Theater

Das herrliche Spiel „Männlein verwechsel’ dich“

Melanie Gwizdek (Hausdame Julie) und Heike Glittenberg (als Malerin Jaqueline) von der Laientheatergruppe Preziosa in Aktion.

Melanie Gwizdek (Hausdame Julie) und Heike Glittenberg (als Malerin Jaqueline) von der Laientheatergruppe Preziosa in Aktion.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Die Theatergesellschaft Preziosa feierte mit dem Schwank „Hier sind Sie richtig“ Premiere in der Aula der Gesamtschule Ückendorf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Ich war ein strahlender Stern, bis ich verblasste!“ Arme Georgette. Die einst gefeierte Bühnendiva lebt irgendwo in Frankreich und vermietet die Zimmer ihrer Wohnung. Die Gäste nerven, die Farben der Malerin Jaqueline stinken, das Klaviergeklimper der Musikerin Janine dröhnt. Georgette will einfach nur weg mit ihrem Dienstmädchen Julie, das Plakat für das Theaterstück „Sodome et Gomorrhe“, in dem sie einst mitspielte, würde sie wohl mitnehmen. Aus dem Off klingt Joe Dassins Schlager „Les Champs d’Elysées“ wie eine Sehnsuchtsmelodie.

Model und Mann gesucht

Das Problem: Georgette braucht einen Nachmieter, Jaqueline und Janine – von ihrem bevorstehenden Rausschmiss nichts ahnend – ein Model und einen Schüler. Und die kleine Julie will endlich einen Mann. Die Lösung: Zeitungsannoncen. Julie sagt arglos und ziemlich witzig: „Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Mann und einer Espressomaschine. Ich habe mal eine gute gebrauchte per Zeitungsannonce bekommen.“

Was folgt, kann man sich denken. Spartacus, Bertrand, Bernard und Jean greifen ein ins Geschehen und bringen ganz schön Trouble in die Bude. Es wird verwechselt, dass es kracht. Aber das ist typisch für das Genre Schwank. Es hagelt peinliche Situationen, bevor im Finale schließlich jede zu dem findet, zu dem sie gehört.

„Vorbedingung schöne Füße“

Es gibt viele Zwischenlacher in dem Stück von Marc Camoletti, das Regisseur Dirk Maischak ziemlich lässig zur gefeierten Premiere führte. Die Bühne ist außerordentlich stilsicher eingerichtet, die Darsteller der Theatergesellschaft Preziosa spielen mehr als nur engagiert; sie sind richtig gut, sie sind textsicher. Besonders Melanie Gwizdeck als Dienstmädchen Julie hat die Sympathien auf ihrer Seite.

Schön auch Camolettis Idee, die schnöde Zeitungsannonce mal in den Mittelpunkt einer Handlung zu stellen. Da wird ja gern abgekürzt, was das Zeug hält; Abkürzungen machen die Aufgabe billiger. Da wird dann „V.s.F“ gerne mal als „Vorbedingung schöne Füße“ oder wahlweise als „Vorbedingung solide Familie“ gelesen.

Klassische Unterhaltung, ein Schwank erster Güte. Verdienter Applaus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben