Benefizkonzert

Der Start in den Sommer mit viel Jazz in Gelsenkirchen

Das Chris-Hopkins-Trio gestaltete das 19. Schloss-Berge-Konzert auf Einladung des Lions Clubs Gelsenkirchen-Buer für den guten Zweck.

Das Chris-Hopkins-Trio gestaltete das 19. Schloss-Berge-Konzert auf Einladung des Lions Clubs Gelsenkirchen-Buer für den guten Zweck.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Buer.  Mit entspannten Jazz- und Swingklängen gestaltete das Chris-Hopkins-Trio das 19. Schloss-Berge-Konzert. Lions aus Buer hatten dazu eingeladen.

Kleine Bühne, große Wirkung: „Swing, Blues und Jazz an einem lauen Sommerabend“ bekamen die Besucher des Schloss-Berge-Konzerts zu hören. Ein mal entspannter, mal sehr lebhafter Rhythmus von der Gitarre, unterlegt mit den Tönen vom Kontrabass, dazu das Altsaxofon, das sich frei darüber entfaltet: Mehr braucht es nicht, um die Zuhörer im Graf-von-Limburg-Saal im Schloss Berge zu fesseln. Zu diesem bereits 19. Schlosskonzert am Freitagabend hatte der Lions Club Buer das „Chris Hopkins Swing Trio“ eingeladen.

Rückkehr nach Gelsenkirchen-Buer

Schon beim Schloss-Berge-Konzert im Dezember 2016 war Altsaxofonist Chris Hopkins aufgetreten – „ein sehr schön klingender Saal“, erinnerte er sich. Dementsprechend hatte der Bochumer mit US-amerikanischen Wurzeln auch diese Einladung wieder gern angenommen, allerdings dieses Mal mit Rolf Marx an der Gitarre und Henning Gailing am Kontrabass.

„Wir spielen fast komplett ohne Elektrik“, betonte Hopkins und ließ das Publikum sich überzeugen, dass selbst der Kontrabass ohne Verstärkung auskam. Auf diese Weise überzeugte die Band damit, ihre Musik auf das Essenzielle und Unverfälschte zu reduzieren. So wirkte das ganze Konzert geradezu familiär, obwohl der Graf-von-Limburg-Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Für jedes Stück ein individueller musikalischer Anstrich

Im Laufe des Konzerts nutzten die drei Musiker alle Ressourcen, die ihnen ihre Instrumente boten: Dem flotten „Back Home in Indiana“ von Louis Armstrong gaben sie genauso einen individuellen „Anstrich“ wie dem weichen und luftigen „Nuage“ („Wolken“) von Django Reinhardt. Große Vielseitigkeit bewies besonders Gitarrist Rolf Marx, der nicht nur auf seiner halbakustischen Jazzgitarre spielte, sondern auch für lateinamerikanische Stücke zur Konzertgitarre griff. Damit zeigte er zugleich, dass man für die unbändige Energie und Spielfreude des Samba kein großes Orchester braucht, sondern dass das mit nur drei Musikern genauso wirkt. Zwei Stücke spielte er auch auf dem Banjo.

„Die Musik entsteht vor euren Augen und Ohren“, erklärte Hopkins zwischendurch dem Publikum, „Wir haben nur ein paar Absprachen getroffen, das meiste ist improvisiert. Wenn wir die gleichen Stücke morgen wieder spielen, würden die anders klingen.“ Ebenfalls kündigte Hopkins dem Publikum die „verborgenen Talente“ seines Kontrabassisten Henning Gailing an, nämlich seine Gesangskünste. „Ain’t Misbehavin‘“ und „Foolin‘ Myself“ reicherte dieser mit seiner Stimme an.

Bei „Basin Street Blues“ habe Hopkins sogar eine deutsche Übersetzung ausprobiert, sei aber nicht über „Kommsse mit nach Gelsenkirchen auf ein paar Bierchen?“ hinausgekommen. Also bot die Band diesen Klassiker instrumental dar.

Spenden für das Friedensdorf in Oberhausen

Die Improvisationskünste und Vielseitigkeit dieser Aufführung brachte den drei Musikern in der Pause und nach dem Konzert viel Lob vom Publikum und den Organisatoren ein. Auch für Gastgeber Bernd Kaiser war der Abend ein Erfolgserlebnis: „Wahrscheinlich werden wir bei den Spenden, die die Schloss-Berge-Konzerte für das Friedensdorf Oberhausen insgesamt eingespielt haben, mit dem heutigen Konzert die 200.000 € überschreiten“, erklärte er stolz. Passend zum Sommeranfang und zum Titel des Konzerts verabschiedeten sich die drei Musiker mit dem Musical-Klassiker „Summertime“ vom Publikum.

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