Jugendkultur

DGB-Jugend in Gelsenkirchen eröffnet das Café Tacheles

Dhiyaa (17, links) und Firas (19, 2.v.l.) gestalten bei der Tacheles-Eröffnung ein Werk mit farbigen

Foto: Michael Korte

Dhiyaa (17, links) und Firas (19, 2.v.l.) gestalten bei der Tacheles-Eröffnung ein Werk mit farbigen

Altstadt.   An jedem Freitag stehen Kultur, Gespräche, Kreativität und die offene Bühne im Fokus. Eingeladen sind junge Leute von 14 bis 27 Jahren.

In der Jugendarbeit ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Gelsenkirchen gut unterwegs. Die DGB-Jugend mit Sitz im gleichnamigen Haus an der Gabelsbergerstraße ist werktags ein Haus der offenen Tür (13 bis 16 Uhr), bietet von 14 bis 15 Uhr regelmäßige Hausaufgabenbetreuung an oder bittet ins Café Vielfalt (16 bis 20 Uhr). Doch damit nicht genug. Das jüngste „Kind“ in der Reihe der DGB-Jugendtreffpunkte heißt: Café Tacheles.

Klartext reden, offen und unverblümt seine Meinung sagen, das meint Tacheles, aus dem jiddischen Wort Tachles abgeleiteter Begriff, im Wortsinn. „Tacheles auch, bei uns kannst du selbst aktiv werden, sei neugierig, sei kreativ, sei du selbst“, geben die Erfinder des neuen Cafés dem Namen neuen Inhalt.

Ryberski bespielt die offene Bühne

Und weiter steht auf der eigens entworfenen Postkarte, die zum Mitnehmen bereit liegt: „Du stehst auf Kunst, Kultur, Mukke und andere Menschen? Dann mach mit!“ Kira Wischnewski, stellvertretende Leiterin der DGB-Jugend, sagt am Rande der Eröffnungsparty: „Wir wollen uns mit den Interessen junger Leute beschäftigen, Kultur und kulturelle Talente fördern.“

Dazu gehört auch eine offene Bühne im neuen Café. Die aber bespielen zur Eröffnung zunächst einmal Profis aus der Gelsenkirchener Band Ryberski. Welchen Stellenwert das neue Angebot genießt, macht ein Blick in die Runde der Gäste deutlich. Claudia Gerts vom Mädchenzentrum, Jugendamtsleiter Wolfgang Schreck, Bürgermeisterin Martina Rudowitz und DGB-Chef Mark Rosendahl schauen vorbei. Sie schließen sich Kira Wischnewskis Meinung an, die sagt: „Alles, was mit Menschen zu tun hat, ist Kultur. Wir wollen sehen, worauf junge Leute Lust haben. „Und ja“, sagt sie am Rande, Ziel sei auch, zu schauen, „wie man in Gelsenkirchen gut zusammenleben kann“.

Junges Team stellt sich vor

Als Awo-„Patentante“ ist Brigitte Becker bei der Eröffnungsparty am Start, die sich ehrenamtlich um Alauddin aus Afghanistan kümmert. Alauddin ist es auch, der als erster aus dem jungen, bunten Tacheles-Team in einer kurzen Vorstellungsrunde das Wort ergreift. Seit einem Jahr ist er Stammgast im DGB-Haus und davon überzeugt: „Es ist wichtig, dass Jugendliche an solchen Aktionen teilnehmen.“ Ähnlich äußern sich die anderen Aktiven, die unterschiedlich lange zu den Gesichtern des Hauses gehören – Felicia, Kurti, Karl oder Yemin. Sie meint etwa auch: „Ich möchte Jugendlichen helfen, in der Gesellschaft klarzukommen.“

Für die Einweihung – ausnahmsweise heißt es dabei „Ende offen“ – sind einige Aktionen vorbereitet worden. Aladin düst mit einem auffällig großen, selbst gebastelten und in Goldpapier gewickelten Mikrofon durch die Reihen und interviewt Gäste. In einer anderen Ecke üben sich junge Leute an Tape-Art, immer wieder gibt es Musik und dann warten da noch Mini und Jakob, die beiden Zirkusmenschen...

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