Verstorben

CDU-Größe Gerd Schulte starb im Alter von 75 Jahren

CDU-Politiker Gerd Schulte im Jahre 2014, als er im WAZ-Gespräch auf seine langjährige politische Arbeit in Gelsenkirchen zurückblickte.

CDU-Politiker Gerd Schulte im Jahre 2014, als er im WAZ-Gespräch auf seine langjährige politische Arbeit in Gelsenkirchen zurückblickte.

Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.   Der langjährige Gelsenkirchener CDU-Politiker Gerd Schulte starb nach schwerer Krankheit Samstag im Alter von 75 Jahren. Er prägte die Stadt mit.

Er war ein politisches Schwergewicht, ein Urgestein der Gelsenkirchener Kommunalpolitik, die er als Christdemokrat mit Leib und Seele entscheidend mitprägte. Sein Wort zählte, weil es von tiefer Kenntnis zeugte, weil es ehrlich, aber nie verletzend war. Gerd Schulte starb am Samstagmorgen nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren.

Er starb dort, wo sich der gebürtige Sauerländer seit über 50 Jahren zu Hause fühlte, in seinem Buer.

Politiker und Pädagoge

Schon 1964 trat der im sauerländischen Meggen geborene Gerd Schulte in die CDU ein. Es war das Jahr, als er auch sein Lehramtsstudium in Münster begann, das ihn später als Volksschullehrer an die Hauptschule Schwalbenstraße nach Beckhausen führen sollte. Die Schule leitet e er als Konrektor bis zu seiner Pensionierung.

Ein großer Gestalter

Schulte engagierte sich von 1974 bis 1977 als Kreisvorsitzender der Jungen Union Gelsenkirchen und übernahm von 1977 bis 2003 den Vorsitz des CDU-Ortsverbands Gelsenkirchen-Buer. Die Geschicke der Stadt gestaltete er ab 1975 als Ratsmitglied und ab 1989 als CDU-Fraktionsvorsitzender mit großer Leidenschaft mit, zog die Fäden in vielen Fachausschüssen. Von 2002 bis 2005 vertrat er seine Partei als Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag.

Geradlinig und immer ausgleichend

Als Politiker formulierte Gerd Schulte geradlinig und klar, manchmal auch mit sauerländischem Sturkopf, dabei immer ausgleichend, versöhnlich, kompromissbereit, geschätzt auch vom politischen Gegner.

Vom Höhepunkt seines politischen Lebens erzählte er auch nach Jahren immer noch gerne. Das war die legendäre Kommunalwahl 1999, als die CDU in einem politischen Erdrutsch das Gelsenkirchener Rathaus übernahm und Schulte wichtiger Wegbegleiter des noch jungen Oberbürgermeisters Oliver Wittke wurde.

Ein achtsamer Demokrat

Als Schulte 2014 aus dem Rat der Stadt ausschied, ernannten ihn die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion zum ersten Ehrenmitglied ihrer Geschichte. In politische Diskussionen mischte sich der Vollblutpolitiker noch immer ein, aber moderat, zurückhaltend. Immer wieder warb der wache Demokrat für die Errungenschaften der Demokratie und warnte vor radikalen Strömungen, warb für Achtsamkeit. „Bleibt im demokratischen Spektrum“, forderte er 2018 im WAZ-Gespräch von der Stadtgesellschaft.

Familienmensch und Freund

Als der so vielseitig engagierte Politiker 2016 in Münster das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam, erfüllte ihn diese Anerkennung mit Stolz und Freude.

Zuhause galt seine Leidenschaft dem großen Garten, seiner Familie und seinen Freunden. Sie alle waren ihm wichtig, Kontakte pflegte er, Treffen, Austausch und Gespräche waren ihm existenziell. Der größte Tiefschlag seines Lebens aber war der Tod seiner Frau Mariele am Heiligen Abend 2017.

Trotz seiner schweren Krankheit plante er noch, seinen nächsten Geburtstag im kleinen Kreis zu feiern. Gerd Schulte wäre am 2. März 76 Jahre alt geworden.

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