Parkserie

Der Bulmker Park war mal größter Schwarzmarkt im Ruhrgebiet

Grüne Lunge Gelsenkirchens: Der Bulmker Park lockt viele Besucher ins Grüne.

Grüne Lunge Gelsenkirchens: Der Bulmker Park lockt viele Besucher ins Grüne.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen.  Der Bulmker Park in Gelsenkirchen erlangte zweifelhaften Ruhm. Nicht nur der Tod des letzten Hirschs im Tiergehege sorgte für Aufsehen.

Weltberühmt wurde Bulmke zwar nicht. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949 war der beliebte Bulmker Park Zentrum des größten Schwarzmarkts im Ruhrgebiet und schaffte es zu zweifelhaftem Ruhm. Denn es waren Feldgärten entstanden und die reichten, um das Notwendigste fürs Leben im Tauschgeschäft zu ergattern.

1902 entstand der Park, der bis heute seinen bedeutenden Platz im Bewusstsein und bei der Erholung vieler Gelsenkirchener hat. Gebaut wurde er auf Initiative des Gelsenkirchener Landrates Dr. Hammerschmidt. Der war der Überzeugung, dass der Bau einer „Volkserholungsstätte“ nötig war, der Kreis sah das genau so und unterstützte dieses Anliegen finanziell. Der Bulmker Park, früher auch Hohenzollern-Park genannt, wurde 1902 mit einem Kostenaufwand von 25.000 Mark angelegt. Damals war er 5,5 Hektar groß.

Vorbild waren englische Gärten

Vorbilder waren – wie so oft zu der damaligen Zeit – die englischen Gärten. Der Entwurf stammt vom damaligen Gartenbauinspektor Stefen aus dem Jahr 1900. Unter der Leitung des damaligen Stadtgartendirektors Simon entstand der Park, der in einem sehr sumpfigen Gelände angelegt wurde. Da lag es nahe, das Erholungsgebiet mit einer Teichanlage zu versehen. Vermerkt ist in alten Aktenaufzeichnungen, „das Gelände vermittels des Teichaushubs auf gesunde Höhe zu bringen“.

Damals gab es auch einen Bootsverleih auf dem neu entstandenen Teich. Geschwungene Wege wechselten mit Freiflächen ab, einzeln stehende prächtige Bäume mit Baumgruppen. An der Westseite wurde ein monumentales Eingangstor errichtet, das heute nicht mehr vorhanden ist, im östlichen Teil des Parks ein Gärtnerhaus.

Spektakuläre Hinrichtung im Tierpark

Eine Attraktion zur damaligen Zeit war auch ein Tiergehege mit überwiegend heimischen Tierarten, das von 1930 bis 1944 die Besucher und Spaziergänger erfreute. Allerdings war das Ende des letzten Bewohners des kleinen Tierparks eher spektakulär und wenig romantisch. Es war ein Hirsch, der im Herbst 1944 eine Frau angefallen hatte und daraufhin „zunftmäßig“ erschossen wurde, so ein Dokument. Weiter heißt es in dem damaligen Schreiben: „Er landete vier Wochen vor Weihnachten im Westfälischen Kaufhaus (WEKA) und wurde dort gegen Fleischmarken in Einzelportionen abgegeben.

Heute ist der Park mit dem Teich eine wichtige innerstädtische grüne Lunge zur Erholung der Erwachsenen und zum Spielen für Kinder. Die einst prägenden Parkstrukturen und Gestaltungsmerkmale aus der Zeit der „Volksgartenbewegung“ sind noch überwiegend erhalten geblieben und heute so beliebt wie vor vielen Jahrzehnten. Direkt an den Bulmker Park schließt sich heute der Burgers Park an, der in etwa die gleiche Größe hat – ungefähr sechs Hektar. Den Bulmker Park erreicht man unter anderem von der Elisenstraße aus.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben