Nachruf

Das Musiktheater im Revier trauert um Sänger Rüdiger Frank

Der Schauspieler und Sänger Rüdiger Frank ist mit 52 Jahren gestorben. In den vergangenen Jahren war er in mehreren Rollen im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen zu sehen, aktuell als Herodes in der Rockoper „Jesus Christ Superstar“.

Der Schauspieler und Sänger Rüdiger Frank ist mit 52 Jahren gestorben. In den vergangenen Jahren war er in mehreren Rollen im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen zu sehen, aktuell als Herodes in der Rockoper „Jesus Christ Superstar“.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Er wollte Rockstar werden und kam 1994 zum Theater: Rüdiger Frank, dieser kleine, große Schauspieler machte Karriere. Er wurde nur 52 Jahre alt.

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Er war körperlich klein, aber ein Großer in seinem Metier, ein Mann mit vielen Rollen, ein vielseitiger Bühnen-Akteur und eine außergewöhnliche Persönlichkeit: Rüdiger Frank ist vergangene Woche nach längerer Krankheit gestorben. Er wurde nur 52 Jahre alt. Das Musiktheater im Revier trauert um einen Künstler, der in Gelsenkirchen besonders in der Doppelrolle als Hoffmann und als Klein Zaches in der Steam-Punk-Oper „Klein Zaches, genannt Zinnober“ in Erinnerung bleiben wird.

Generalintendant Schulz würdigt Rüdiger Frank

„Rüdiger war für mich, für uns alle, eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit, sowohl auf als auch hinter der Bühne. Sein herzliches und feines Wesen, sein aufrechtes und konsequentes Denken und Handeln haben ihn zu einem der wertvollsten Partner in der Theaterarbeit für mich gemacht. Er forderte alles von sich und anderen, verstand es aber gleichzeitig immer moderierend und motivierend in Ensemble und Produktion zu wirken. Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, Haltung und Größe waren ihm zu eigen und uns ein Vorbild“, würdigt Generalintendant Michael Schulz, der seit über fünfzehn Jahren regelmäßig mit Rüdiger Frank gearbeitet hat, den Verstorbenen. Für ihn und „alle, die ihn kennenlernen durften“, war der Mensch „Rüdiger Frank eine immense Bereicherung. Ich bin sehr traurig und werde ihn mehr als vermissen.“

1994 eher zufällig zum Theater gestoßen

Frank erlaubte es den Umständen und seiner Körpergröße (er maß nur 134 Zentimeter) nie, sich seinen Träumen in den Weg zu stellen: „Mit sieben Jahren wollte ich Rockstar werden. Dann hat es noch ein bisschen gedauert“, stellte er in seiner Vita fest. Frank tourte er mit seiner Gothik-Band und „The Tors of Dartmoor“ seit er 18 war durch die Clubs der Republik. Später kam die Formation „Romeo is bleading“ hinzu, die von Tom Waits inspirierte Musik machte. Eine lange in Arbeit befindliche Solo-CD konnte er nicht abschließen.

Der Ludwigsburger fand 1994 eher zufällig zum Theater und war gleich Hauptdarsteller der Oper „Der umgestaltete Mißgestalte“ nach einem Fragment von Lord Byron. Zahlreiche Engagements folgten: Seine Rollen spielte Rüdiger Frank stets mit vollem Einsatz und hat sich dabei nie geschont. In der Rolle des Klingsor in Richard Wagners „Parsifal“ spielte er unter der Regie von Michael Schulz bei den Salzburger Oster-Festspielen und im Poly Theater Beijing. Darüber hinaus trat er unter anderem am Aalto-Musiktheater Essen, der Komischen Oper Berlin, dem Nationaltheater Weimar, dem Theater der Altstadt Stuttgart, dem Staatstheater Kassel, dem Theater Hof, bei den Salzburger Festspielen, den Ruhrfestspielen Recklinghausen und den Kreuzgangspielen Feuchtwangen auf. Rüdiger Frank reüssierte auch mit eigenen Regiearbeiten, bei denen er meist selbst Darsteller war.

Riff Raff im Musical „Rocky Horror Show“

Das Gelsenkirchener Publikum kennt Rüdiger Frank als Gott in der Oper „Mefistofele“, als Riff Raff im Musical „Rocky Horror Show“, als Piccolo in der Operette „Im Weißen Rößl“ und aktuell als Herodes in der Rockoper „Jesus Christ Superstar“.

Rüdiger Frank, so das Musiktheater in seinem Nachruf, „gehörte zu jenen besonderen Künstlern, die sich nicht einfach umbesetzen lassen: sein Tod reißt eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird“.

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