Statistik

Das sind die häufigsten Todesursachen von Gelsenkirchenern

Im Jahr 2019 sind in Gelsenkirchen 3476 Menschen gestorben – Todesursache Nummer eins waren – wie in den Jahren zuvor – Erkrankungen des Herzkreislaufsystems.

Im Jahr 2019 sind in Gelsenkirchen 3476 Menschen gestorben – Todesursache Nummer eins waren – wie in den Jahren zuvor – Erkrankungen des Herzkreislaufsystems.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Das Statistische Landesamt hat die häufigsten Todesursachen ermittelt. Was die Zahlen bedeuten, woran die meisten Gelsenkirchener gestorben sind.

Woran sterben die Menschen in Gelsenkirchen ? Was sind die häufigsten Todesursachen? Das Statistische Landesamt hat Zahlen veröffentlicht, die darüber Aufschluss geben. Demnach waren Krankheiten des Kreislaufsystems, also beispielsweise Herzinfarkte oder Schlaganfälle, wie auch schon im vergangenen Jahr, wieder die mit Abstand häufigste Todesursache.

Todesursache Nummer eins in Gelsenkirchen: Erkrankungen des Kreislaufsystems

Zum Hintergrund: Im Jahr 2019 sind in Gelsenkirchen insgesamt 3476 Menschen gestorben. 2018 verzeichnet die Stadt 3486 Verstorbene, im Vergleich zu 2019 ist das eine Abnahme um 0,3 Prozent. Im Jahr 2014 waren es noch weniger: 3268 Menschen. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass 2014 weniger Menschen in Gelsenkirchen gelebt haben, laut Statistischem Bundesamt waren es genau 257.850. Mit Stand 30. Juni 2020 leben laut Stadt 264.315 Einwohner nördlich und südlich des Kanals.

Krankheiten des Kreislaufsystems waren in allen drei Jahren die Todesursache Nummer eins . Hier gibt es nur leichte Schwankungen, die Zahlen bleiben über die Zeit relativ konstant. 1079 Gelsenkirchener starben im vergangenen Jahr daran, der Anteil lag bei 31 Prozent. Vor zwei Jahren führten Kreislauferkrankungen bei 1076 Menschen zum Tode, 2014 waren es 1180 Menschen.

„Wenige Menschen werden nach ihrem Tod obduziert“

Dr. Arnold Greitemeier, niedergelassener Arzt und Vorsitzender des Verwaltungsbezirkes Gelsenkirchen bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe, sieht jedoch Einschränkungen, verweist auf die methodischen Schwächen: Bei der Statistik könne nicht immer im Detail geprüft werden, was genau nun zum Tode geführt hat. „Nur wenige Menschen werden nach ihrem Tod obduziert“, so Greitemeier. Mit einem gewissen Unbestimmtheitsfaktor wird dann ein Herz-Kreislauf-Tod attestiert.

Mit einer Erkrankung, die unmittelbare Folgen auf das Herz-Kreislauf-System hat, befasst sich Greitemeier tagtäglich in seiner Praxis: „Diabetes nimmt natürlich zu“, sagt der Diabetologe, dafür sei unter anderem der Lebensstil verantwortlich. Die Dunkelziffer sei nach wie vor hoch. Ganz wichtig dabei: „Mit dem Hintergrund einer Diabetes-Erkrankung finden viele weitere Krankheiten statt“ – so zum Beispiel die chronische Nierenkrankheit oder eben auch Herzkrankheiten.

2019 verloren 846 Gelsenkirchener ihr Leben nach einer Krebsdiagnose

Die zweithäufigste Todesursache: bösartige Neubildungen – also Krebs. 846 Gelsenkirchener verloren 2019 ihr Leben nach einer Krebsdiagnose , sie machen fast ein Viertel der Gesamtzahl aus (24,3 Prozent). Doch die Zahlen sind im Vergleich zu 2018 und 2014 gesunken: 876 Todesfälle durch Krebs verzeichnen die Statistiker 2018, vor fünf Jahren waren es 873.

Für Arnold Greitemeier könnten die mittlerweile gut etablierten Vorsorgeuntersuchungen eine Erklärung sein. Da wäre zum Beispiel das so genannte Mammographie-Screening-Programm. Seit fast 20 Jahren ist es ganz wesentlicher Bestandteil zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren ohne Symptome.

In NRW sind im vergangenen Jahr 206.479 Menschen gestorben

Eines fällt beim Blick auf die Zahlen besonders auf: Krebserkrankungen der Atmungs- und weiteren inneren Organe fallen hinter den „sonstigen bösartigen Neubildungen“ in der Statistik zurück , liegen aber an zweiter Stelle in diesem Krankheitsbereich. 290 Menschen sind an den Folgen von sonstigen bösartigen Neubildungen in 2019 gestorben. 2018 waren es mit 320 Menschen noch deutlich mehr. Im Vergleich der beiden vergangenen Jahre verzeichnet das Statistische Landesamt eine Abnahme von 3,4 Prozent bei den Krebserkrankungen als Todesursache.

Insgesamt sind im Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen 206.479 Menschen gestorben – und damit rund 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Mit 30,6 Prozent (63.082 Verstorbene) waren Krankheiten des Kreislaufsystems auch NRW-weit die mit Abstand häufigste Todesursache.

Auf Landesebene gliedert sich die Geschlechterverteilung wie folgt auf: 32,9 Prozent der Frauen und 28,1 Prozent der Männer starben an den Folgen einer Kreislauferkrankung. Allerdings: Zwischen dem 40. und 80. Lebensjahr verstarben anteilig mehr Männer als Frauen an eben diesen Erkrankungen.

In anderen Ruhrgebietsstädten sieht es ganz ähnlich aus: Auch in Gladbeck, Mülheim oder Duisburg waren Kreislauferkrankungen häufigste Todesursache.

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