel (DGB-Jugendbildungsreferentin) betonen.

Der jüngste Armuts- und Reichtumsbericht des Bundes zeigt nach Auffassung der Gewerkschaft, wie prekäre Jobs den Arbeitsmarkt unterminiert haben, einhergehend mit dem Wegbrechen fester Tarifstrukturen, Personalabbau und Schließungen.

Standorte in Gefahr

Für aktuelle „Rotstift“-Beispiele braucht man nicht lange suchen. Bei einer Info-Veranstaltung am Donnerstag informierte laut DGB Dr. Stefan Popp, Geschäftsführer der Küppersbusch Hausgeräte GmbH, die Belegschaft darüber, dass die Umsätze stark eingebrochen seien und weitere Mitarbeiterreduzierungen im Raum stünden. Das Russland-Embargo habe die Ausfuhr stark nachgefragter deutscher High-Tech-Geräte in Mitleidenschaft gezogen. Und auch der Thyssen-Krupp Standort in Gelsenkirchen rückt nach Gewerkschaftsmeinung in den Blickpunkt – die konzernweit geplanten Einsparungen von 500 Millionen Euro dürften neben Bochum und Duisburg auch hier einen personellen Aderlass nach sich ziehen.

Das Programm

Mit einem ökumenischen Gottesdienst vor dem Musiktheater im Revier (Kennedyplatz) beginnt das Programm um 9.45 Uhr am 1. Mai. Evangelische und katholische Christen werden im Demonstrationszug vereint wieder das „Kreuz der Arbeitslosigkeit“ tragen. Und vor dem Musiktheater wird es ein Platzkonzert geben.

Die Kundgebung auf dem Neumarkt beginnt um 11 Uhr. Nach Grußworten der Stadtspitze und von DGB-Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker wird DGB-Chef Reiner Hoffmann als Hauptredner auftreten. Ein „Grußwort“ richtet Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles an die Besucher. Anschließend spielt das Duo „Hyco Solo & Beat“ auf. Ein erweitertes Familien- und Kinderprogramm soll dann für einen geselligen Abschluss sorgen.

Der Demonstrationsweg

Der Umzug startet traditionell um 10.30 Uhr vom Musiktheater aus und geht über die Florastraße und Luitpoldstraße in Richtung Ringstraße. Über die Augustastraße biegt der Tross dann über die Bahnhofstraße zum Neumarkt ab zur Hauptkundgebung um elf Uhr. Begleitet wird der Marsch von der Band „Galos e Galhinas“, einer Sambatruppe.

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