Kultur & Ausbildung

Consol-Theater sucht für „Stage“-Projekt noch Interessenten

Das Theaterspielen ist ein elementarer Bestandteil im zehnmonatigen „Stage“-Projekt. Hier eine Szene aus einem Stück, das eine Gruppe in den Vorjahren entwickelt und einstudiert hatte.

Das Theaterspielen ist ein elementarer Bestandteil im zehnmonatigen „Stage“-Projekt. Hier eine Szene aus einem Stück, das eine Gruppe in den Vorjahren entwickelt und einstudiert hatte.

Foto: Consol-Theater

Gelsenkirchen-Bismarck.  „Stage“-Projekt des Gelsenkirchener Consol-Theaters ist ein Angebot für junge Leute, die nicht wissen, wohin ihr beruflicher Weg führen soll.

„Stage“ – das ist nicht nur das englische Wort für „Bühne“, sondern steht in dieser Stadt auch für „Schule, Theater und Arbeit in Gelsenkirchen“. Diese berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme des Consol-Theaters hat sich als Erfolgsrezept bewährt und geht Anfang Oktober bereits in ihre 19. Auflage. Das in Kooperation mit der Agentur für Arbeit entwickelte Angebot richtet sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren, die sich noch nicht entschieden haben, welchen Weg sie beruflich einschlagen wollen. „Sie sollen hier aber auch lernen“, sagt Projektleiterin Ulrike Brockerhoff, „mit Widerständen umzugehen“.

Palette reicht vom Theaterspielen bis hin zum Kulissenzimmern

Das Ziel ist klar definiert: Die insgesamt 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen mit Hilfe von Theaterarbeit fit gemacht werden, um bestenfalls im ersten Arbeitsmarkt zu landen. Zehn Monate dauert dieser Lehrgang, bei dem die Arbeit, aber auch das Trainieren der so genannten „Soft Skills“ gleichermaßen im Fokus stehen. Dabei wird also nicht nur Theater gespielt, gesungen oder getanzt, sondern werden auch Kostüme geschneidert, Bühnenbilder gezimmert und anderweitige handwerkliche Arbeiten verrichtet. Wichtig: Keiner kann sich allein auf seine Lieblingsfelder fokussieren, jeder muss jede Aufgabe angehen. „Die wichtigste Voraussetzung bei den Teilnehmenden“, weiß Brockerhoff aus Erfahrung, „ist die Grundhaltung: Ich lasse mich auf die Sachen ein“.

Zunächst gibt es einen Schnuppermonat, bei dem sich die Beteiligten kennen lernen und in die neue Gruppe einfinden können. Klappt das, folgt nicht nur die breitgefächerte Aufgabenpalette im Consol-Theater, sondern es erfolgt laut Brockerhoff auch ein „Andocken nach außen“. Soll heißen: Die Teilnehmenden absolvieren während der zehn Monate Praktika in Betrieben der freien Wirtschaft und können dort sehen, ob eine komplette Ausbildung in diesem Bereich die richtige für sie wäre.

Projektleiterin Ulrike Brockerhoff ist Schauspielerin und Theaterregisseurin

Im Consol-Theater selbst kümmern sich sechs Dozentinnen und Dozenten um die Gruppe, die in der Vergangenheit gleichermaßen Abiturienten, Hauptschüler und Jugendliche ohne Schulabschluss angelockt hat. „Wir wollen hier die Hemmnisse abbauen, eine wichtige Entscheidung für das weitere Berufs- und damit auch Privatleben zu treffen. Alle sollen am Lehrgangsende im nächsten Jahr wissen, wo es für sie hingeht“, sagt Brockerhoff, eine ausgebildete Schauspielerin und Theaterregisseurin. Bei 80 bis 85 Prozent aller Teilnehmenden der vergangenen 18 „Stage“-Kurse hat das auch geklappt. Ein Puzzlestein für dieses gute Gesamtbild: Eine Sozialarbeiterin ist permanent dabei und kann gerade bei persönlichen Problemen schnelle und wichtige Hilfestellung leisten.

Weil in den zehn Monaten immer eng, intensiv und kreativ zusammengearbeitet wird, entsteht oft auch eine innige Bindung zwischen Ausbildern und Teilnehmenden. „Wir haben noch Kontakt zu ganz vielen Absolventen der vergangenen 18 Jahrgänge“, sagt Brockerhoff und fügt mit einem Lachen hinzu: „Wir lassen hier ungern los.“ Einige haben im Anschluss an den „Stage“-Kurs eine offizielle Ausbildung im Consol-Theater beginnen können, drei arbeiten dort noch heute in Festanstellung, sagt Georg Kentrup, einer der Geschäftsführer des Hauses.

Große Aufführung als Höhepunkt am Ende der zehnmonatigen Ausbildung

Schon während des Kurses gibt es kleine Präsentationen für die Angehörigen der Teilnehmenden, was bereits alles erarbeitet wurde. „Am Ende folgt dann immer eine große Aufführung oder Ausstellung“, so Brockerhoff. „Das ist immer ein besonderer Moment, weil dann für alle zu sehen ist, welch große Potenziale in den jungen Menschen wir erwecken konnten.“

Die Teilnahme an dem Kurs ist kostenlos. Er startet am 1. Oktober, bis Mitte November können interessierte Nachrücke aber noch hinzustoßen. Kontakt über die Agentur für Arbeit Gelsenkirchen oder direkt bei Projektleiterin Ulrike Brockerhoff: stage@consoltheater.de oder 0209/800 89 90.

Alle Teilnehmenden erhalten laut Geschäftsführer Kentrup dort eine Berufsausbildungsbeihilfe. Deren Höhe richtet sich nach der jeweiligen Lebenssituation des Einzelnen. Bezahlt werden mindestens 230 Euro, eine Dauerkarte für den ÖPNV wird auch finanziert. Und das Kindergeld wird ebenfalls weiterhin bezahlt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben