Theaterfest

Das „Europefiction“-Camp startet bunt in Gelsenkirchen

Zwei große bunte Zirkuszelte weisen in Gelsenkirchen Bismarck den Weg zum Europefiction Camp hinter dem Consol-Theater.

Zwei große bunte Zirkuszelte weisen in Gelsenkirchen Bismarck den Weg zum Europefiction Camp hinter dem Consol-Theater.

Foto: Dominik Sutor / Europefiction

Bismarck.  Am Samstag haben rund 140 junge Theatermacher das „Europefiction“-Camp in Gelsenkirchen bezogen. Zur Eröffnung gab es viel Musik.

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Die zwei großen, bunten Zirkuszelte auf dem Gelände hinter dem Consol-Theater lassen es schon von Weitem erahnen: Hier entsteht wieder Großartiges! Und es ist bunt und turbulent, denn hier sorgen nicht nur die Zelte für Farbe auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation, sondern auch die 140 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in farbenfrohen Outfits über das Gelände laufen. „Europefiction“ heißt das Zauberwort, das hier alle verbindet – und schon gleich zur Eröffnung für den ein oder anderen gemeinsamen Trommelwirbel sorgte.

Gemeinsam Theater spielen in Gelsenkirchen

Dabei sprechen die Teilnehmer alle Englisch – das ist hier die offizielle Camp-Sprache, denn die jungen Theatermacher kommen aus sechs verschiedenen europäischen Ländern. Sie sind angereist, um im Gelsenkirchener Süden neun Tage lang gemeinsam Theater zu spielen, an einem umfangreichen Workshopprogramm teilzunehmen und um sich über Fragestellungen rund um Europa auszutauschen.

Das am Samstag, 13. Juli, eröffnete Sommercamp bildet den feierlichen Abschluss des „Europefiction“-Projektjahres 2019. Jugendgruppen von fünf Ruhrgebietstheatern – Dortmund, Bochum, Hamm, Herne und Gelsenkirchen – haben in den vergangenen Monaten mit je einer Jugendgruppe eines Theaters aus dem europäischen Ausland zusammengearbeitet. Mit dabei, das Theater Rotterdam, La Transplanisphère Paris, La Baracca Bologna, Kolibri Theater Budapest und 20 Stories High aus Liverpool.

Im Bismarcker Camp kommen alle zusammen

Alle Ruhrgebietsgruppen waren bereits bei ihren jeweiligen Partnerstädten zu Besuch – das große Zusammentreffen aller Teilnehmenden ist nun das Camp in Gelsenkirchen. Und das startete gleich am frühen Nachmittag sehr musikalisch: Gemeinsam mit Musikern des Weltmusik-Ensembles „Royal Street Orchestra“ eröffneten die Organisatoren vom Consol Theater – Georg Kentrup, Nelly Köster und Andrea Kramer – das diesjährige Camp.

Auch Reinhard Krämer vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen war als Gastredner bei der Eröffnung dabei. Er betonte die tiefe Verbindung, die Kunst und Kultur mit den ehemaligen Schaffensplätzen der Kohleindustrie eingegangen seien: „In der Kombination zwischen diesen Orten und der Kunst liegt großes kreatives

Potential.“ Insbesondere die politische Ausrichtung, die zu „Europefiction“ gehört, liegt Krämer am Herzen, und so betonte er: „Europa befindet sich in einer Krise der Solidarität und der Humanität. Es muss Verantwortung übernommen werden, um diese Probleme zu lösen. Und wer könnte besser eine Vision für eine solidarische und humanitäre Welt entwickeln, als die jungen Erwachsenen?“

Diskussionsrunden am Lagerfeuer

Auch die Gelsenkirchener Stadträtin Annette Berg machte sich in ihrer Ansprache für eine politisierte Jugend stark – und ging dabei sogar einen Schritt weiter: „Wir müssen uns klar machen: Es ist nicht nur unsere Aufgabe, junge Menschen bei der Arbeit an einer besseren Welt zu unterstützen, sondern wir müssen ihnen aktiv den Weg frei machen.“ Das nun eröffnete Camp wird den Jugendlichen bis einschließlich Sonntag, 21. Juli, viel Raum für diese Schaffenskraft bieten: Bei einem ausgefeilten und dezidiert politischen Workshopprogramm sowie bei

Diskussionsrunden mit Expertinnen und Experten am Lagerfeuer werden in der kommenden Woche zahlreiche Pläne für ein demokratischeres, solidarischeres und besseres Europa geschaffen werden – und das über viele Ländergrenzen hinweg. Zuhören, Mitdiskutieren und Einmischen ist dabei übrigens ausdrücklich erwünscht: „Wir möchten kein abgeschottetes Camp sein, hier sind auch Bürger aus dem Umfeld jederzeit herzlich eingeladen, sich ein eigenes Bild vom Campleben und von ‘Europefiction’ zu machen“, betonte Georg Kentrup.

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