Kochshow

Clive Hüsken punktet trotz großer Nervosität bei „The Taste“

Clive Hüsken ist bei „The Taste“ angetreten. Sonst leitet er die Küche im Hotel Schloss Westerholt.

Clive Hüsken ist bei „The Taste“ angetreten. Sonst leitet er die Küche im Hotel Schloss Westerholt.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Westerholt.  Der Gelsenkirchener Clive Hüsken leitet die Gastronomie im Hotel Schloss Westerholt. Bei der TV-Show „The Taste“ kämpfte er aber mit den Nerven.

Castingshow statt Hörsaal: Eigentlich wollte Clive Hüsken Jura studieren. Doch als der Sohn von Hotelier Georg Hüsken, Hausherr im Schlosshotel Westerholt, mit 15 ein Praktikum bei Sternekoch Frank Rosin anfing, stand für ihn schnell fest: „Ich will Koch werden.“ Fortan arbeitete er mit großen Ehrgeiz an seiner Küchenkarriere, ging nach der Ausbildung für zwei Jahre nach Hamburg, um in Tim Mälzers „Bullerei“ zu kochen.

So richtig wohl fühlte sich der Bueraner in der Hansestadt jedoch nicht. „Es war schwer, neben dem Job einen neuen Freundeskreis aufzubauen“, sagt der heute 25-Jährige. Deshalb kam er vor zwei Jahren zurück in seine Heimat und stieg im elterlichen Hotel als Küchenchef mit ein. Dort leitet er das gutbürgerliche Restaurant und Bistro und kreiert regelmäßig ausgefallene Gourmet-Menüs für die Gäste im „Rittersaal“.

Auch Kohlroulade kommt auf die Karte

„Wir kochen regionale Speisen mit Pfiff“, fasst Hüsken die Philosophie des Hauses zusammen, in dem sechs Köche in einer Küche drei Restaurants bespielen. Immer wieder erstaunt er mit Kreationen wie dem „Schwarzen Gold“, einem Dessert aus Kirschsorbet, Schokokuchen und Kohlenstaub – eine Hommage an seine Heimat – oder einem Makrelenfilet an Petersilie, Banane und Nuss. Aber auch „Ommas Kohlroulade“ schafft es auf die Karte.

Denn Hüsken hat ein Faible für bodenständige Zutaten. „Es muss nicht immer Hummer sein. Ein Flusskrebs kann auch super schmecken“, sagt er. Eine Einstellung, die er an die beiden Auszubildenden des Betriebs weitergibt. „Man kann von ihm ganz viele Sachen lernen, die man übers Kochen noch nicht wusste“, sagt Justin Liba über seinen Chef. Dass der nur ein Jahr älter ist als er, ist für ihn kein Problem.

Und obwohl Clive Hüsken schon viel erreicht hat, sucht er immer neue Herausforderungen. Anfang des Jahres hat das Küchenteam so zum ersten Mal am Menü-Karussell teilgenommen, bei dem über 100 Spitzenrestaurants aus dem Ruhrgebiet zur kulinarischen Reise einladen. Gerne würde der Schalke-Fan außerdem noch andere Küchen kennenlernen – zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff. Und auch ein Studium im Eventbereich kann er sich vorstellen.

Kochübungen mit Papierschnipseln

Aktuell steht er aber vor der größten Herausforderung seiner Karriere, denn er hat sich bei der TV-Show „The Taste“ beworben und es bis zum Casting geschafft. Dort treten Profis und ambitionierte Amateure an, um mit nur einem einzigen Löffel die Spitzenköche Alexander Herrmann, Maria Groß, Tim Raue und Frank Rosin von ihrem Können zu überzeugen und einen der begehrten Plätze in den Teams der Coaches zu ergattern.

Viel Zeit, sich darauf vorzubereiten, hatte Hüsken allerdings nicht, denn die Arbeit im Hotelrestaurant verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Weil sein Vater sich langsam aus dem Geschäft zurückzieht, übernimmt er dort immer neue Aufgaben. Selbst in seiner Freizeit liest er Bücher seiner Kochvorbilder oder schaut sich Kochsendungen an. „Man muss für den Beruf brennen“, sagt er. Und weil er das tut, dokumentieren Handyfotos, wie er das Anrichten des Casting-Gerichts in der Hotelküche mit kleinen Papierschnipseln geübt hat.

Frank Rosin schmeckt’s nicht

Mit Maispoularde an Pastinake und Traube ging der Gelsenkirchener ins Rennen. Doch vor lauter Nervosität ging einiges schief. „Ich habe beim Anrichten so gezittert, dass die Hälfte gar nicht auf dem Löffel gelandet ist“, erzählt er. Entsprechend schlecht sei sein Gefühl gewesen, als er während der Blindverkostung im Aufzug stand und auf das Urteil der Juroren wartete. „Da habe ich mir keine Chancen mehr ausgerechnet. Als das Feedback recht positiv war, dachte ich, sie haben den falschen Löffel.“

Denn nur einem Juroren schmeckte Hüskens Gericht nicht so recht: Ausgerechnet Frank Rosin entschied sich gegen seinen ehemaligen Praktikanten. Weil alle anderen Köche den Küchenchef aus Westerholt gerne in ihrem Team haben wollten, konnte der sogar wählen – und ging zu Alexander Herrmann ins „Team Gelb“. Wie er sich da schlägt, können die Zuschauer in den kommenden Wochen immer mittwochs um 20.15 Uhr bei SAT1 verfolgen.

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