Musiktheater im Revier

Der „Nussknacker-Traum“ mit dem Gelsenkirchener Ballett

Der portugiesche Choreograf Benvindo Fonseca probt im Musiktheater im Revier mit dem Gelsenkirchner Ballett für das Kinderstück „Nussknacker-Traum“.

Der portugiesche Choreograf Benvindo Fonseca probt im Musiktheater im Revier mit dem Gelsenkirchner Ballett für das Kinderstück „Nussknacker-Traum“.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Der portugiesische Choreograf Benvindo Fonseca studiert mit dem Gelsenkirchener Ballett eine neue Sicht auf den populären „Nussknacker“ ein.

Er ist Leidenschaft pur. Die Probe verlässt er mit durchgeschwitztem Shirt, obwohl er selbst gar nicht mitgetanzt hat. Aber er geht eben mit. Benvindo Fonseca erzählt auch mit überbordender Leidenschaft, wenn er über seine Arbeit mit dem Ballett im Revier spricht. Der Choreograf verkörpert das Glück des Kreativen.

Die Sicht des Portugiesen auf das populäre Ballett „Der Nussknacker“ zur Musik von Peter Tschaikowski feiert am Samstag, 17. November, in einer neuen Version für Kinder ab acht Jahren Premiere im Musiktheater im Revier. Und darauf dürfen sicherlich auch die Erwachsenen gespannt sein.

Der Choreograf lebt in Lissabon

„Für mich ist der Nussknacker ein Stück über Familie und für die Familie und es gehört irgendwie in die Weihnachtszeit“, ist der Künstler, der in Mosambik geboren wurde und in Lissabon lebt, überzeugt.

Darum freut er sich ganz besonders, dass dieses Projekt nun an ihn herangetragen wurde. Am Musiktheater arbeitet er bereits zum zweiten Mal. „Ich liebe es!“, sagt er und strahlt.

Vor zwei Jahren zeigt er am MiR seine Choreografie „Dawn of announced End“ im Rahmen der Trilogie „B3 vertanzt“. Er kennt die großen Häuser dieser Welt, hat mehrfach an der Staatsoper Berlin gearbeitet: „Aber das Musiktheater mag ich sehr, ich fühle mich hier wohl, es funktioniert einfach alles.“

Klassisch trifft Modern Dance

Auch wenn die Compagnie mit 14 Tänzerinnen und Tänzern eher klein ist: „Das Ensemble ist ganz groß, es sind starke Tänzer.“ Das ganze Ensemble mischt mit bei der neuen Produktion. „Weil es ein Stück für Kinder ist, habe ich den Stoff um die Hälfte auf eine Stunde gekürzt.“ Titel der Choreografie: „Ein Nussknacker-Traum“. Und nach dem Konzept des Choreografen gerät dieser Traum zu einem zuckersüßen, knallbunten, spektakulären Märchen mit Tiefgang.

Die Tänzer werden dabei permanent in Bewegung sein, wenn die Geschichte der kleinen Klara erzählt wird, die zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt bekommt. In der Nacht erwacht das Spielzeug zum Leben und geht mit Klara auf eine abenteuerliche Reise voller Prinzen, Mäusekönige und Zuckerfeen.

Bekannte Musik mit internationalen Einflüssen

Die bekannte Musik Tschaikowskys wird vor allem im zweiten Teil der Produktion mit spanischen, indischen, portugiesischen und afrikanischen Klängen verschmelzen. Allesamt Kulturen, die mit der Familiengeschichte Benvindo Fonsecas zu tun haben.

Die Botschaft des Choreografen ist die: „Ich zeige nicht nur die kleine, private Familie, sondern die große Welt-Familie.“ In der alle Menschen ganz unterschiedlich sind: „Sie haben andere Hautfarben, andere Religionen, andere sexuelle Ausrichtungen. Sie sollten diese Unterschiede akzeptieren und alle die selben Rechte haben.“

Fonseca, klassisch und im Modern Dance ausgebildet, setzt in seiner Bewegungssprache auf Tempo und Emotion: „Was leicht aussieht, ist schwer zu tanzen.“ Die Bühne von Jürgen Kirner verspricht prallen optischen Genuss, ebenso wie die Kostüme von Thomas Lempertzt. In den leidenschaftlichen Worten des Choreografen: „Very beauuuutiful!“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben