Kommentar

Der Ruf ist ramponiert - Ein Kommentar von Inge Ansahl

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Gelsenkirchen.Ausgerechnet in Gelsenkirchen. Ausgerechnet in der Stadt, die doch kein Kind zurück lassen will, die mit pädagogisch ausgetüftelten Projekten immer wieder positiv überrascht. Ausgerechnet hier erschüttert der Fall Alfons Wissmann/Thomas Frings alle Beteiligten bis ins Mark.

Vier Jahre lang hat das Führungsduo des Jugendamts ihr Unternehmen „Neustart“ laut Monitor-Recherchen betrieben – beziehungsweise war mindestens familiär eingebunden. Eingebunden in die Vermittlung von Kindern und Jugendlichen in sonderpädagogische Einzelmaßnahmen im ungarischen Pecs. Inwieweit Jugendamtsleiter Alfons Wissmann und sein Stellvertreter dienstliche und privatwirtschaftliche Interessen verquickt und sich bereichert haben – oder ob überhaupt – diese und viele weitere Fragen gilt es jetzt mit Hochdruck zu klären. Auch diese: Steckte das Jugendheim St. Josef tatsächlich mit dem Jugendamt unter einer Decke? Und nicht zuletzt muss ans Licht der Öffentlichkeit: Wer wusste wann was? Und hätte zwingend reagieren, mindestens aber Wissmann & Co auf die Finger gucken müssen?

Sofort reagiert hat nach dem unerfreulichen Fernsehabend der oberste Dienstherr der Verwaltung am Freitagmorgen. Es war Oberbürgermeister Baranowskis erste Amtshandlung am (Feier)Tag der Arbeit, den Jugendamtsleiter und seinen Vize mit sofortiger Wirkung vom Dienst freizustellen. Ein absolut korrekter wie notwendiger Schritt.

Trotz der Fragezeichen, die noch im Raum stehen, ist eines schon klar: Der Ruf des Jugendamts ist nach der Ausstrahlung des Monitor-Berichts ramponiert, Misstrauen in pädagogische Maßnahmen von Amts wegen gesät und der Ruf der Stadt Gelsenkirchen insgesamt mindestens angekratzt. Gut, dass der OB bereits die Aufklärung eingeläutet hat.

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