Glaube und Corona

Corona: Gelsenkirchener Gemeinde lädt zum Hausgottesdienst

Einen Martinszug wird es in diesem Jahr in der Gelsenkirchener Gemeine St. Hippolytus nicht geben. Dafür bietet die Gemeinde Familien eine Alternative für Daheim an.

Einen Martinszug wird es in diesem Jahr in der Gelsenkirchener Gemeine St. Hippolytus nicht geben. Dafür bietet die Gemeinde Familien eine Alternative für Daheim an.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Horst/Beckhausen.  Der Martinszug in Gelsenkirchen-Horst fällt aus – das Fest soll es nicht, so die Pfarrei St. Hippolytus. Sie hat eine Alternative entwickelt.

Der große Martinszug in Horst muss in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Das eigentliche Fest aber soll es nicht, wünscht sich die Pfarrei St. Hippolytus und lädt jetzt ihre Mitglieder und alle Bürger dazu ein, das Martinsfest im Rahmen eines Hausgottesdienstes zu begehen. Dazu hat man im Gelsenkirchener Stadtwesten sogar eine Anleitung geschrieben.

Auf vier Seiten wird der Sinn des Martinsfestes beschrieben, das Teilen. Statt wie Martin seinen Mantel mit einem Bedürftigen zu teilen sind Familien nun eingeladen, das Licht zu teilen. So gibt es eine Anleitung, wie man ein Martinslicht bastelt, mit dem man anderen eine Freude machen kann in der dunklen Zeit. Und eine Bastelanleitung für eine Laterne, hergestellt aus einer leeren Milchtüte, steht auch auf dem Flyer. Sogar ein Rezept für selbst gebackene Martinsbrezeln.

Gelsenkirchener Pfarrer beruft sich auf die Urkirche

Zwei Seiten widmen sich dem Hausgottesdienst. Hier wird erklärt, wie man alle Vorbereitungen trifft, hier gibt es eine Geschichte für Kinder. Gebete und eine Anleitung für den Segenswunsch runden den Flyer ab. Natürlich darf am Ende auch das typische St. Martins-Lied nicht fehlen.

Mit dieser ungewöhnlichen Aktion besinnt sich die Kirche auf ihre historischen Wurzeln. „Die Urkirche war eine Hauskirche“, sagt Pastor Bernd Steinrötter aus der Gemeinde Liebfrauen. „Menschen haben sich im häuslichen Rahmen getroffen, um ihre Sorgen zu teilen und gemeinsam zu beten. Die zwölf Apostel haben das ganz ähnlich gemacht. Darauf besinnen wir uns jetzt.“

Kompletter Ausfall war keine Option

Das Fest komplett ausfallen zu lassen, das war für die Initiatoren keine Option. „Hier geht es darum, das Licht zu teilen, es weiterzugeben“, betont Steinrötter die Symbolkraft – gerade in der Krise. „Das ist ein Ursymbol mit der Botschaft: Ich teile mit dir das Licht und das kostet kein Geld.“ So wie der Martinszug immer offen für alle Menschen und überkonfessionell war, ist auch diese Aktion gedacht. Die Anleitungen liegen an allen Kirchen der Pfarrei im Außenbereich aus und können zudem über die Internetseite herunter geladen werden.

Spendenaktion für Menschen ohne Obdach

Wer mag, kann auch noch mehr teilen als das Licht: Noch bis St. Martin läuft die Spendensammlung der Pfarrei St. Hippolytus für die Initiative „Warm durch die Nacht“, die Menschen ohne Obdach in der kalten Jahreszeit hilft. Auch dazu gibt es Informationen unter hippolytus.de.

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