Kunstwerk

Das Mobile im Gelsenkirchener Rathaus ist erneut defekt

Das 20 Meter hohe kinetische Kunstwerk im Hans-Sachs-Haus von Gelsenkirchen musste schon mehrfach wegen diverser Defekte wieder abgehängt werden. Hier ist es kurz nach der Wiederaufhängung im März 2017 zu sehen.

Das 20 Meter hohe kinetische Kunstwerk im Hans-Sachs-Haus von Gelsenkirchen musste schon mehrfach wegen diverser Defekte wieder abgehängt werden. Hier ist es kurz nach der Wiederaufhängung im März 2017 zu sehen.

Foto: Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Das kinetische Kunstwerk im Bürgerforum des Hans-Sachs-Hauses steht unter keinem guten Stern: Der TÜV hat bei der Abnahme die Bolzen beanstandet

„Bis dass der TÜV uns scheidet“, schwört manch Fahrer seinem Auto die Treue. Nicht geschieden, aber auf unbestimmte Zeit getrennt hat der Technische Überwachungsverein das Hans-Sachs-Haus von seinem Mobile.

Das „schwebende“ Kunstwerk mit den 28 großformatigen Schwarz-Weiß-Porträts Gelsenkirchener Bürger liegt, kaum dass es Anfang des Jahres einige Tage wieder an Ort und Stelle über dem Foyer schwebte, fein säuberlich verpackt an gut gesichertem Ort. Den Grund nennt Stadtsprecher Martin Schulmann: „Der TÜV hat bei der Abnahme die tragenden Bolzen beanstandet.“

„Irgendwann wird das Mobile wieder hängen“

Die hätten sich, mit bloßem Auge zwar kaum wahrnehmbar aber messbar, durchgebogen. Jetzt müssen also neue Bolzen angefertigt werden. Schulmann verspricht aber: „Irgendwann wird das Mobile wieder hängen.“

Hängend hatten es schon viele Besucher und die Mitarbeiter des Hans-Sachs-Hauses zu Jahresbeginn gesehen, nachdem der opulente Adventskranz abgehängt worden war. Die Fläche unterhalb des Mobiles war allerdings mit Flatterband abgesperrt, weil der TÜV das Kunstobjekt noch nicht abgenommen hatte. Was er, wie man jetzt weiß, wegen der gebogenen Bolzen auch nicht tat. Also mussten die 28 hängenden Gesichter wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.

Unter keinem guten Stern

Überhaupt scheint das Mobile unter keinem guten Stern zu stehen, denn seit seiner Einweihung im August 2013 musste es schon mehrfach wegen Defekten wieder abgehängt werden.

Unter dem Motto „Dein Gesicht für Gelsenkirchen“ hatten sich vor fünf Jahren mehr als 130 Bürger für die Fotoaktion beworben, 28 Auserwählte (eine Jury bestehend aus WAZ-Mitarbeitern, der Stadt Gelsenkirchen und drei Mitglieder des WAZ-Leserbeirates wählten die 28 Gesichter aus) waren daraufhin von Fotograf Pedro Malinowski im Wissenschaftspark in Szene gesetzt worden.

Propeller sollte für sanfte Bewegungen sorgen

Designerin Katharina Marg hatte schließlich aus den Bildern ein komplett in sich bewegliches Mobile geschaffen, 14 Meter breit und 20 Meter hoch. Ein kleiner Propeller im oberen Querträger, angetrieben durch zehn Solarpanels, sollte für in eine kontinuierliche sanfte Bewegung sorgen.

Doch zunächst standen Rauchmelder der Bewegung im Weg, dann stürzten Teile des Mobiles zwei Tage nach der Einweihung zu Boden, so dass es wieder abgehängt werden musste. Während der Reparatur meldete die Firma, die das Werk Instand setzen sollte, Insolvenz an. So war lange unklar, ob das Mobile jemals den Weg zurück ins Hans-Sachs-Haus finden würde. Erst im Sommer 2015 kehrten die schwebenden Gesichter zurück, diesmal mit Stahlseilen gesichert. Doch die Freude währte nicht lange. . .

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