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Das sagen Gelsenkirchens SPD-Politiker zum neuen Führungsduo

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken sind die neuen Vorsitzenden der SPD:

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken sind die neuen Vorsitzenden der SPD:

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Gelsenkirchen.  Die SPD hat ein neues Führungsduo: Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Was sagen Gelsenkirchens SPD-Politiker dazu? Erste Reaktionen.

Auf sein Bauchgefühl kann sich Frank Baranowski offenbar verlassen: Für den Oberbürgermeister von Gelsenkirchen hatte nach dem ersten Wahlgang alles darauf hingedeutet, dass es bei der finalen Abstimmung über das neue SPD-Führungsduo auf Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken hinauslaufen wird. So ist es nun tatsächlich gekommen. Ob das eine gute Entscheidung für die SPD ist? „Das wird man sehen.“

Frank Baranowski: „Wir haben uns jetzt fast ein Jahr mit uns selbst beschäftigt“

Baranowski rechnet vor, dass er in seinen vier Jahrzehnten SPD-Mitgliedschaft bislang zwölf Vorsitzende erlebt hat – beginnend mit Willy Brandt. Das Duo Walter-Borjans/Esken sei nun Nummer 13. „Ich habe alles erlebt. Da bin ich gelassen.“ Wichtig sei, dass die beiden Lager, die es zweifelsfrei gebe, nun wieder vereint werden. „Ich hoffe mal, dass jetzt alle in der SPD den Schuss gehört haben.“ Denn mit weiteren Diskussionen übers Personal müsse nun endlich Schluss sein. „Wir haben uns jetzt fast ein Jahr mit uns selbst beschäftigt, anstatt die Energie in gutes Regieren zu stecken.“

Dass die Entscheidung gegen Olaf Scholz negative Auswirkungen auf den Fortbestand der Großen Koalition hat, hofft der OB indes nicht. Insofern sieht er den Vorstoß Saskia Eskens, den Koalitionsvertrag mit der Union nachzuverhandeln, kritisch: „Dieser Koalitionsvertrag ist auch von den Mitgliedern der SPD so beschlossen worden.“

Heike Gebhard: „Den Neuanfang verkörpern Walter-Borjans und Esken offenbar stärker“

Die SPD-Landtagsabgeordnete Heike Gebhard hätte sich vorab nicht getraut, eine Prognose über den Ausgang der Abstimmung abzugeben. „Ich habe sehr an ein knappes Ergebnis geglaubt.“ Ein von der Basis gewünschter echter Neuanfang habe letztlich den Ausschlag gegeben: „Niemand spricht Olaf Scholz seine Erfahrung ab. Aber den Neuanfang verkörpern Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken für die meisten Parteimitglieder offenbar stärker.“

Gebhard ist nun gespannt, mit welchem Ergebnis der Bundesparteitag das neue Führungsduo bestätigen wird. Dass die Wahl gleich das Ende der Großen Koalition in Berlin bedeutet, damit rechnet sie nicht, aber: „Es ist ja gesagt worden: Nach der Hälfte der Legislaturperiode wird noch mal geguckt.“ Genau dies geschehe nun mit der Forderung nach einer Nachverhandlung über den Koalitionsvertrag. Gebhard: „Manches muss man halt noch anschärfen. Das ist auch die Erwartungshaltung der Mitglieder.“

Markus Töns: „Wir haben noch eine ganze Reihe von Aufgaben abzuarbeiten“

Auch Gelsenkirchens SPD-Chef Markus Töns hatte mit einem knappen Ergebnis gerechnet. Für wen er votiert hat, will er nicht verraten – aber er ist sich sicher: „Wir haben jetzt zwei gute Leute. Insofern ist es die richtige Entscheidung.“

Die Wahl zur neuen SPD-Spitze sei keine Abstimmung über die Große Koalition gewesen, glaubt Töns, der sich einen Fortbestand wünscht. „Wir haben noch eine ganze Reihe von Aufgaben abzuarbeiten“, sagt er und nennt unter anderem die Grundrente und die Altschuldenhilfe. „Gerade die ist für Gelsenkirchen enorm wichtig, weil er die Stadt von einer enormen Schuldenlast befreien wird.“

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