Coronavirus

Corona: Auch Gelsenkirchener Kinomitarbeiter in Kurzarbeit

Auch das Kino „Apollo Cinemas“ in Gelsenkirchen mit neun Sälen und addiert rund 1800 Plätzen ist seit anderthalb Wochen geschlossen.

Auch das Kino „Apollo Cinemas“ in Gelsenkirchen mit neun Sälen und addiert rund 1800 Plätzen ist seit anderthalb Wochen geschlossen.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Seit anderthalb Wochen sind die zwei Gelsenkirchener Kinos aufgrund des Coronavirus geschlossen. Für 50 Mitarbeiter wurde Kurzarbeit beantragt.

Bereits seit anderthalb Wochen müssen die beiden Kinos dieser Stadt aufgrund des grassierenden Coronavirus ihre Pforten geschlossen halten. Addiert rund 50 Mitarbeiter der „Schauburg“ in Buer und der „Apollo Cinemas“ in Erle sind davon betroffen. Für sie wurde bereits in der vergangenen Woche Kurzarbeit beantragt. „Ein Großteil unserer Kosten läuft weiter, wir haben aber null Einnahmen“, begründet Kinobetreiber Michael Meyer diesen Schritt. Seinen Mut und Optimismus hat er trotz der derzeit schwierigen Lage aber nicht verloren.

„Ich verfalle jetzt nicht in Depression oder Lethargie, sondern freue mich schon heute auf den Tag, wenn wir unsere Häuser wieder aufmachen können“, sagte Meyer im Gespräch mit dieser Zeitung. Wobei: Komplett verschlossen sind beide Kinos nicht. Zum einen würden Handwerker die aktuelle Spielpause nutzen, um notwendige Reparaturen vorzunehmen, betont Meyer. Einmal in der Woche müsse zudem einer der Filmvorführer vorbeischauen und die Projektoren in den Sälen laufen lassen. Die hochempfindlichen und sehr wertvollen Geräte könnten Schaden nehmen, wenn sie zu lang an einem Stück unbenutzt blieben, betont der Geschäftsführer.

Das Schlimmste für alle Mitarbeiter ist die Ungewissheit

„Das Schlimmste in der aktuellen Situation ist aber die Ungewissheit. Keiner weiß, wie lange wir unsere Kinos geschlossen halten müssen“, sagt Meyer mit Blick auf sein rund 50-köpfiges Team in Gelsenkirchen. Egal, ob Putzkraft, Kartenabreißer oder Popcornverkäufer: Sie alle eint das Gefühl der Unsicherheit und die Frage, wann es wie in den drei „Schauburg“-Sälen mit insgesamt 800 Plätzen sowie in den neun „Apollo“-Sälen mit addiert rund 1800 Plätzen weitergehen kann.

Der provisorische Kino-Stopp zum jetzigen Zeitpunkt ist für alle Kinobetreiber ein Schlag ins Kontor. Denn die bevorstehenden Osterferien zählen stets zu den besucherstärksten Phasen eines jeden Kinojahres. Zudem wären mit der Realverfilmung des Disney-Trickfilmklassikers „Mulan“ sowie dem 25. James-Bond-Abenteuer „Keine Zeit zu sterben“ im April zwei publikumswirksame Blockbuster angelaufen. Der Vorverkauf für den 007-Film lief bereits seit Wochen. „Wer die Karten online gekauft hatte, bekommt sein Geld automatisch zurückerstattet, versichert Meyer. Wer seine Tickets in einem der beiden Kinos erworben hat, kann sie später gegen neue Karten eintauschen. Stand heute soll der Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle nun im November anlaufen.

Stammkunden sollen ihre Lust aufs Kino nicht verlieren

Alle Enthusiasten könnten sich natürlich derzeit zu Hause auf DVD, Blu-Ray oder per Streamingdienst dem Filmgenuss hingeben. „Doch wir hoffen natürlich, dass sich trotz der längeren Zwangspause nun alle unsere Stammkunden ihre Lust aufs Kino bewahren“, sagt Meyer.

Er ist sich sicher, dass es nach einem Neustart aber nicht gleich sofort wieder von Null auf Tempo 100 hochschießt. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir nach einer Öffnung nicht sofort wieder alle Säle bespielen, sondern zunächst nur einzelne“, so Meyer. Zudem könne man überlegen, nicht jeden Platz im Saal zu verkaufen, um dann auch weiterhin einen gewissen Sicherheitsabstand zwischen den Gästen zu bewahren. „Aber darüber machen wir uns konkret Gedanken, wenn es so weit ist“, stellt Meyer klar.

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