Kultur

Bunter Saisonstart am Theater Consol in Gelsenkirchen

Jannis und Anna erkunden den Platz am Consol-Theater in Gelsenkirchen zur Spielzeiteröffnung.

Jannis und Anna erkunden den Platz am Consol-Theater in Gelsenkirchen zur Spielzeiteröffnung.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Bismarck.  Familien verbinden die Spielzeiteröffnung am Theater Consol mit einem Sonntagsausflug. Im Maschinenhaus läuft ein „kleiner Tag des Denkmals“.

Abgespeckt vielleicht, mager keineswegs: Auf dem Consol-Zechengelände herrschte zur Spielzeiteröffnung reger Betrieb – trotz der Corona-Einschränkungen. Mehr als 110 Besucher sollten sich nicht zur selben Zeit rund um das Theater-Lüftergebäude und auf dem Vorplatz tummeln. Das durften sie aber erst nach einer detaillierten Registrierung, was der gelösten Stimmung an einem Spätsommer-Sonntag aber keinen Abbruch tat.

„Das war abends in der Kellerbar mit 35 Gästen schon sehr schön“, zeigt sich Georg Kentrup zufrieden, einer der drei Geschäftsführer des Consol-Theaters. „Endlich können wir überhaupt wieder etwas machen.“ Die Kellerbar war auch Schauplatz für die Geschichtenerzähler Melody Reich und André Wülfing, die schon am Abend zuvor mit „Häppchen“ Appetit auf mehr gemacht hatten.

Betrieb auch im Maschinenhaus

Das Hygienekonzept auf der einen Seite, auf der anderen der zur Verfügung stehende Raum: Bei dieser Eröffnungsparty war reichlich Platz zum Abstand halten da. In die Maschinenhalle ließ der Initiativkreis Bergwerk Consolidation die Gäste nur schubweise ein. „An den Tagen des offenen Denkmals hatten wir allerdings auch schon mal 200, 300 Besucher“, erinnert sich der Vorsitzende Martin Gernhardt, und rechnet bei diesem „kleinen Denkmaltag“ mit vielleicht einem Zehntel des sonst üblichen Aufkommens. Immerhin ist der Kreis nicht nur virtuell dabei, wie das bei vielen anderen Standorten bei diesem „Tag des offenen Denkmals 2020“ wegen der Pandemie der Fall ist.

Immerhin, kaum spazieren die ersten Neugierigen über das Gelände, kann Gernhardt vor der Tür zum Maschinenhaus schon schmunzelnd nicken, als die Frage kommt: „Aber hier ist das doch mit der Dampfmaschine?“ Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur bot stündlich industriehistorische Führungen über das frühere Zechengelände an, „jedenfalls, wenn genug Leute da sind“, meinte Gernhardt schmunzelnd. Die Sammlung Werner Thiel mit unzähligen Schätzen aus der Welt unter Tage lockte, der Initiativkreis warf dazu regelmäßig die 285 Tonnen schwere Dampfmaschine an.

Straßenmusiker unterwegs

Im Gelände auf der Wiese sammelten sich schon die kleinsten Gäste für die Aufführung des Puppenspiels „Die feine Ratte Arthur“. Auch hier passte die Aufstellung der Stühle sozusagen familienweise, der Abstand war gegeben, gut 50 Plätze konnten geboten werden. Die Straßenmusiker aus dem Probenzentrum Consol 4 bespielten mobil das gesamte Gelände und eröffneten standortgerecht mit dem Steigerlied zur Gitarre.

Wen es nicht an die frische Luft zog, der konnte im Theater hinter die Kulissen, vielmehr in die technischen Bereiche blicken, allerdings auch nur per Video an der Wand. Im Theater selbst lief eine unkommentierte Vorführung von Licht- und Soundeffekten als interessanter Gegenpol zum bunten Treiben vor der Tür.

Die Kugeln fliegen für das Sportabzeichen

Völlig „ruhige Kugeln“ sind nicht das Ding für die Aktiven des „Boules Club Buer“, die sich nach Abstechern in den Nordsternpark und den Stadtgarten seit geraumer Zeit hier auf dem Consol-Gelände treffen. „Mittwochs und freitags ab so etwa 15.30 Uhr, sonntags ab 10 kann hier jeder vorbeikommen, schnuppern, mitmachen, auch ohne eigene Kugeln“, wirbt Regina Dreischer-Fingerle nicht nur mit dem Shirt „Boule ist cool“. Am 20. September und 8. Oktober, wieder hier, können Interessierte sogar das Sportabzeichen erboulen. Das Spiel ist in der Disziplin Koordination auch als Ausweich-Kategorie anerkannt.

Die Koordination dürfen auch die Besucher heute zur Eröffnungsparty trainieren, wie Natalie, Maria und Ruben, die zum Wurf in die vorgezeichneten Kreidefelder antreten. Gewinnen lässt sich heute ein Kugelset, in der Spezialdisziplin „Schuss für Wurst“ lohnt sich das Antreten auf jeden Fall. Und Corona-Abstand ist bei den Bueraner Boulern auch kein Problem: „Wir haben sogar schon wieder Turniere gespielt“, meint Vorsitzende Bärbel König-Bargel blinzelnd.

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