Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Gelsenkirchener Schuhmachermeister

Für sein jahrzehntelanges Engagement ist der Gelsenkirchener Orthopädie-Schuhmachermeister Ludger Vorholt (r.) mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Oberbürgermeister Frank Baranowski überreichte die Auszeichnung,

Für sein jahrzehntelanges Engagement ist der Gelsenkirchener Orthopädie-Schuhmachermeister Ludger Vorholt (r.) mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Oberbürgermeister Frank Baranowski überreichte die Auszeichnung,

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Resse.  Der Orthopädie-Schuhmachermeister Ludwig Vorholt hat das Bundesverdienstkreuz bekommen. Er trieb die Gründung eines NRW-Innungsverbandes an.

Eigentlich hätte Oberbürgermeister Frank Baranowski Ludwig Vorholt das Bundesverdienstkreuz gleich ans Revers gesteckt. „Aber das zu schaffen, ohne Ihnen zu nahe zu kommen, wäre echt eine Herausforderung“, sagte der OB lachend. Und so überreichte er dem Orthopädie-Schuhmachermeister die hohe Auszeichnung im Ratsaal des Hans-Sachs-Hauses unter Einhaltung der Corona-Regeln.

Ausgezeichnet wurde Vorholt für sein jahrzehntelanges Engagement im berufsständischen Bereich. „Für mich ist das eine große Ehre“, sagte der 63-Jährige – und ergänzte: „Ich habe in meiner Berufslaufbahn immer alles darauf ausgerichtet, dass die Kollegen in Zukunft gut aufgestellt sind.“ Als selbstständiger Orthopädie-Schuhmachermeister führt er seit vielen Jahren einen Familienbetrieb in Resse.

Vorholt beschäftigte sich stark mit der fachlichen Neuausrichtung des Handwerks

Schon früh kämpfte Vorhalt für einen nordrhein-westfälischen Innungsverband für Orthopädie-Schuhtechnik, der 1993 schließlich gegründet wurde. 1994 wurde er Obermeister der Innung Gelsenkirchen, 1998 stellvertretender Obermeister für Nordrhein-Westfalen und 2003 Landesinnungsmeister des Innungsverbandes NRW, dem heute knapp 600 Betriebe angehören.

In der Innungsarbeit beschäftigte sich Vorholt stark mit der fachlichen Neuausrichtung seines Handwerks. „Früher hatte man es mit der Versorgung von Kriegsversehrten zu tun, heute mit Zivilisationskrankheiten wie Rheuma und Diabetes“, erklärt der 63-Jährige. Es sei die Vielschichtigkeit, die ihn an seinem Beruf am meisten begeistere: „Man trifft jeden Tag unterschiedlichste Menschen. Und ein erfolgreicher Tag ist es, wenn man weiß, dass man jemandem geholfen hat.“

Gelsenkirchener setzte sich für die Ansiedlung der einzigen Meisterschule in NRW ein

Vorholt hatte sich auch dafür eingesetzt, dass zwei Standorte mit reinen Fachklassen und die einzige Meisterschule für Orthopädie-Schuhtechnik in Deutschland, in der berufsbegleitend die Meisterprüfung abgelegt werden kann, in Nordrhein-Westfalen angesiedelt wurden. „Wir zeichnen Sie aus für etwas sehr Wichtiges: Dafür, dass berufliches und fachliches Wissen weitergetragen wird, dass junge Frauen und Männer eine gute Ausbildung erhalten“, hob OB Baranowski in seiner Rede hervor.

Außerdem verlas Baranowski die offizielle Begründung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, in dessen Namen er das Bundesverdienstkreuz verlieh. Darin hieß es, Vorholt habe seinen Kollegen mit unzähligen Projekten das tägliche Arbeiten erleichtert, ohne dass ihm das finanziell vergütet worden wäre: „Davon profitierten letztlich auch die Menschen, die Orthopädie-Schuhtechnik benötigen. Für Ludwig Vorholt war das stets selbstverständlich“, so Steinmeiers Worte.

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