Kultur

Corona: Musiktheater Gelsenkirchen fordert Plan für Öffnung

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Sie wollen wieder spielen: Das Musiktheater im Revier fordert von der Politik einen Plan, wann und wie der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Sie wollen wieder spielen: Das Musiktheater im Revier fordert von der Politik einen Plan, wann und wie der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Das Gelsenkirchener Musiktheater fordert gemeinsam mit sechs anderen Opernhäusern von der Politik einen Plan für die Wiederaufnahme des Betriebs.

Das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen fordert in einer gemeinsamen Erklärung mit sechs weiteren Bühnen der Region – unter anderem dem Aalto-Musiktheater Essen – politische Akteure im Land und Bund auf, einen realistischen und zügigen Zeitplan zur Wiederaufnahme des Vorstellungsbetriebes zu erarbeiten und dafür in einen direkten und konstruktiven Dialog mit den Kulturschaffenden zu treten. Das erklärte Ziel der Bühnen: Den den Vorstellungsbetrieb baldmöglichst, jedoch spätestens ab dem 1. September 2020, wieder aufnehmen zu dürfen.

Die Opern in NRW seien in der Lage, Stückauswahl, Inszenierungen und das Besuchermanagement so anzupassen, dass diese den medizinischen und hygienischen Vorgaben entsprechen. Der kulturelle Schatz, den die Opernhäuser darstellten, müsse auch in Krisenzeiten geschützt und bewahrt werden.

Massive, existenzielle Bedrohung freier Künstler

Die hohe gesellschaftliche Verantwortung, die die Theater als Ort sozialer Begegnungen für die Pandemie-Eindämmung haben, erkenne man ausdrücklich an, heißt es in dem Schreiben. Ebenso akzeptiere man den grundsätzlichen Vorrang medizinisch gebotener Notwendigkeiten vor wirtschaftlichen und künstlerischen Überlegungen. Dies gelte ausdrücklich auch für eine verantwortungsvolle Exit-Strategie. Doch vor allem die freien Künstler seien massiv existenziell bedroht durch die behördlich angeordneten Einschränkungen.

Einzigartige Theaterlandschaft in Deutschland erhalten

Daher müsse dringend ein Fahrplan zur zügigen Aufnahme des Vorstellungsbetriebes erarbeitet werden, um individuelle soziale Härten abzuwenden und die Grundlagen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung des Kulturstandortes Deutschland mit seiner einzigartigen Theaterlandschaft zu erhalten. Dafür brauche es klare Entscheidungen und eine bundesweite Abstimmung der Regelungsgrundlagen.

Inszenierungen mit kleinerer Besetzung möglich

Dafür sollte Politik das Fachwissen der Opernhäuser nutzen. Es gebe Opernrepertoire für kleinste instrumentale Formationen ohne Chor, ebenfalls für Musicals und Operetten. Denkbar sei auch, vorübergehend einzelne Chor- oder Orchesterstimmen über Teilplayback einzuspielen und so die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

Gleiche Regeln für Kultur, Sport, Religion und Wirtschaft

Kultur, Sport, Religionsgemeinschaften und Wirtschaft, so die Forderung, müssten gleich betrachtet werden. Es müsse strikt medizinisch begründet werden, welche Schutzmaßnahmen beachtet werden müssen – unabhängig davon, ob sie z.B. von einem Gotteshaus oder Theater umgesetzt werden.

Theater müssen täglich zwischen professioneller Vorbereitung für eine erfolgreiche Durchführung und den Risiken einer drohenden Absage abwägen. Es ist daher dringend geboten, eindeutige Kriterien und klare Rahmenbedingungen in Bezug auf die zügige Aufnahme des Vorstellungsbetriebes zu erarbeiten.

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