Spielzeiteröffnung

Consol-Theater in Gelsenkirchen feiert mit vielen Familien

Sherif (5) läßt sich von seiner Mutter Ramona Schröpf vor historischer Industriekulisse schminken.

Sherif (5) läßt sich von seiner Mutter Ramona Schröpf vor historischer Industriekulisse schminken.

Foto: Michael Korte

Bismarck.   Rund 800 Besucher kamen zum bunten Fest nach Bismarck. Das Consol-Theater in Bismarck feierte mit dem Sommerfest die Spielzeiteröffnung.

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Wer Sonntag zum Consol-Gelände kam, erlebte ein besonderes Schauspiel: Zwei kostümierte Artisten stolzieren unter freiem Himmel auf einem Drahtseil, das zwischen zwei Podesten gespannt ist; die Kulisse erinnert an ein altes Piratenschiff. Abwechselnd jonglieren sie, werfen sich Gegenstände zu, vollführen schräge Kunststücke in luftiger Höhe.

Vom Publikum gibt es dafür reichlich Applaus. Das Akrobatik-Theaterstück „Gestrandet“, aufgeführt von dem italienischen Duo Los Filonautas, kommt sehr gut an. Allerdings ist die Show nur einer von vielen Höhepunkten des zweiten Consolfestes auf dem ehemaligen Zechengelände in Bismarck, das nicht nur den Startpunkt der neuen Spielzeit im Consol-Theater markiert, sondern auch den Tag des offenen Denkmals im benachbarten Maschinenhaus und der Kunstinstallation Sammlung Werner Thiel.

Alle Generationen sind vertreten

Im Laufe des Tages lockt das Fest an die 800 Besucher, denen ein buntes Programm geboten wird. Die Initiativen am Standort haben einiges für die Gäste vorbereitet: auf der Trendsportanlage können Kinder und Jugendliche etwa auf einer mobilen Skateboard-Anlage herumkurven, der Graffiti-Sprayer „Sponk“ bietet Sprühkurse an, im Stundentakt finden industriehistorische Führungen statt, bei denen die Gruppen staunend das ehemalige Zechengelände erkunden. Am Kostümverleih können sich Kinder in Märchenfiguren verwandeln, direkt daneben findet das Aktionsspiel „Hexenjagd“ statt.

Statt des obligatorischen Kinderschminkens können sich Eltern und der Nachwuchs übrigens gegenseitig mit bunten Farben anmalen, außerdem gibt es eine Hüpfburg und jede Menge Kulinarisches. Für Musik sorgt der Singer und Songwriter Maurice Dickson, der mit Irish Folk begeistert.

„Aus Consol könnte Anlaufstelle für Stadtteile werden“

Unter den Besuchern sind auch die Freundinnen Beatrix Kirchner aus Willinghaus und Sarah Harenik, die in Bismarck „um die Ecke wohnt“. Letztere hat zusammen mit ihren Kindern beim gegenseitigen Schminken mitgemacht und ist begeistert vom „bunten und vielfältigen Angebot“. Kirchner gefällt vor allem, „dass alle Generationen auf dem Fest vertreten sind. Und für alle ist etwas dabei.“

Doch dass bereits Menschen von außerhalb Consol besuchen, ist nicht allen Gelsenkirchenern bekannt: „Es gibt in der Stadt immer noch viele Leute, die das Gelände rund um die Zeche Consolidation noch gar nicht kennen“, erklärt Andrea Kramer, zuständig für die künstlerische Leitung im Consol-Theater. „Das Fest ist eine gute Gelegenheit dazu“, findet sie. Langfristig soll hier eine Institution entstehen: „Bismarck liegt zwischen der City und Buer. Es wäre schön, wenn hier eine Anlaufstelle für Menschen aus allen Stadtteilen entsteht.“ Kurzfristig will das Consol-Theater mit einem neuen Programm punkten: etwa mit der Uraufführung von „Das platte Kaninchen“, basierend auf dem Bilderbuch von Bärbur Oskarsson.

>> INFO-BOX: GEBÄUDE STEHEN UNTER DENKMALSCHUTZ

Am Consolfest beteiligten sich Initiativen des Consol-Theaters, Forum 2000, Probenzentrum C4, einbezogen waren auch die Industriedenkmäler. Die Zeche wurde 1865 in Betrieb genommen.

Kohle gefördert wurde hier bis ins Jahr 1993, dann wurde die Zeche, auf der einst auch Ernst Kuzorra arbeitete, geschlossen. Die erhaltenen Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

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