Zirkus

Clown Gregor Wollny fasziniert im „Cirque Bouffon“

Schauspieler, Clown und Musiker Gregor Wollny (38) mit einer seiner drei Enten, die er  im Cirque Bouffon in einer Nummer tanzen lässt.

Foto: Martin Möller

Schauspieler, Clown und Musiker Gregor Wollny (38) mit einer seiner drei Enten, die er im Cirque Bouffon in einer Nummer tanzen lässt.

Gelsenkirchen.   Mit sieben Nummern ist er als Clown im Programm „Lunatique“ vertreten: Gregor Wollny vom „Cirque Bouffon“. Dabei kommt er ohne rote Nase aus.

Er lässt drei Enten gleichzeitig durch die Luft flattern, führt einen exotischen Fisch auf dem Kopf spazieren und tanzt mit dem Schwan klassisches Ballett. Wenn Gregor Wollny auf den Plan tritt, hält es das Publikum im Parkett und auf den Rängen kaum mehr auf den Stühlen. Denn Wollny ist einer der Stars in der Manage des „Cirque Bouffon“, der zurzeit auf dem Platz vor dem Musiktheater im Revier sein Zelt aufgeschlagen hat.

Mit gleich sieben Nummern ist er als Clown im nagelneuen Programm „Lunatique“ vertreten, und traumwandlerisch sicher trifft er auch den Nerv des Publikums. Der 38-jährige, in Weimar aufgewachsene Künstler arbeitet mit ganz einfachen Mitteln und erzielt eine große Wirkung. Einen schlichten Zollstock formt er mal zu einem Hund, mit dem er Gassi geht, mal dirigiert er das Publikum zu Klatschformationen, mal übt er sich im Klobürstenweitwurf.

Mit seiner Freundin ist er in Breslau zu Hause

Aber wer nun ist der Clown hinter der Maske, die nur aus feinem Zwirn, Krawatte und einer Schlapp-Pudelmütze besteht? Wollny erkannte schon als Jugendlicher sein Geschick fürs Jonglieren: „Mein erstes Geld verdiente ich mir mit Feuershows und als Straßenkünstler“, erinnert sich der Mann, der lange in Berlin gelebt hat und heute mit seiner Freundin in Breslau zu Hause ist, an seine Lehr- und Wanderjahre.

In der Bundeshauptstadt besuchte Gregor Wollny zunächst eine private Zirkusschule, perfektionierte die Kunst der Akrobatik und Jonglage, absolvierte einen Clownskurs. Irgendwann entschied er sich für Clownerie anstelle von Akrobatik: „Die ist körperlich schon sehr anstrengend.“ Nichts für ewig.

Seine Lieblingsnummer mit drei Enten

So wurde aus Gregor Wollny, der aus einem ganz gewöhnlichen bürgerlichen Elternhaus stammt, ein Clown für Manege, Kabarett- und Showbühne, der irgendwann auch vom Cirque Bouffon entdeckt wurde. Dieser Clown kommt ohne rote Nase und buntem Kostüm aus – und meistens auch ganz ohne Worte. „Ich bin zwar kein Pantomime, nutze aber eine Körpersprache, die man auf der ganzen Welt versteht.“ Denn Wollny ist häufig auch auf internationalen Bühnen unterwegs.

Für die Manege entwickelte der Clown eine komische Kunstfigur, die tollpatschig und liebenswert daher kommt und an große Künstler erinnert, die Wollny besonders schätzt. Lachen kann er gut über Charlie Chaplin oder Django Edwards. „Auch Mr. Bean hat einige gute Sachen gemacht.“ Dass er ein Publikum mit seinem Humor mal gar nicht kriegt, „na klar, das passiert auch schon mal“. Ansonsten besitzt der Clown feine Sensoren und weiß auf Menschen zu reagieren, die nicht auf Anhieb lachen.

Bald geht’s nach Köln und Münster

Neben der Clownerie hat Gregor Wollny eine zweite Leidenschaft, die er mit seiner Freundin teilt: die Musik. „Wir haben eine gemeinsame Band, spielen vor allem selbst komponierte Chansons.“ Wollny spielt Banjo, Gitarre, Ukulele.

Jetzt freut er sich erst einmal auf die Wochen in Gelsenkirchen, auf Besuche im Musiktheater. Danach reist er mit dem Zirkus nach Köln und nach Münster. Hat er selbst eine Lieblingsnummer in seinem Repertoire? Da lächelt der Clown verschmitzt: „Die mit den drei Enten!“ Da geht es dem Gelsenkirchener Publikum durchaus ähnlich.

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