Kunst

Das Element Luft wesenhaft und geradezu greifbar gemacht

Heike Klinger, Christel Ziebert, Christel Klarhöfer, Cordula Stein, Christian Hardick, Monika Stolarczyk-Salehian, Gerd Schneider und Renate Bräntlein (v.l.) stellen zum Element„Luft“ aus.

Heike Klinger, Christel Ziebert, Christel Klarhöfer, Cordula Stein, Christian Hardick, Monika Stolarczyk-Salehian, Gerd Schneider und Renate Bräntlein (v.l.) stellen zum Element„Luft“ aus.

Foto: Ingo Otto / FFS

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Die Elemente-Ausstellung im Bund Gelsenkirchener Künstler endet mit „Luft“. Umweltvernichtung, Leichtigkeit und Gedankenspiele stehen im Zentrum.

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Eine Spur von Gefahr, ein Ahnen des möglichen Verlustes und gleichzeitig ein Spiel mit dem Medium und damit mit dem Element ist den Arbeiten im Domizil des Bundes Gelsenkirchener Künstler gemeinsam. So ganz verschieden sind dagegen die Ausdrucksformen. Die Ausstellungs-Reihe zu den vier Elementen im Haus an der Bergmannstraße mündet in „Luft“.

Neun von ihnen haben sich diesmal zusammengetan, doch die Arbeiten hängen und stehen nicht nach Personen sortiert, was von vornherein deutlich macht, dass die Herangehensweise sehr unterschiedlich ist. Den Assoziationen ist jede Menge Raum gegeben, dem Thema damit viel Spiel.

Die Botschaft: Protest und Verlustangst

Monika Stolarczyk-Salehian gibt offen zu, dass sie am augenfälligsten Stück im Raum einfach nicht vorbeikam: eine grüne Luftmatratze in Blattform, gleich mit angeclipster Luftpumpe. Weich, organisch, Sauerstoff-Produktion, spürbar, das Thema wird greifbar. Ebenso folgt sie ihrer Vorliebe, dem Sechseck, hier allerdings eingepackt in Luftpolsterfolie, ein Protest der eigenen Art gegen Verpackung, gegen Kunststoffe, gegen Ressourcen-Vernichtung.

Der Protest zieht sich auch durch das Schaffen von Christel Zibert. Ihre Exponate zu „GE-Zeiten“ weisen auf die Veränderung des Klimas und die Bedrohung der Menschen hin. Gleich daneben die Figur des „Luftikus“ aus Fundstücken, der nicht merkt, dass die Säge den Ast, auf dem er unbeschwert sitzt, schon halb durchtrennt hat.

Luft wirbelt, schmeichelt, bewegt und deckt auf

Schon als Fotos fallen Gerd Schneiders Werke auf, die das Thema wieder von einer anderen Seite angehen. Das raumhohe Bild einer geradezu majestätischen Windkraftanlage bekommt eine kritische Note durch die Federn auf dem Boden davor: „Vogelschlag“. Und gleich daneben versetzt der „Luftwirbel“ in einem transparenten Rohr weiße Brocken vor Wort-Teilen zum Begriff „Luft“.

„Luftwesen“ finden sich bei Cordula Stein und Christel Klarhöfer, aber nur dem, der sie sehen will, und sich

auf die Anspielungen der fließenden Formen und schmeichelnd-beruhigenden Farbtöne einlässt, „weil sie nur zu oft dem Auge verborgen bleiben“. „Dabei spüren wir die Luft“, erläutert Stein, „aber vielleicht sonst auch nichts mehr.“

Vernissage ist am Freitag, 22. November, um 19 Uhr, Bergmannstraße 53. Sabine Leichner-Heuer, Vorsitzende des Künstlerbundes Gelsenkirchen, erläutert die Werke, Marianne und Matthias Geiger unterhalten musikalisch.

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