Bädergutachten

Bäder in Gelsenkirchen: Politische Diskussion ist eröffnet

Lange dauerts nicht mehr, bis auch die 10-Meter-Plattform des Sprungturms im Freibad des Sport-Paradieses (zumindest für 2018) wieder öffnet. Dieses Bild entstand im Mai 2014 – bei sommerlichen28 Grad. Foto: Martin Möller

Lange dauerts nicht mehr, bis auch die 10-Meter-Plattform des Sprungturms im Freibad des Sport-Paradieses (zumindest für 2018) wieder öffnet. Dieses Bild entstand im Mai 2014 – bei sommerlichen28 Grad. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Bädergutachten: CDU, Grüne und Linke haben Probleme mit dem Auslaufmodell in Horst. Bei der SPD ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen.

Nach der Präsentation der ersten Ergebnisse zum Bädergutachten (die WAZ berichtete) wird in den Reihen der Fraktionen über die von Christian Kuhn vorgestellten Alternativen diskutiert. Kuhn präsentierte zwei Varianten: Ein multifunktionaler großer Badneubau mit 50-Meter-Becken entweder im Berger Feld oder im Revierpark Nienhausen, alternativ zwei kleine Neubauten mit 25-Meter-Becken auf dem Gelände hinter dem Zentralbad und im Berger Feld. Das Hallenbad in Horst ist aus seiner fachlichen Einschätzung ein Auslaufmodell.

Die Linke reagierte bereits am Mittwoch unmittelbar nach der Sitzung des Sportausschusses. Ausschussmitglied Wolfgang Meyer stellte fest, das präsentierte Ergebnis sei „ausschließlich ökonomisch ausgerichtet und orientiert sich lediglich an betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten“. Die Linke bleibe bei der Forderung: Erhalt der Bäder in Horst und Buer. Und unter anderem auch das: „Das Zentralbad soll an gleicher Stelle vergrößert, saniert und aufgrund der wirklichen Zentralität des Standortes genau dort bestehen bleiben.“

Grüne: Gutachten getrieben von Wirtschaftlichkeit

Auch die Grünen haben laut Burkhard Wüllscheid „keinen Anlass, von unserer bisherigen Position abzuweichen“. Und dazu gehört bekanntlich der Erhalt der derzeitigen Standorte. „Da sind wir noch nicht von weg.“ Auch Wüllscheidt hat den Eindruck, der Gutachter favorisiere die große, zentrale Lösung. „Das ist getrieben von Wirtschaftlichkeit,“ so der Grünen-Politiker. Und: „Der Revierpark kommt für uns nicht in Frage.“ Auch mit dem Hallenbad in Horst sei man noch nicht am Ende.

CDU bleibt dabei: Vier plus zwei Bäder

Sehr deutlich wird CDU-Fraktionschef Wolfgang Heinberg: „Solche Vorschläge zu machen, ohne sie mit Geld zu hinterlegen, geht nicht. Jetzt ist ein Vorschlag im Raum, den wir so nicht mittragen. Wir bleiben bei unserer Vorstellung vier plus zwei.“ Heißt: Die Bäder in Buer und Horst, ein zentrales Bad, der Standort Sport-Paradies sowie Jahnbad und die Anlage Nienhausen. Heinberg weiter: „Der wesentliche Dissens: Für uns steht die Schließung des Bades in Horst nicht zur Disposition.“

In den Reihen der SPD-Fraktion dagegen ist die Meinungsbildung nach Worten ihres Referenten Timo Schenkhorst noch nicht abgeschlossen. Am Montag habe Klaus Rostek von der Verwaltung die Pläne in der Fraktion vorgestellt. „Jetzt kommt der Prozess richtig ins Rollen,“ so Schenkhorst.

In der Diskussion bisher außen vor ist noch die Frage, wie es um die Zukunft der Emscher-Lippe-Halle am Sport-Paradies bestellt ist. Auch die hat bekanntlich ein massives Gefälle...

> Info: Freibadsaison steht kurz vor der Eröffnung

Die Freibadsaison beginnt im Gesundheitspark Nienhausen am 10. Mai. Dann können Gäste nach Herzenslust unter freiem Himmel baden, täglich von 8 bis 19 Uhr. Die Bäder wurden gerade frisch gestrichen.

Den Vatertag, günstig gelegen, weil danach ein Brückentag folgt, haben auch die Stadtwerke für ihre Freibäder – Sportparadies und Jahnbad – anvisiert. Ob es klappt, ist offen, noch sind die Vorbereitungen und Reparaturen nicht gänzlich abgeschlossen.

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