Generationenprojekt

Der Emscherumbau geht in Gelsenkirchen auf die Zielgerade

Allein 29 größere Schachtbauwerke benötigt der Anschluss des Leither Bachs entlang der Hattinger Straße in Gelsenkirchen-Rotthausen, hier an der Fußgängerbrücke zum Mechtenberg.

Allein 29 größere Schachtbauwerke benötigt der Anschluss des Leither Bachs entlang der Hattinger Straße in Gelsenkirchen-Rotthausen, hier an der Fußgängerbrücke zum Mechtenberg.

Foto: Uli Kolmann / WAZ

Gelsenkirchen.  Am Nordsternpark sind die Kanalbauarbeiten der Emschergenossenschaft schon fertiggestellt. 2021 soll der Leither Bach abwasserfrei sein.

Am Wattenscheider Bach, etwa in Höhe des Doppel-Malakowturms an der Stadtgrenze zu Wattenscheid, hat die Emscher-Genossenschaft/Lippeverband (EGLV) nahezu alle Baugruben im Rahmen des Milliarden-Projekts „Emscherumbau“ zur Trennung von Abwasser und Frischwasser fertiggestellt. Die großen Kanäle mit Durchmessern von 1,6 bis 2,6 Meter werden unterirdisch voraussichtlich bis September 2020 vorangetrieben und angeschlossen. Parallel dazu laufen die Betonarbeiten an den Schachtbauwerken Ückendorfer/Bochumer Straße. Die naturnahe Umgestaltung entlang der dann nur noch Frischwasser führenden Bäche soll bis 2027 laufen.

Am Leither Bach in Rotthausen entlang der Grenze zu Essen und Wattenscheid bis zur Autobahn sind die Kanalbauarbeiten über 3,7 Kilometer fertiggestellt; insgesamt umfasst die Baumaßnahme vier Kilometer. Zurzeit werden die Schachtbauwerke errichtet, die für die spätere Unterhaltung des Kanals benötigt werden. Insgesamt sollen es 29 größere Schachtbauwerke und einige Anschlussschächte sein.

Arbeiten im Gelsenkirchener Gelände bis zum nächsten Sommer

Die Arbeiten für die technischen Anlagen am Leither Bach werden voraussichtlich bis Frühjahr 2021 fertiggestellt. Restarbeiten wie der Rückbau der Baustraßen und die Wiederherstellung des Geländes entlang der Bundesstraße werden sich noch bis in den Sommer 2021 hinein ziehen. Die ökologische Verbesserung des Gewässers soll nach Abschluss der Bauarbeiten für die Abwasserfreiheit des Leither Bachs Anfang 2021 starten. Über acht Kilometer werden entlang des Hüller Bachs die unterirdischen Abwasserkanäle verlegt, das zieht sich von Günnigfeld über Hordel und Herne. Von der Mündung in die Emscher im Bereich des Nordsternparks in Horst sind die Kanalbauarbeiten am größten Sammler im Emscher-Einzugsgebiet bereits fertiggestellt.

Sie sind aber noch nicht in Betrieb, da der Hüller Bach voraussichtlich erst im ersten Quartal 2021 an den Abwasserkanal Emscher angeschlossen wird. Im Sommer 2021 hofft die Emschergenossenschaft, alle Seitenanschlüsse an den Hüller Bach abwasserfrei anschließen zu können.

Auf der angrenzenden Wattenscheider Seite hatte die Emschergenossenschaft schon vor geraumer Zeit mit den vorbereitenden Arbeiten der Rodung an den Böschungen für die Baustraße und spätere Arbeitsfläche sowie den Kampfmittelbohrungen begonnen. Die ersten drei Baugruben sind fertiggestellt.

Seitliche Anschlüsse folgen noch

Nach Bombenverdachtsfällen zwischen Watermanns Weg und Marienstraße haben die Bautätigkeiten zwischenzeitlich geruht, wurden nach der Entwarnung aber fortgesetzt. Die aktuellen Verzögerungen im Bauablauf will die Emschergenossenschaft so gut wie möglich kompensieren, damit die Fertigstellung der Kanalarbeiten bis Ende 2021 gewährleistet werden kann. Die Renaturierung des Wattenscheider Bachs soll dort dann direkt im Anschluss erfolgen.

Am Watermanns Weg nahe der Stadtgrenze Gelsenkirchen/Bochum waren Bohrpfahlarbeiten für zwei Baugruben zum Kanalbau nötig. Die Ausführung habe sich wegen der Bombensuche verzögert, erklärt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft.

Wegen der Corona-Pandemie wurden die verdächtigen Stellen erst näher untersucht, als die Abstandsregeln etwas lockerer wurden. Ansammlungen von Menschen für eine eventuell notwendige Evakuierung sollten bis dahin unbedingt vermieden werden.

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